Frankfurter Schule

Mercury, Freitag, 12.02.2016, 16:14 (vor 3648 Tagen) @ Vanitas6233 Views

Hallo Vanitas,

deiner Abneigung zum Trotze ist die Frankfurter Schule immer wieder einen Blick wert. Sie hat viele Sachen gesagt, die wir im Gelben auch praktizieren:

- Die Idee des "erkenntnisleitenden Interesses", auf Gelb: Schau nach, wem die Forschung / Handlung dient.

- In der "Dialektik der Aufklärung" wird die Aufklärung ziemlich zerpflückt: Begriffe wie "instrumentelle Vernunft" (Ratio statt Herz), Kritik am Monopolkapitalismus

- Totalitarismuskritik / Beschäftiigung mit dem "autoritären Charakter"

- Kritik an der "Versachlichung des Menschen durch Technik"

- Horkheimer verteidigte Papst Pauls Ablehnung der Pille. Ein insgesamt interessantes Interview
, in dem die Abwendung vom Marxismus beschrieben wird, einige grundlegende zivilisationskritische Sachen, einige sehr treffende Voraussagen
Übersicht

- Positivismuskritsch

Es lässt sich einiges gegen die Frankfurter Schule sagen: Vieles ist jedoch sehr spannend. Genderismus geht z.B. sicher nicht auf die FS zurück, im Gegenteil kritisierten sie die "bürgerliche Toleranz", die mit ihrem "ich bin tolerant, aber ...." genau dem Genderschema entspicht: "du darfst sagen, was du willst, aber ....".
Auch die Religionsthemen sind deshalb akzeptabel, weil sie offen ausgesprochen und damit einschätzbar werden, statt sie heimlich einzumogeln. Inhaltlich kann man dann drüber reden.

Mir gefiel sie immer, weil sie die erste Theorie war, die Links und Rechts gleichermaßen in den Blick nahmen und damit Zivilisationskritik möglich machten. Philosophen, die den Mut hatten, ihre Denkrichtung zu ändern.

Vielleicht habe ich ja deine Neugierde geweckt. Und sei es nur, weil "vom Feind lernen heißt, siegen lernen".

Gruß

Mercury

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„Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren." Ivan Illich


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