Im Gegensatz zur Natur kennt der Mensch Gründe...
...und das macht die Sache mit dem Kinderkriegen und -aufziehen eben doch etwas subtiler, als es sich Oswald Spengler ausgemalt hat, lieber Taurec.
Spengler, den ich sehr gründlich studiert habe, hat recht, sofern er das organische und scheinbar schicksalhafte Walten im Lauf der Menschengeschlechter betont. Aber er tappt völlig im Dunklen, was die Polarität des Einzelwesens in Bezug auf seine Gattung angeht. Spengler poltert an dieser Stelle wie ein weltschmerzumflorter Präpotenter.
Statt wie ein Mann zu kämpfen, verkünstelt er seinen Kummer über die Menschen zu einer einsamen, aber völlig sinnlosen Mission gegen Ebbe und Flut.
Sicher möchte er wie jede/r von seinen Mitmenschen verstanden werden, aber es ist nicht hilfreich, wenn einem jemand immer nur erzählt, dass gegen Windmühlen kämpfen sinnlos, alles Sinnvolle aber in dieser Welt unmöglich sei.
Die Sache mit den Kindern ist m.E. in Wahrheit viel widerlicher und einfacher: Es gibt Leute, die kommen mit Ihrer Lebenskraft nicht klar. Und diese Leute verübeln die Lebenskraft allen, die sie lieben und bejahen (siehe u.a. Spenglers(!) Autobioggraphie "Ich beneide alles, was lebt"). Interessanterweise sind gerade die wirtschaftlich Erfolgreichsten oft die innerlich Gebrochenen, und die haben dann als Lebensersatz "Einfluss". Statt innerer Einsicht können sie dann äußere Zwänge für andere aufbauen, nach dem Motto: "Lieber geht die ganze Welt mit mir unter, als dass ich unrecht habe."
Dieser Geist steckt m.E. hinter all diesem elenden "Apokalyptismus", und das gemeinste ist, dass man ihn stärkt, indem man ihn anprangert. Und ja, das kann eine Lust sein. Aber: Es ist in der Tiefe verweigerte Selbsterkenntnis und Bewußtlosigkeit. Es ist tatsächlich die Weigerung, das heiligste im Menschen zu ergreifen, was wir haben: moralische, metaphysische Freiheit!
Wer das ohne Kinder erkennen kann: bestens. Aber alle anderen sollten gebären, dass die Nähte krachen, und diese UNSERE Lebenskraft zu ihrem besten weitergestalten.
Wo ein echter, aufrichtiger Wille ist, da ist auch ein Weg.
nvf33