Und selbst weil Du es nicht verstehst, wie gewohnt beharren... (Todesstrafe für Diebstahl) Edit

azur, Samstag, 29.08.2015, 13:32 (vor 3800 Tagen) @ Zarathustra5736 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 29.08.2015, 13:51

Wo es Recht gibt, da gibt es auch Regelungen, die Interessen der Rechtsadressaten schützen, und die natürlich auch dem Schutz ihrer Sachen dienen sollen.

Zudem: In der Lehenswirtschaft gab es immer auch anderes Eigentum. Das ist sonnenklar, nur vielleich Dir und einigen wenigen anderen nicht.

Demnach kann man gar nicht von irgend einem Gegensatz von 'Eigentums- und Feudalsystem' ausgehen.

Was bedeutet Feudalismus im Kern? Dass es eine rechtlose Gesellschaft ist? Nein, das genau nicht. Den Feudalismus kennzeichnend ist das Lehnsystem, das ohne Unterscheidungen von Eigentum (verbleibt beim Lehnsherrn) und Besitz (Gefolgsmann erhält durch Belehnung Besitz- und Nutzungsrechte) gar nicht funktionieren kann.

(Nimmst Du an, in Korea wäre so etwas wie fremd und eigen nicht unterschieden? Wird dort nicht gekauft? Kann es dort keinen Diebstahl geben, weil Diebstahl die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache ist?

Das ist ebenso falsch, wie die trübe These, in der DDR hätte es kein Eigentum gegeben, die einfach grundfalsch ist, wie auch ein Blick in Verfassung und ZGB, dem Nachfolger des BGB, das in der DDR noch lange galt, zeigt.

Die Frage ist, wer was erwerben und womit machen darf. Das ist in solchen Systemen restriktiv geregelt - aber eben geregelt.)

Winde Dich und sage doch, der Gunnar und ich haben irgendwie doch recht, aber das kann mitnichten überzeugen.

Wenn Du Heinsohn schätzt, dann nimm ihn Dir, und das worüber er sprechen will, gründlich vor, und suche Dir nicht einfach was raus, was Deinem Bild entsprechen soll.


Edit: siehe u. a. dort: http://www.bild.de/politik/ausland/nordkorea/vergehen-fuer-todesstrafe-40958312.bild.html
"Eine Liste zeigt nun, bei welchen 20 Vergehen in Nordkorea offiziell die Todesstrafe droht ... Diebstahl von Privateigentums (zwingend erforderlich)"

Die kommunistische Bonzenwirtschaft hat natürlich eine Reihe von Ähnlichkeiten zu feudal-absolutistischen organisierten Gesellschaften.
(siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Produktionsweise#Merkmale , aber auch:

Aktuellere Forschungen haben gezeigt, dass die häufig vertretene These von der Stagnation der Entwicklung der Produktivkräfte in Gesellschaften mit asiatischer Produktionsweise nicht haltbar ist. Diese entwickeln sich erheblich weiter und treten in mehreren unterschiedlichen Formen auf:

In der einfachen Form einer Gesellschaft mit asiatischer Produktionsweise reproduziert sich die in Sippengemeinschaften organisierte Bauernschaft mittels kollektiv geregeltem Ackerbau. Die aus der Urgesellschaft bekannte Dorfgemeinde existiert hier also noch weiter, die Felder werden kollektiv bebaut. Das Mehrprodukt sowie Arbeitsleistungen gehen an den Staat. Sie dienen neben der Erhaltung der materiellen Staatsmaschinerie der Erhaltung des Hofes und der Bürokratie (Verwaltungsbeamte, Priester, Militärs). Der Souverän und seine Bürokratie verfügen materiell über die Gesamtheit des bebauten Landes. Oberklasse und Staatsbürokratie mit Hof sind hier identisch. Hier ist der von Marx beschriebene Zustand gegeben, in dem Rente und Steuer zusammenfallen bzw. keine von der Grundrente unterschiedene Steuer existiert. „Eine primitive Klassenordnung von klassischer Durchsichtigkeit besteht.“ Ein Beispiel dieser einfachen Form der asiatischen Produktionsweise ist das Reich der Inka.

In der entfalteten Form einer Gesellschaft mit asiatischer Produktionsweise sind die Felder nicht mehr im Besitz der Dorfgemeinde, sondern im Privatbesitz von einzelnen Bauern und werden individuell bewirtschaftet. Die Dorfkommune ist dagegen zerfallen. Neue Klassen sind aufgetaucht. Dies sind private Großgrundbesitzer bürokratischer Herkunft sowie Handels-, Wucher- und Manufakturkapitalisten. Sie erwerben ebenfalls häufig Landbesitz."

Oft gab es aber auch später noch Veräußerungsverbote.

Hier ist so eine feudale Lehenswirtschaft sehr gut beschrieben, in dem ohnehin super Buch, dass heute noch als DIE Einweisung in die Balinesische Kultur gilt - sehr klug und angenehm geschrieben:

http://www.kiwi-verlag.de/buch/liebe-und-tod-auf-bali/978-3-462-03799-9/

Die Bauern haben dort eigenes Land, gepachtetes Land sowie Lehensgut.

"Nach balinesischem Recht völlig legitim, denn was die Götter an den Strand werfen, das gehört natürlich den Menschen. Was der Eigentümer des Schiffes und die Holländer natürlich ganz anders sehen.

Die Schriftstellerin Vicki Baum greift in ihrem legendären Roman die geschichtlichen Fakten auf und verpackt sie in eine ergreifende Geschichte. Sie erzählt vom Leben im Dorf Taman Sari und im Palast des Fürsten. Sie erzählt vom Leben der einfachen Menschen, die gar nicht verstehen was die unhöflichen Fremden eigentlich von ihnen wollen.

In ihrem Roman lässt sie zwei Welten aufeinandertreffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite die Europäer mit ihren Vorstellungen von Moral und Anstand und dem festen Willen die vermeintlich wilden Kreaturen unterwerfen und den Fortschritt bringen zu müssen.

Auf der anderen Seite die Welt der Balinesen, tief verwurzelt in Glaube und Religion, aber dennoch mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehend und glücklich mit dem was sie haben und sind."

http://www.der-buchleser.de/2011/04/29/liebe-und-tod-auf-bali/

https://de.wikipedia.org/wiki/Vicki_Baum )

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