"schon immer" war vor 100, ja noch vor 50 Jahren ganz anders als heute
Hallo Mephistopheles,
Heutzutage ist es üblich, dass der Eigentümer sein Eigentum nicht
selbst
bewirtschaftet, sondern die Nutzungsrechte an den Besitzer übergibt.
Das war schon immer üblich. In den Anfängen gab es fast ausschließlich
Nutzungsrechte für Anbau-/Weideflächen zwecks Produktion =
Abgabenleistung und Subsistenz (tote Untertanen nützen nichts).
Noch vor 50 Jahren wurden die landwirtschaftlichen Nutzflächen von den Eigentümern bewirtschaftet, der Wirtschafter (mit Familie) und der Eigentümer waren identisch.
Ein Pachtvertrag läuft 10, 20, 30 Jahre. So lange hält der Boden allemal durch.
Was für ein Interesse hätte ein Pächter daran, für nachhaltige Bodengesundheit und den Aufbau einer Humusschicht zu sorgen, wenn sein Pachtvertrag bald endet?
Und selbst dann, wenn der Besitzer den ursprünglichen Kaufpreis
bereits
mehrfach bezahlt hat, so hat er doch keinerlei Eigentumsrechte
an
dem von ihm bewirtschafteten Objekt erworben.
Was begründet diese Annahme, die ich bestens nachvollziehen kann?
Die bestehenden Gesetze.
Das führt dazu, dass sich das Eigentum in immer weniger Händen
konzentriert, diese Hände immer weiter anonymisiert werden, und die
Eigentumsgesellschaft letztlich ihre soziale Basis verliert.
Aber was genau führt dazu? Du schreibst davon, dass Nutzungsrechte heute
üblich sind, dass es wohl zunehmend Besitzer gibt, die kein Eigentum
erwerben. Was genau führt uns diesbezüglich - anscheinend - zu den
Anfängen zurück?
Zahlung ohne Eigentumsrechte.
Kein Mieter, Pächter oder Lohnarbeiter erwirbt Eigentumsrechte.
Ich halte dies für das zentrale Problem unseres Wirtschaftsystems:
Gruß Mephistopheles
--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc