Der Wahnsinn der Normalität und sein Ende (?)

Liated mi Lefuet, Mittwoch, 20.05.2015, 00:01 (vor 3892 Tagen) @ CalBaer4216 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 20.05.2015, 00:33

Sali Calbear

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[color=darkblue]Kleiner E X K U R S

In den USA seien 20% der Insassen von Gefängnissen Psychopathen, die „nur“ 50% der schweren Gewalttaten verübten. (Laut Stout, das kann ich nicht belegen: Ich hab ihr Buch ausgeliehen). Wer „ruft“ die anderen 50% der schwerer Gewaltdelikte „hervor“?

Das ist natürlich auch Stout aufgefallen. Sie verortet soziale Gründe, die Kinder seelisch schwer(st) schädigen können. Wie bspw. eine lieblose Kindheit ohne Nestwärme,

● die Kinder in einem l a n g s a m verslumenden Gebiet im Laufe von Generationen immer mehr stärker beeinträchtigen (´seelisch verstören´) kann: Ich bezeichne das als „Teufelskreis ohne Teufel“.

● Gleichgültige, "kalte" Eltern, die zwar in Wohlstand leben, aber ihren Kinder keine echte Liebe und Zuwendung schenken.

● etc

Sprich: Soziale Umstände die mit man Arno Gruen`s Buch „Der Wahnsinn der Normalität“ nennen könnte. Demnach „verlernen“ kleine Kinder, umwelt- und / oder sozialbedingt, das Mitgefühl mit sicher selber und andern. Geeignete Therapien könnten das verschüttete Mitgefühl (mit sich und andern) wieder “hervor holen“. Etwas was bei Psychopathen / Sozialpathen (vermutlich?) nicht funktioniertr da sie –so scheint es wenigstens- bereits so veranlagt auf die Welt kommen.

Gruen´s Buch ist mMn zweifellos interessant (und schockierend). Es beschert wahrliche Aha-Erlebnisse. Leider enthält es -1987 geschrieben- auch gravierende Fehler, was bei der Komplexität des Themas nicht verwundert. Bspw. zu den angeblichen Ursachen von Autismus, den Gruen irrtümlicherweise auf „Kühlschrank-Mütter“ zurück führte. Oder (wenn ich mich richtig erinnere) „Kühlschrank-Eltern“, die Gruen für den plötzlichen Kindstod ihres Babys verantwortlich sah. Gruens Buch heißt mit vollem Titel: Der Wahnsinn der Normalität. Realismus als Krankheit, eine Theorie der menschlichen Destruktivität.

Eigentlich versuchte Gruen etwas Atemberaubendes: Eine grundlegende Theorie zur menschlichen Aggression zu entwickeln, nicht unähnlich Erich Fromm´s Buch "Anatomie der menschlichen Destruktivität". Hinweis: Fromm argumentiert größtenteils psychoanaltisch, bestritt aber in diesen Rahmen die Triebtheorie von Sigmund Freund bzw. eine Variante davon von Konrad Lorenz vehement. Gruen dagegen sprengt / verlässt eigentlich dessen Ansatz. Wie bspw. u.a. auch Alice Miller tat, die sich ausdrücklich auf Arno Gruen berufen hatte. Dabei haben sie etwas nicht gesehen, auf das Stout und Hare so drängend und dringend hinweisen: Psychopathen / Soziopathen.

Von solchen Unterschieden sollte sich niemand ver(w)irren lassen. In Wahrheit geht allen hier genannten Autor m.M.n. einzig um *d i e* Frage: Was fördert gedeihliches (`friedliches´) Zusammen-Leben langfristig, was be- und verhindert bzw. verunmöglicht es auf lange Sicht?

