Ich halte es im Kern für ein Wohlstandsproblem in einer Lohnarbeitergesellschaft

Phoenix5, Montag, 04.05.2015, 19:25 (vor 3908 Tagen) @ Mephistopheles6395 Views

Hi Mephistopheles,

was bringt jemanden mehr Eigentum, wenn er es dann nicht für Kredite beleiht? Der Debitismus verlangt nach unaufhörlichem Wachstum. Ich frage mich aber, wo das herkommen soll. Noch bessere Smartphones? Noch teurere Autos? Ein Zweithaus? Die Gesellschaft ist gesättigt. Wären wir noch bäuerlich-handwerklich strukturiert, würden wir noch um bessere Maschinen, Land, etc. konkurrieren und dementsprechend wachsen. Aber solche Kleinstrukturen frisst der Debitismus gnadenlos auf und beraubt sich damit seiner eigenen Basis.

In der Lohnarbeitergesellschaft befinden wir uns aber am obersten Ende der Bedürfnispyramide - da wird bestenfalls noch aus Prestigegründen nach dem Mehr verlangt. Der Trend, den ich im Bekanntenkreis sehe, ist, dass man sich mehr und mehr eher den kleineren Dingen des Lebens erfreut. Ja, ein bisschen Urlaub da, ein bisschen Wellness dort, aber ansonsten ist die Zeit des Konsumrausches eher vorbei und das liegt meiner Meinung nach nicht vordergründig an Eigentumsmangel oder Lohnkürzungen. Wer heute in der Mittelschicht Eigentum vererbt bekommt, das er nicht braucht, der verkauft es, aber er beleiht es nicht für größere Anschaffungen.

Beste Grüße
Phoenix5


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