@Mephistopheles ..das macht der Staat (die Herrschaft) schon immer so.

SUCRAM, VLC, España, Dienstag, 05.05.2015, 11:22 (vor 3907 Tagen) @ Mephistopheles4772 Views

Heutzutage ist es üblich, dass der Eigentümer sein Eigentum nicht selbst
bewirtschaftet, sondern die Nutzungsrechte an den Besitzer übergibt.

Machen die Herrscher über Grund, Boden, Recht und Volk schon immer so: Obereigentümer (König, Staat etc..setze ein was Du willst) kreiert und zediert Eigentumsrechte an Untereigentümer (fälschlicherweise Eigentümer genannt..eigentlich sind sie nur die Besitzer mit den stärksten Rechten..unter anderem dem wichtigsten aller Rechte, sich in sein Besitz (Eigentum) verschulden zu können, was die Sub-Besitzer in der Kette nicht mehr können. Erst dadurch bekommt Besitz den Eigentumscharakter.)

Wie Du richtig erwähnst: Akkumulation von Eigentum bei immer weniger Eigentümern. Daher auch unmöglich und sinnlos für den Einzelnen Eigentümer, sein gesamtes Eigentum nutzbringend (profitabel) selbst zu bewirtschaften. Geht Richtung Feudalismus.

Und selbst dann, wenn der Besitzer den ursprünglichen Kaufpreis bereits
mehrfach bezahlt hat, so hat er doch keinerlei Eigentumsrechte an
dem von ihm bewirtschafteten Objekt erworben.

Eigentumsrecht geht durch Rechtsakt über, man erwirbt es nicht allein dadurch, weil man Geld an den Eigentümer zahlt (was natürlich ein Teil des Rechtsaktes sein kann).

Das führt dazu, dass sich das Eigentum in immer weniger Händen
konzentriert, diese Hände immer weiter anonymisiert werden, und die
Eigentumsgesellschaft letztlich ihre soziale Basis verliert.

Anonymisiert? Soziale Basis? Die Konzepte verstehe ich in dem Zusammenhang nicht. Was hat das mit dem von Dir nachfolgend beschriebenen Problem zu tun?

Ich halte dies für das zentrale Problem unseres Wirtschaftsystems: Nicht,
dass es eine Eigentumsbasierte Gesellschaft ist, sondern dass dieser
Gesellschaft die Eigentümer abhanden kommen.

Das ist ganz sicher eines der vielen (systemimmanenten?) Probleme, die es diesem schwer mache richtig zu funktionieren. Denn wir wissen ja, dass nur Eigentum Nachschuldner produzieren kann, sonst muss der Staat einspringen, als Ober-Eigentümer alles Eigentums, wie er das ja auch derzeit fleißig weltweit praktiziert.

Dieses Problem wird auch hier im Forum seltenst akzentuiert.
Deswgen habe ich einen eigenen Thread eröffnet, um mal eine Diskussion
darüber anzustoßen.

Wird in letzter Zeit selten hier besprochen...da kümmert man sich lieber um Nachtwölfe und Ost-West-Kurvenspiele. Und die Wirrköpfe wirst Du nicht mehr zur inneren Einkehr überzeugen. (Siehe diesen Diskussionsfaden.)

Aber es kann auch daran liegen, dass die Köpfe, die da was fruchtbares einbringen könnten, schon weiter sind. Es wurde über Jahre hier ausgiebig besprochen und durchdiskutiert. Ich denke, die Sache, so wie Du sie siehst ist klar und eines der vielen Grundprobleme der heutigen und zukünftigen Entwicklung - für die, die sich mit vollem Selbstverständnis als Teil dieses System sehen und es "leben".

Es gibt aber doch einige, und es werden immer mehr, die anfangen, sich wenigstens im Kopf davon zu befreien oder gar diese Befreiung bereits in Ansätzen leben oder es zumindest versuchen. Für die spielen diese Begriffe wie Eigentum, Besitz, Akkumulation usw. nur noch dahingehend eine Rolle, das System, von dem sie sich lossagen, zu beobachten und zu beschreiben, wenn sie denn Muse dazu haben. Sie machen sich aber diese "Probleme" nicht mehr zu eigen.

Gruß Mephistopheles

Gruss Sucram


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