Lego Techniker vs. Systembetrachter

Ashitaka, Dienstag, 05.05.2015, 12:05 (vor 3906 Tagen) @ Mephistopheles4781 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 05.05.2015, 12:41

Hallo Mephistopheles,

Noch vor 50 Jahren wurden die landwirtschaftlichen Nutzflächen von den
Eigentümern bewirtschaftet, der Wirtschafter (mit Familie) und der
Eigentümer waren identisch.
Ein Pachtvertrag läuft 10, 20, 30 Jahre. So lange hält der Boden allemal
durch.

Ich deutete nur auf die Anfänge der Zentralinstanzen hin, nicht auf die letzten 10, 20, 30, 50 Jahre ihrer Entwicklung. In den Geburtsstunden der Zentralmachten (siehe Mesop.) wurden den Untertanen ausschließlich Nutzungsrechte eingeräumt, mieteten sich die Abgabepflichtigen die Anbauflächen und hielten kein Eigentum an solchen. Solche Rechte entwickelten sich erst später.

Was für ein Interesse hätte ein Pächter daran, für nachhltige
Bodengesundheit und den Aufbau einer Humusschicht zu sorgen, wenn sein
Pachtvertrag bald endet?

Keine Ahnung was das mit der Diskussion zu tun hat. Kannst du das genauer erklären?

Und selbst dann, wenn der Besitzer den ursprünglichen Kaufpreis bereits
mehrfach bezahlt hat, so hat er doch keinerlei Eigentumsrechte an
dem von ihm bewirtschafteten Objekt erworben.


Was begründet diese Annahme, die ich bestens nachvollziehen kann?


Die bestehenden Gesetze.

Ich hatte es so verstanden, dass du auf die Entwicklung der Verteilung von Eigentumsrechten auf immer kleiner werdende Personengruppen hindeuten wolltest, dass du auch annimmst, die Verteilung entwickle sich in eine falsche Richtung. Ist das so? Diese Annahme begründet kein Gesetz.

Das führt dazu, dass sich das Eigentum in immer weniger Händen
konzentriert, diese Hände immer weiter anonymisiert werden, und die
Eigentumsgesellschaft letztlich ihre soziale Basis verliert.


Aber was genau führt dazu? Du schreibst davon, dass Nutzungsrechte heute
üblich sind, dass es wohl zunehmend Besitzer gibt, die kein Eigentum
erwerben. Was genau führt uns diesbezüglich - anscheinend - zu den
Anfängen zurück?


Zahlung ohne Eigentumsrechte.
Kein Mieter, Pächter oder Lohnarbeiter erwirbt Eigentumsrechte.

Aber warum beobachten wir dies vermehrt? Weshalb weiten sich immer weniger werthaltige (d.h. vermögende) Eigentumsrechte an Sachen auf Personen(gruppen) aus? Weshalb konzentrieren sich die werthaltigen Eigentumsrechte auf immer kleiner werdende Personengruppen? Nicht wegen der Gesetze. Jeder kann Eigentum technisch (Von der Verpflichtung bis zur Einigung & Übergabe) erwerben. Azur kann dir zu allen erdenklichen juristischen Werkzeugen Wikipedia anbieten, er wird dir auch bei Bedarf die Gesamtheit des objektiven Rechts in seinen Anwendungsbereichen als Rechtssystem auftischen. So als wäre die Anwendung des Rechts bereits deshalb begründet und für jede Person gewährleistet, weil es die Anwendungsbereiche gibt.

Das ( nicht azur) macht aber den Bogen um die systematischen Zusammenhänge (warum kommt es überhaupt zur Anwendung?) und deren Entwicklungen. Warum klappt es systematisch bei immer weniger Personen(gruppen)? Aufgrund der technischen (rechtlichen) Systeme / Werkzeuge könnten sie doch alle werthaltige Eigentumsrechte erwerben? Warum nehmen die Nutzungsrechte zu, mieten sich immer mehr Personen ihre "3 Zimmer Küche Bad"?

Ich geh mal einen Schritt näher zur Antwort: Was braucht es, damit vermögende Eigentumsrechte von Personen überhaupt gehalten werden können? Warum kann ich ein 600 TEUR Ferienhaus in Italien mein Eigentum nennen, trotzdessen, dass ich nur Taschengeld im Vergleich dazu mtl. zur Verfügung habe?

Grüße dich un den Herrn "Eigentum an Forderungen" recht herzlich,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.


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