Nur etwas haben sie „vergessen“, was der indianische Wissenschaftler, Aktivist und Schriftsteller Jack D. Forbes so schilderte, um auf die „Nebenwirkungen von Geld“ aufmerksam zu machen: <<Forbes ..(.)… hart mit der westlichen Zivilisation ins Gericht. Seiner schonungslosen Analyse zufolge ist die Geschichte der Europäer untrennbar mit der Faszination für das Böse verbunden (..). Dies führe zu einem Mangel an Empathie und in logischer Konsequenz zu Egoismus, Habgier und Gewalt. Der Imperialismus habe diese Charaktereigenschaft weltweit verbreitet, so dass man von der größten Seuche der Menschheit sprechen könne …(.)…bezieht der indianische Professor auf die legalisierten Auswüchse der kapitalistischen Marktwirtschaft, die mit der rücksichtslosen Ausbeutung und Beherrschung von Mensch und Natur in allen nur denkbaren Erscheinungsformen einhergehe.

Forbes stellt demnach die weltweit bestehenden gesellschaftlichen Probleme wie Armut und Obdachlosigkeit, Hunger und Leid sowie die Zerstörung der Umwelt in den Kontext der westlichen Gesellschaftsform, die sich selbst „zivilisiert“ und „kultiviert“, „frei“ und „sozial“ nennt. Tatsächlich würde der Kapitalist jedoch – wenngleich in der Regel nicht direkt, sondern über eine Wirkungskette im System – rücksichtslos das Eigentum, die Gesundheit und das Leben Anderer konsumieren, um gut zu leben, ohne selber viel dafür tun zu müssen. Dies sei alles andere als zivilisiert und eher vergleichbar mit einer entarteten Form des Kannibalismus.>>
E N D E ..E X K U R S[/color]

Je mehr wir als Gesellschaft über Psychopathen wissen, desto mehr
fallen sie durch ihr Handeln auf. Um das zu vermeiden, müssen sie
ihr Leben lang „so tun,als ob“ und sich _t_a_t_sächlich wie „gute´´
Menschen verhalten. Sie stünden unter sozialer Kontrolle von allen.


Es faengt mit dem oeffentlichen Bewusstsein an. Ein Mensch, der schon als
Sklave geboren wird, dem ist die Faehigkeit genommen worden, den Umgang
seines Herren mit ihm als ungerecht zu bewerten. Ein Sklave nimmt es hin,
weil ihm gar nicht bewusst wird, wie ihm geschieht. Genauso werden wir
heute von Psychopathen regiert, ohne dass es uns bewusst wird, weil uns
einfach die Faehigkeit genommen worden ist, dies zu erkennen. Wir koennen
uns zwar heute sehr gut bilden und austauschen, aber es wird alles
beeinflusst ueber die Medien als auch die Bildungs- und
Forschungseinrichtungen und damit auch gesellschaftlich akzeptierte Normen
als auch Zwaenge (z.B. man muss die Demütigungen seines Chefs hinnehmen, um
die Familie ernaehren zu koennen). Die soziale Kontrolle kann vielleicht
mit dem "vernetzten Stamm" wieder hergestellt werden, weil das
"Crowd Wisdom" die zentrale Einweg-Beinflussung durch
die sog. Eliten immer weiter verdraengt.

Ja, crowd wisdom (´die Weisheit der Vielen´) . Du wirst mich für verrückt(?) halten: Ich persönlich könnte ich mir sogar vorstellen, die Weisheit der Vielen könnte der heutigen „Geldmengenpolitik“ eines Tages sogar den Garaus machen, die wir leider den Eliten und ihren Vasallen schon zu lange überlassen haben. Aber das geht m.E. jetzt noch nicht. Es fehlt(e) an Bildung im Volk –weltweit. Ich glaube nicht, dass Hitler seinen Krieg hätte anzetteln können, wäre das deutsche Volk monetär ausgebildet gewesen: Nämlich in der wirklich simplen monetären Saldenmechanik des Krieges und in dem Clearing-Know-how, das schon das NS-Regime (mit „gütiger“ Mithilfe der SNB & der Schweizer Regierung) zu missbrauchen wusste. . Das alles könnte / müsste man schon Kindern in Schule beibringen. Dann wären jene Chefs bald am Ende, die Angestellte demütigen wollen.

Freundlicher Gruß
Liated


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