Arbeitshypothese: Unlust gibt es nicht
Lieber Zara,
meine Katze hat gerade meinen ganzen schönen Text durch ihr Herumschlängeln um mich herum und das Tapsen auf der Tastatur gelöscht - vielleicht ist das ein Zeichen...
Mir scheint, lieber Hinterbänkler, Du idealisierst das Leben! Das Leben
ist aber nicht ideal, sondern dualistisch.
Nein grau, nicht schwarz, nicht weiß sondern grau.
Der natürliche Gegenpol von
Lust ist Unlust.
Beweist wer und wie?
Der natürliche Gegenpol von Sonnenenergie ist?
Der natürliche Gegenpol von Liebe ist?
Der natürliche Gegenpol von Glück ist?
Der natürliche Gegenpol von Freude ist?
Der natürliche Gegenpol von Lust ist?
Keiner!.
Ich kann nur Lust in unterschiedlicher Größenordnung empfinden wenn ich nicht in Zivilisation herumwurschteln muss per Gewaltandrohung.
Lustmax->Lustwenig->Lust-0
Lust kann nicht negativ werden, wie auch Leben nicht negativ werden kann mit dem Todestriebschwachfug Freud vs. Reich.
Beides gehört zum Leben.
Nein, bestenfalls zu Zivilisation.
Wenn Du einer Forderung nicht
nachkommst (nachkommen konntest), wirst Du als gesunder Mensch Unlust
verspüren, und darauf folgend wiederum eine Lust zur Wiedergutmachung.
Forderung und Verpflichtung sind für mich eindeutig Ur-Meme, bzw.
Ur-Gefühle.
Nein, überhaupt nicht.
Triebe/Bedürfnisse/Soll entstehen in Natur ständig bei jedem neu.
Jede Gemeinschaft weiß instinktiv, dass die abgeführt gehören, weil es sonst Zeitbomben werden, die im Vergleich zur Sofortabfuhr unverhältnismäßig teurer zu neutralisieren sind.
Wenn Du sagst, jede Aktion ist ein Akt der Lust, dann kann ich gerade so
gut das Gegenteil postulieren: Jede Aktion, jede Bewegung ist ein Akt der
Unlust, einer Unlust, im aktuellen Zustand zu verharren.
Das ist aber Dein persönliches (historisch irgendwie verständliches) Problem.
Ein anderer Mensch würde halt zu seinen Mitmenschen sagen:
"Drück mich und umarme mich, ich mag jetzt in diesem Augenblick nicht allein sein."
Und viele würden es auch machen, weil sie ja selber davon profitieren würden.
Es ist einfach nur schön, einen Menschen ohne Hintergedanken zu drücken, zu umarmen und zu streicheln....für Beide.
Jede Bewegung ist
eine Folge der Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation, aus der man
sich befreien will. Man befindet sich somit pausenlos und immer wieder von
neuem (ohne Ende bis zum Ende) in einem negativen Zustand der Unlust, aus
dem man mit Lust entkommen will. Oder nach Schopenhauer:
Nein. Unzufriedenheit schon, aber doch nicht Unlust.
"...das menschliche Daseyn, weit entfernt den Charakter eines Geschenks zu
tragen, hat ganz und gar den einer kontrahirten Schuld. Die Einforderung
derselben erscheint in Gestalt der, durch jenes Daseyn gesetzten,
dringenden Bedürfnisse, quälenden Wünsche und endlosen Noth. Auf
Abzahlung dieser Schuld wird, in der Regel, die ganze Lebenszeit verwendet:
doch sind damit erst die Zinsen getilgt. Die Kapitalabzahlung geschieht
durch den Tod."
Ach lass doch mal den Schopi stecken und sprich von Dir oder irgendeinem imaginären Menschen/Avatar.
Soll ich Dich umarmen?
Mach ich jetzt ganz doll, weil Du ein liebenswerter Mensch bist - Punkt.
Ich suche für mich, wo die Lebenslust liegt.
Der Spur gehe ich nach.
Wo Verpflichtung liegt, verstehe ich bereits
Suchst und strebst Du aus Lust oder aus Unlust?
Lust ist die Triebfeder - nix anderes.
Unlust gibt es nicht. Nur „weniger Lust“ oder keine Lust.
Wieder Schopenhauer:
Aus der Nacht der Bewußtlosigkeit zum Leben erwacht findet der Wille sich
als Individuum, in einer end- und gränzenlosen Welt, unter zahllosen
Individuen, alle strebend, leidend, irrend; und wie durch einen bangen
Traum eilt er zurück zur alten Bewußtlosigkeit. – Bis dahin jedoch
sind seine Wünsche gränzenlos, seine Ansprüche unerschöpflich, und
jeder befriedigte Wunsch gebiert einen neuen. Keine auf der Welt mögliche
Befriedigung könnte hinreichen, sein Verlangen zu stillen, seinem Begehren
ein endliches Ziel zu setzen und den bodenlosen Abgrund seines Herzens
auszufüllen. (...)http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-welt-als-wille-und-vorstellung-zweiter-band-7745/47
Tapfer geschwätzt..der hätte mal öfter Knuddeln, Kuscheln und xxxx sollen..
Ich streichele Dich jetzt und umarme dich, drücke Dich wie eben meine Katze. Die hat laut geschnurrt…also war es ok für sie.
Dir gefällt das wahrscheinlich auch als Mensch, egal ob es Dir in Dein Konzept passt oder nicht.
Ich komme mit meinen Kindern verbal häufiger in sehr unangenehme Situationen - Streit.
Sobald wir uns aber umarmen (das blöde „Geistige“ draußen lassen) und drücken stimmt alles wieder.
Liebe Grüße
Silke
...und wer's nie gekonnt der stehle weinend sich aus diesem Bund...
...nein, natürlich nicht...immer wieder neu versuchen...ihr glaubt nicht, was da alles geht. Auch ein Schwerstkrimineller will oft einfach nur bekuschelt werden, das ist schmerzhaft und tränenreich...geht aber ![[[top]]](images/smilies/top.gif)