Genau, und Versprechen ist auch kein Ur-Mem

Silke, Mittwoch, 02.09.2015, 11:18 (vor 3796 Tagen) @ Hinterbänkler5145 Views

Lieber Hinterbänkler,

ich lese Dich immer sehr gerne

Ich lese von Dir auch jedes Posting.

und ich wünschte mir wir könnten uns mal
im Real-Life finden.
Wolltest Du nicht im Sommer mal vorbeikommen?

Doch, habe ich ja gemailt. Ich hätte mich mit @nemo zusammentun sollen - wäre bestimmt eine schöne Fahrt geworden.
Ist aber nur aufgeschoben, weil familiäre Gründe bei beiden Treffen verhinderten (kann Atteste beibringen)Umzug beider Kinder und noch einige andere unangenehme und angenehme Sachen, die mich z.Z. vor Ort binden.

Zu dem Gedanken von Dir:
Das ist genau der Punkt.
Es sind Meme, die in der Kleinfamilie genauso funktionieren wie bei der
Mafia.
Es sind unsere Meme.
Es sind unsere Zivilisations-Meme.

Ja, verstehe.

Das Wesen der Meme ist, dass sie nicht auffallen, aber unsere komplette
Wahrnehmung, unser ganzes soziales Leben bestimmen.
Ich bin einfach überzeugt, dass wir da ansetzen müssen, wenn sich
irgendwas im persönlichen Leben oder weltweit ändern soll.

Bin ich auch überzeugt. Darum ändere ich ja schon radikal bei mir. Mein soziales Umfeld möchte aber bei aller Sympathie nicht mit so großen Schritten folgen ("Mensch, das kannst Du doch nicht so öffentlich schreiben...peinlich...nicht PK, was sollen die und die von uns denken" usw.).

Sich verpflichten gegenüber irgendwem (Kinder, Menschen aus dem Stamm...)
ist ziemlich sicher gar kein 'Ur-Mem'.

Ganz genau, wie "Versprechen" auch nicht.
Ur-Meme sind vielleicht eher so Vertrauen, Selbstverständnis, sich als Eines fühlen usw. -keine Ahnung.
Das spinne ich mir nicht zusammen weil ich es noch sehr gut aus der Kinderzeit erinnere, wo wir im Dorf als kleine Strolche immer gegen die Erwachsenen und den eigenen Trieben folgend unterwegs waren.

Man wird einfach nicht in Kategorien von Pflicht gedacht haben.

Genau. So war es in unserer Gruppe. Alle haben eifrig mitgemacht, wenn ein Plan gefasst wurde, was wir als nächstes Projekt machen (Baumhaus bauen, Bach stauen, Fische/Krebse/Frösche/Mäuse einfangen und wieder freilassen...oder essen, Versteckeles, Floß bauen, Feuer legen, Seifenkisten bauen, Müllhalde durchkämmen, einen Wildgarten anlegen und so weiter.
Es gab keinen Anführer, jeder war Spezialist für irgendetwas oder hat einfach nur eifrig mitgemacht.

Ich bin überzeugt, dass 'damals' keine Verträge eingegangen wurden.
Man hat immer und grundsätzlich alles geteilt, ohne dass dies eine
Pflicht gewesen wäre.

So war das. Wer mutig genug war hat Material oder Werkzeug zu Hause geklaut, nicht um sich zu beweisen, sondern vor lauter Eifer für die Sache.

Z. B. Sex als Tauschware gegen einen Anteil an der Jagd ist absurde
Flintonization (Hineinlegen von unseren Vorstellungen in die Steinzeit),
wie die Autoren von 'Sex at Dawn' (öfter hier im Gelben empfohlen)
darlegten.

Absurd. In der Tat. Gestreichelt und geknutscht wurde, wenn einem danach war.

Alles zu teilen war selbstverständlich, einfach eine Lust.

Ganz genau. Geben und schenken hat echt Spaß gemacht, genauso wie nehmen und beschenkt werden.

Ohne irgendjemandem irgendwas zu versprechen.

Blutsbrüderschaft wurde versprochen. Immer gegen die blöden Erwachsenen zusammenzuhalten. Sich nicht verpetzen, füreinander einstehen. Da war auch der ABV und die Eltern machtlos, wenn wir in eine verlassene Datscha eingebrochen sind und ein paar unwichtige Sachen mitgenommen haben, die wir für ein Projekt brauchten ohne zu randalieren oder wertvolles Zeug anzurühren. Leider hat uns irgend ein Erwachsener beobachtet und angezeigt.

So wie heute in allen Dingen der debitistische Geist und die einhergehende
Unlust vorherrschen.

Das war dann die Schule mit ihren nervigen meist psychisch auffälligen Lehrern und die obernervigen Kommunisten mit ihrer dumpfen und peinlichen Uniformität und dem dümmlichen Phrasendreschen - wiiiderlich!.

Übrigens auch häufig in der 'liebevollen Kleinfamilie'.

Na ja, da war eher nicht so viel Liebe - sonst hätten die Erwachsenen uns unterstützen können (hat nur ein Vater von etwa 10 regelmäßig und inbrünstig gemacht und wurde noch dafür beschimpft von den Anderen).

Ich suche für mich, wo die Lebenslust liegt.
Der Spur gehe ich nach.

Kindliche Erinnerungen ausbuddeln und sich mit Kindern in der Umgebung abgeben (Zeit mitbringen und den Willen, sich auf diese mit ihren coolen Ideen einzulassen). Da kommt es aber schon mal vor, dass die sorgenvollen Eltern ihren Kindern den Kontakt untersagen, oder sie wegzerren von dieser komischen Tante.

Wo Verpflichtung liegt, verstehe ich bereits [[zwinker]]

Soviel für den Moment.

Vielen Dank.

Liebe Grüße
Silke

PS und Dank an @azur für die unermüdlichen Ergänzungen [[top]] auch wenn wir öfters mal nicht einer Meinung sind.


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