Du bist eben ein Kind Deiner Zeit

re-aktionaer, Donnerstag, 11.02.2016, 14:24 (vor 3649 Tagen) @ Blue8379 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 11.02.2016, 14:38

Nicht mehr, nicht weniger.
Vorwurf kann man daraus keinen machen. Sollte man nicht.
Jedoch:
1.Man sollte die daraus resultierende Ungerechtigkeit korrigieren.
Warum z.B. sollen sich einmal meine Kinder mit Dir an einen Generationenvertrag halten? Du magst zwar Geld in die Rentenkasse eingezahlt haben - das war aber nur die halbe Miete (sozusagen die Schuldtilgung gegenüber Deinen Erzeugern) - die andere Hälfte hast Du bewusst verweigert.
In der Zeit, in der andere Frauen keine Zahlungen in die Kasse machen konnten, weil sie künftige Einzahler produzierten, konnten sie keine Ansprüche erwerben etc... also auch noch doppelt ungerecht.
Hier wird irgendwann der Hebel anzusetzen sein. Nix Kind, nix Altengeld oder nur marginale Altersversorgung. Ich würde sogar noch weiter gehen und die Pensionshöhe der Eltern an die Beitragshöhe der Kinder indexieren (Stichwort Hartz IV).

2. Das Leben als "Emanzipierte, selbstbestimmte Frau" ist den meisten Frauen die ich kenne insgeheim ein Gräuel. Bis auf ganz wenige (zu denen Du vielleicht zählen magst) sind Frauen heilfroh, wenn man ihnen unangenehme Entscheidungen abnimmt, Streitigkeiten für sie ausficht und ihnen generell kompetitive Situationen erspart. Darüber hinaus ist nach wie vor ein pralles Konto erotischer als Brusthaare und ein Mann der kein Standing in der Gesellschaft hat wirkt in der Regel absolut unattraktiv als ernst zu nehmender Partner. (Weil eben im Hintergrund noch immer der Versorgergedanke mitschwingt)
Auch bei Dir klingt der Wunsch nach einem Mann durch, der als stabilisierender Konterpart da sein soll. Und der nie da war. Warum nur? Ganz einfach: Weil kein Mann, der Verantwortung übernehmen soll, daran interessiert ist, gleichzeitig nicht das Steuer in der Hand zu haben. So simpel ist das.
Daher bist Du immer an Spielgefährten geraten und eben nicht an Männer. Diesen Spielgefährten aber sind derlei Dinge eher gleichgültig, weil sie eine Beziehung nicht als Schiff ansehen, dass sie zu steuern gedenken, sondern eher als einen Hop on hop off Bus, mit dem es temporär lustig ist rumzufahren. Konflikte werden da auch ab einer gewissen Intensität nicht mehr ausgetragen, sondern der Fickvertrag gekündigt. Womit wir beim nächsten Punkt wären....

3.Bis das der Tod euch scheidet. Oder - TINA. Ich beobachte meinen Bekanntenkreis diesbezüglich schon relativ lange und habe, was Beziehungen betrifft ein paar Muster erkannt:
Je öfter Leute Beziehungen wechseln, desto geringer die Chance, dass es einmal lange klappt. Ich denke, das hängt mit der Erfahrung der Austauschbarkeit zusammen. Man ist nach dem Xten mal nicht mehr bereit Energien in eine Beziehung zu investieren. Ein gutes Rezept zum Scheitern einer Beziehung ist auch die Umkehrung der Machtverhältnisse. In der Regel werden Frauen, die intelligenter und sozial besser gestellt sind als ihre Männer, diesen sehr schnell überdrüssig, wohingegen die umgekehrte Situation kaum einen Mann stört.
Wie also nun richtig?
Von der stabilisierenden Wirkung ökonomischer Abhängigkeit brauchen wir hier gar nicht reden und auch kulturelle Gepflogenheiten wie "Ehevertrag" oder "Ehrenmord" erzeugen hier eine TINA Situation, die auf Beziehungen sehr sehr stabilisierend wirkt.
Interessanterweise halten Beziehungen, die jung oder aber auch zwischen Mauerblümchen geschlossen werden lange - offenbar weil sich beide denken TINA.
Ich maße mir nicht an hier zu Urteilen, was richtig ist. Wenn es aber um Kinderproduktion geht, ist natürlich das Zurückstecken der persönlichen Ansprüche - sowohl an sich, wie auch an den Partner geboten. Dazu ist man in einer TINA Situation eher bereit, als wenn man die Möglichkeit hat, dies zu vermeiden.

4. Dressur vs. Anlage. Ehrlich gesagt nehme ich Dir Deine geostrategischen Überlegungen bei der Reproduktionsverweigerung nicht wirklich ab. Ist es nicht eher so, dass es eben lief, wie es gelaufen ist? In der Regel sind wir zur Reproduktion veranlagt und wahrscheinlich auch zur Monogamie im Zeitraum der Brutpflege.
Nun haben wir seit bald 40 Jahren ein medial soziales Trommelfeuer, welches mehr oder weniger Subtil diese inneren Instinkte für falsch erklärt. "Heimchen am Herd" oder "Familientyrann", die "Enge der Familie" - ich kenne da unendlich viele Meme, die uns eingetrichtert wurden - speziell den Frauen, speziell durch eine Feminismusbewegung deren Vertreterinnen zumeist selbst durch infertilität glänzen. Diese Konditionierung zur Geburtenverweigerung kollidiert heute in vielen Menschen mit den angeborenen Instinkten. Ich kann mir gut vorstellen, dass da ab einem bestimmten Zeitpunkt eine unbestimmte Sehnsucht hochkommt in Menschen die keine Kinder haben, ein Gefühl, dass etwas fehlt. Vielleicht wird auch hier die Benennung des Faktes an sich nun bereits als feindseliger Akt, als Vorwurf ad Personam empfunden, weil es an genau diesem Wunden Punkt rührt. Getroffene Hunde eben...

5.An der gesellschaftlichen Katastrophe sind weder die kinderlosen Frauen, noch die verantwortungslosen Männer schuld. Es ist die Schuld einer grundfalschen Ideologie, die man am besten mit Kulturmarxismus umschreiben kann und deren Vertreter umso agressiver auftreten, je offensichtlicher es wird, dass ihre Ideologie gescheitert ist.
Ich habe schon vor 20 Jahren Feministinnen darauf hingewiesen, dass ihre Selbstbestimmung mit dem Import unterdrückter türkischer Uteri erkauft wird. Damals wurde ich nicht verstanden oder war der böse Nazi. Nun ja. Der Deal scheitert jetzt eben in vielerlei Hinsicht.

6. Die weltweite Demographische Katastrophe ist aber in Wahrheit weniger der Frage der Quantitäten geschuldet sondern vielmehr der Qualitäten. WER vermehrt sich. Aber da sind wir schon wieder im nächsten ethischen Minenfeld und da halt ich jetzt besser die Klappe... bis in 20 Jahren, vielleicht.


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