Das war bei "uns" auch so! Das "Zugpferd" war immer ich!
Es kann sich also nur um
emotionale Gründe handeln. Dahingehend finde ich es übrigens erstaunlich,
dass in meinem Bekanntenkreis alle geplanten(!) Kinder nicht ohne
zusätzliche Einbeziehung einer Kinderwunschklinik zustande gekommen sind.
Auch wir sind dorthin und ich betone nochmals: das Zugpferd war die Frau.
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Hmm, ich habe meine 4 jüngeren Geschwister mit "aufziehen" müssen, weil meine Mutter so viel krank war. Als ich dann 20 war, waren die endlich aus den "Windeln" und ich hatte die Nase restlos voll von Säuglingen. Ich denke, wenn ich mit Anfang 20 ein Kind bekommen hätte, dann hätte ich mich emotional "aufhängen" können. Lernen, Studium und ENDLICH die Freiheit genießen, tun was ICH will, waren meine Prioritäten. Geheiratet habe ich, weil ich eine Familie wollte. Drei Kinder habe ich mir vorgestellt. Der Kinderwunsch war nie eine Frage in unserer gesamten Familie (5 Kinder). Es kam anders. Die Kinder kamen nicht! Vielleicht habe ich zu viel gearbeitet, vielleicht war mein Mann das stoppende Element. Wer weiß das schon. Ich stürzte mich in die Arbeit und habe gelitten wie ein Hund. Dann erkundigte ich mich nach einer Adoption in Deutschland, nur um zu hören, dass wir die Altersgrenze überschritten hätten. Mit der Zeit beruhigte ich mich und gab meinen Kinderwunsch auf. Ich war unabhängig und plante mit meinem Mann ein Leben in südlichen Gefilden. Nur noch das tun, was wir an Projekten schon immer gerne verwirklicht hätten. Zu der Zeit war Design unser gemeinsames Thema. Wir freuten uns und machten Pläne und dann kam ganz unerwartet der Zufall ins Spiel. Eine Bekannte adoptierte aus Asien ein älteres Kind (7-9 Jahre). Ich war hingerissen. Aber ich wollte NICHT mehr adoptieren! Die Bekannte hatte das Waisenhaus besucht und dabei sehr viel fotografiert. Sie zeigte mir die die Fotos. Ich schaute die Fotos an und dann sah ich sie! Ich sah dieses Kind, das in tiefer Trauer ernst in die Kamera schaute. Durch mich ging ein Ruck. Ich wußte plötzlich: DAS ist meine Tochter! Dann machte ich mich daran, sie nach Deutschland zu holen. Es hat vier Jahre gedauert. Jeder hielt mich für verrückt. Das Jugendamt meinte, es sei verantwortungslos, weil ich doch "sterben" könne.Sie gaben nach, als ich die Gesetze des Adoptionslandes vorlegen konnte. Meine Schwestern und ihre Männer bürgten für uns, denn sie waren jünger. Meinen Mann konnte ich erst überzeugen, als ich bereit war, mich von ihm zu trennen. Ich habe ihm das nie gesagt, aber er hat es gespürt. Leider zerbrach unsere Ehe an dieser Adoption. Das kommt nicht selten vor! Die Adoption eines älteren Kindes aus einer völlig anderen Kultur ist schwierig und erfordert viel Engagement, Toleranz und Lebenszeit. Über den Stress, dem man zu Zeiten ausgesetzt ist, kann man inzwischen in einigen wenigen einschlägigen Publikationen nachlesen. Ältere Kinder werden äußerst brutal als "Adoptionsschrott" bezeichnet. Ich habe mich sehr intensiv mit der gesamten Thematik beschäftigt, bevor ich die Entscheidung traf. Ich wußte, was auf mich zukommen könnte und habe es trotzdem gewagt. Es war Liebe. Diese Liebe erfüllt mich noch heute, wenn ich das Mädchen sehe. Es ist Liebe, die bleibt, auch wenn man dazwischen durdch Himmel und Hölle gehen mußte. Meine Tochter ist jetzt 22 Jahre. Ich bin nicht gestorben
), sondern habe sie durch (hoffentlich) ihre schlimmsten Zeiten begleiten können. Meinen Mann habe ich seit Jahren nicht gesprochen, obwohl wir noch verheiratet sind. "Wir" sind gegangen, weil unser "gemeinsames" Leben unerträglich wurde und nur noch Streit hervorbrachte. Ich trauere um diese Beziehung, aber ich würde wieder so handeln!
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