Weshalb wird der Eigentumserwerb deiner Meinung nach erschwert?
Hallo Mephistopheles,
Heutzutage ist es üblich, dass der Eigentümer sein Eigentum nicht selbst
bewirtschaftet, sondern die Nutzungsrechte an den Besitzer übergibt.
Das war schon immer üblich. In den Anfängen gab es fast ausschließlich Nutzungsrechte für Anbau-/Weideflächen zwecks Produktion = Abgabenleistung und Subsistenz (tote Untertanen nützen nichts).
Und selbst dann, wenn der Besitzer den ursprünglichen Kaufpreis bereits
mehrfach bezahlt hat, so hat er doch keinerlei Eigentumsrechte an
dem von ihm bewirtschafteten Objekt erworben.
Was begründet diese Annahme, die ich bestens nachvollziehen kann?
Das führt dazu, dass sich das Eigentum in immer weniger Händen
konzentriert, diese Hände immer weiter anonymisiert werden, und die
Eigentumsgesellschaft letztlich ihre soziale Basis verliert.
Aber was genau führt dazu? Du schreibst davon, dass Nutzungsrechte heute üblich sind, dass es wohl zunehmend Besitzer gibt, die kein Eigentum erwerben. Was genau führt uns diesbezüglich - anscheinend - zu den Anfängen zurück?
Ich halte dies für das zentrale Problem unseres Wirtschaftsystems: Nicht,
dass es eine Eigentumsbasierte Gesellschaft ist, sondern dass dieser
Gesellschaft die Eigentümer abhanden kommen.
Weshalb wird der Eigentumserwerb für immer mehr Personen erschwert?
1. Weil schlecht gewirtschaftet wird?
2. Weil sich Eigentumsrechte des Klimawandels wegen in Luft auflösen?
3. Weil sich sämtliche Eigentumsrechte auf kleiner werdende Personengruppen konzentriert?
Nein, das alles sind nur Beobachtungen im Augenblick bzw. nicht auf alle Haushalte und Unternehmen zutreffende Beobachtungen.
Die wichtigste Frage lautet:
Wie kommt es systematisch betrachtet (meint nicht das technische = juristische Klimbim) überhaupt zum Erwerb des Eigentums? Wie erwirbt man z.B. Immobilien, Mobilien, Wertpapiere?
Was ist die systemische Voraussetzung dafür, dass Eigentum (Definition Wikipedia: Die umfassendste Sachherrschaft, welche die Rechtsordnung an einer Sache zulässt @asur) von Personen überhaupt erworben werden kann?
Herzlichst,
Ashitaka
#Hinweis: Das Eigentumsrecht als solches ist nicht das Problem. Davon gibt es heute mehr denn je (Schau dir z.B. den Absatz von Sony für die kinderlosen Daddeldeppen auf lila Wölkchen daherschwebend an). Oder schau dir den Apfelabsatz an. Angebissene Äpfel, statt VW und Immobilie. Oder den Absatz von schwarzen Brillengestellen für die unrasierten Hipster. Egal was man so beobachtet und davon hält, deine Beobachtung geht in Wahrheit sicherlich dahin, dass du die sich auf Personen(gruppen) ausbreitenden "werthaltigen" Eigentumsrechte an Sachen vermisst. Die systemtische Antwort kann also nur gefunden werden, wenn auch geklärt ist, wie das System Vermögenswerte entstehen lässt, wie Vermögenswerte systematisch gesehen, für breiter werdende Personengruppen steigen können.
Lösen wir die Frage deshalb systematisch (über den einzelnen Akteur hinaus blickend), nicht technisch (kurzsichtig).
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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.