Aufwachen in Stanford - meisten Zwang im System mache ich mir selbst –oder ich reduziere

Silke, Montag, 31.08.2015, 02:15 (vor 3798 Tagen) @ Hinterbänkler5670 Views
bearbeitet von Silke, Montag, 31.08.2015, 15:28

https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford-Prison-Experiment
Da konnte jeder jederzeit gehen...kann ich im Prinzip auch.

Lieber Hinterbänkler,

ich bin mir zu gut für den Debitismus. Darauf will ich hinaus.

Das ist ein sehr, sehr wichtiger Denkansatz der schon von zig Leuten weltweit gedacht, artikuliert und dann auch in Handeln umgesetzt wurde.

Weißt Du ich bin noch bei der
Situation der
Penner
.

Ja. In diesem Zusammenhang macht Dein Bild vom -sich "einfach" nur Abwenden- auch Sinn.
Es ist kein passives Wegschauen, kein unentschlossenes Abwarten, kein "feiges" Weggehen sondern aktiver Widerstand, aktive Verweigerung der Mittäterschaft gegen das strukturell gewalttätige System - soweit ich es irgend kann.

Es ist die Verweigerung der Beteiligung an der eigenen Vergewaltigung trotz erzwungener Teilnahme und gleichzeitigen süßlichen Versprechungen wenn ich sage: Du hast die Macht. Aber ich habe nicht die Angst dazu. Du kannst nur meine Körper ficken - nicht Liebe mit mir als Mensch machen! Kein Zittern, kein Beben, kein Orgasmus. Verschwinde, wenn Du fertig bist, ich bin mental sowieso nicht dabei, Du widerst mich an!
Was mache ich mit den Geldscheinen, die mir danach aufs Bett gelegt werden? Sammeln und auf eine Pistole sparen, oder auf ein Ticket nach irgendwo oder investieren in systemzersetzende Aktivitäten?
Spätestens bei @Zandow wird sehr bitter für ihn klar, dass es unterschiedliche Schuhe sind, etwas zu besprechen oder etwas durchleben zu müssen. Kommen hier bei mir Heidenauer Verhältnisse werde ich auch einen anderen Ort aufsuchen, da ich als Einzelperson bzw. kleine Familie gegen den Mob der Gutmeinenden, der beschädigten Schädiger, der sog. Nazis und der diese bekämpfenden Antifa ohne nennenswerten Einfluss sein werde. Bis dahin heißt es weiter:
Worte und Gedanken sortieren, Ordnung zwischen den Ohren bekommen, Andere darüber in Kenntnis setzen was ich wie und warum mache (nicht missionieren, nicht überzeugen - nur sagen) und das Sabotieren des Systems nicht vergessen + Ausschau nach Nischen halten und das Einwanderungstreiben aufmerksam beobachten.

Der von Dir richtig formulierte Zwang durch die OG (meinst Du damit die
Organisierte Gewalt?)

ja, Ashitaka definiert "Machthalter", Zara "oG", Du "Pyramide"

wird nur durch unser
anerzogenes/verinnerlichtes/sozialisiertes Bedürfnis nach 'Verpflichtung'
zur staatstragenden Funktion.

Ja, ich trage mit, so wenig wie irgend geht, aber ja.
Sich von besitznehmendem Besitz zu lösen geht nicht so schnell, aber es geht.
Sich von fesselnden Verstrickungen zu lösen setzt Erkennen voraus - geht auch.
Wissen zu erlangen – dazu fühle ich mich mir gegenüber verpflichtet.
An Netzwerken stricken und dabei Eigenschädigung minimieren bleibt wichtig.

Meine Formel diesbezüglich: Wir alle
wollen Staat.
Besser und provokativer wäre vielleicht sogar: Wir
alle wollen Organisierte Gewalt.

Mehr oder weniger, solange wir uns nicht nummernlos auf staatsfreies Gebiet begeben.

Mit der Eigenschaft der Unfolgsamkeit
z. B. von Pennern oder Aborigines ist halt kein Staat zu machen.

Je weniger mich an einem Ort hält und je weniger Familienmitglieder ich bin, desto besser sind die Chancen, mit Unfolgsamkeit durchzukommen.

Damit es 'zum System' wird, braucht es beide Seiten: Täter und Opfer.
Unser Anteil ist die Opferhaltung in Form von Verpflichtung.

Wir werden verpflichtet.
Das könnten wir ablehnen.
Dann muss die Drohung der Sanktion ausgehalten werden oder ein Ausweichen parat liegen. Vielleicht war die Sanktionsstory auch nur eine gar nicht durchsetzbare Drohung? Ich kann auch die Verrückte spielen. Da ist die Unterdrückerei zu unattraktiv wegen schlechter Kosten-Nutzen-Relation. Ich kann auch die Urschuldbedienung ablehnen oder mich „jagend/ sammelnd“ und schnorrend oder gar kleinkriminell durch die Überflussgesellschaft schlängeln.
Ich kann noch einmal Studentenzeiten aufleben lassen mit WG und lockeren Ansichten von Rechten und Pflichten der Beteiligten - das war teils schon Penner-like.
Damit ändere ich das System zwar nicht von heute auf morgen bleibe aber im Training wenn ich weniger Zwang+Schutz und damit mehr Freiheit+Eigenverantwortung für + und - erreichen möchte.

Ist es so vielleicht besser:
"Debitismus ist Denken und Handeln in Kategorien von Versprechen und
Verpflichtung."

Das weiß ich nicht.
„Denken und Handeln in Kategorien von Versprechen und Verpflichtung“ passt imho eher zu segmentären Gesellschaften, Kommunen, Genossenschaften, Kietz-Penner oder ähnlichen zwangsarmen Zusammenschlüssen.

Vielleicht können noch andere Foristen Ideen anbieten?

Gutes Nächtle
Liebe Grüße
Silke


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