Hab’ mir was ausgedacht

KK, Mittwoch, 23.03.2016, 13:52 (vor 3612 Tagen) @ azur3217 Views

Hallo lieber virtueller Jurist azur,


Hallo tatsächlicher Laie KK!

Hallo lieber azur,

vielen Dank dafür, daß Du mich mit Deiner Antwort noch mal richtig aufgerüttelt hast.

Man kann sich ja manches ausdenken, weil einem das aus dem, was man bisher
so begriff und meint begriffen zu haben (Goehte: "Du bist der Geist, den du
begreifst..."), irgendwie einleuchtet. Oder eben gründlich nachlesen.

Richtig, aber auch das gründlich Nachgelesene muß einleuchten, sonst findet es keinen Eingang in das eigene Weltbild. Denn auch das Nachgelesene ist nur das Weltbild eines anderen, entstanden aus Nachlesen und als einleuchtend adaptiert.

Außer man hat die Quelle der absoluten Wahrheit gefunden, in der man nachlesen kann.[[top]]

Bedaure das sagen zu müssen: KKs These von einem erst entstandenem
öffentlichen Recht ist schlicht absolut abwegig.

Jein, der Fehler liegt vielleicht nicht in der These an sich, sondern in der von mir falsch genutzten Begriffe.

Man kann aber auch als Laie auch die Einführungen für Laien von Prof.
Uwe Wesel lesen. Darin wird klar beschrieben, wie woanders (bzw. später
bzw. heute) rechtserhebliche, soziale Interaktion, in vorrechtlichen
Gesellschaften stattfinden.

Ja, das ist zweifelsfrei hilfreich für einen Laien wie ich es leider einer bin.

Auch ohne Eigentum gibt es das Eigene. Auch
ohne Privatrecht gibt es verbindliche Vereinbarungen, unter anderem beim
Tausch darüber, dass getauschte Dinge bei ihren neuen Eignern verbleiben
usw. Wir Schadensersatz geleistet wird usw. Darin waren Menschen schon
geübt, ehe es Herrscher mit stetigem Repressionsapparat gab.

Und hier geht es los: Es geht um den Unterschied zwischen Recht und Gesetz.

Recht:
Es entsteht freiwillig in einer Gemeinschaft, die Individuen geben sich dieses Recht selbst durch Vereinbarung oder freiwillige Unterwerfung.
Das Recht entsteht und besteht im Interesse der Angehörigen der Gemeinschaft und der Ordnung ihres Zusammenlebens; es findet eine echte Mitwirkung des Einzelnen bei der Schaffung und Ausübung des Rechts statt. Jeder ist ohne Ansehen seiner Person oder seiner Funktion in der Gemeinschaft dem Recht unterworfen. Recht ordnet das Zusammenleben, es hat die Funktion von Frieden, Ordnung, Integration und Freiheit.
Die Grundlage von Recht ist Moral. Der Zweck des Rechts ist das friedliche Zusammenleben der Individuen.

Der diametrale Gegensatz zum Recht ist das Gesetz:

Gesetz: Es entsteht nicht freiwillig, sondern willkürlich nach Interessenlage durch staatliche Machtausübung, Gewalt und Zwang; es wird von oben aufgezwungen. Gesetze entstehen und bestehen im Interesse der Machterhaltung und Machtsicherung des Staates und der Förderung seiner Günstlinge. Eine wirkliche Mitwirkung des Einzelnen bei der Schaffung und Anwendung der Gesetze findet nicht statt, nur eine täuschende Schein-Mitwirkung.

Gesetzen ist eine starke freiheitseinschränkende Funktion zu eigen, sie entziehen die natürlichen Freiheiten des Einzelnen am eigenen Körper und Eigentum zum Zwecke der Erlangung von Vorteilen für Bürokratie und Günstlinge des Staates und besserer Kontrolle durch den Staat.

Gesetze sind unabhängig von ihrem Inhalt immer amoralisch, weil sie auf Gewalt und nur auf Gewalt beruhen.

- - -

Somit muß ich mein Fazit umschreiben:

Fazit (bezogen auf die Startphase):

Alt:
Soziale Regeln

Öffentliches Recht + soziale Regeln
Öffentliches Recht + soziale Regeln + Privatrecht

Neu:

Zu allererst gibt es das Recht (freiwillige Regeln einer Gemeinschaft)

Danach erläßt ein Machthaber Gesetze als zwanghafte Regeln zwischen Herrscher und Beherrschten(heutiges Öffentliches „Recht“).

Danach erläßt ein Machthaber zusätzlich Gesetze als zwanghafte Regeln zwischen Beherrschten und Beherrschten (heutiges Privat“recht“).

Der Begriff Recht ist ein von Machthabern missbrauchter Begriff der suggerieren soll, daß es sich immer noch um die ursprünglichen freiwilligen Regeln einer Gemeinschaft handelt.

Mit den ersten Gesetzen wurde das Recht aber nach und nach abgeschafft bis zu den heute existierenden irrwitzigen Eingriffen in das Leben jedes einzelnen Menschen.

Wir brauchen deshalb heute keine Menschen der Gesetze (Juristen), sondern Menschen des Rechts im ursprünglichen Sinn.
Wir brauchen keine Gesetze, wir brauchen Recht!

Das Thema Recht ist Teil meiner Uckmuck-Geschichte, ein m.E. wichtiger Teil, den ich gern einleuchtend schreiben möchte (haltlose Spekulation nein, einseitige Juristensicht ebenfalls nein).

Gibt es Hilfestellung und Anmerkungen Deinerseits?

Freundliche Grüße
KK


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