Warum "vor allem ein Kind des Privatrechts"? Ist es nicht gerade beides: inhärente Hybridität, Dialektik?

BillHicks ⌂, Wien, Samstag, 19.03.2016, 12:00 (vor 3617 Tagen) @ BerndBorchert4506 Views

Lieber BerndBorchert,

danke für Deine Rückmeldung!

Ich nehme mal mit: "Das Geld ist vor allem ein Kind des Privatrechts,
weniger des öffentlichen Rechts"

Woraus schließt Du auf "weniger"?
Meine Intention war darzustellen, dass es gerade beides ist. Das muss ich wohl irgendwie besser darstellen.

Ist das Geld des "Privatrechts" heute (also sprich: täglich fällige Bankverbindlichkeiten) tatsächlich ein solches? Wie privat ist dieses "Privatgeld" denn wirklich?
Sind Banken nicht schwerst öffentlich-rechtlich regulierte (und alimentierte) Körperschaften?
Was würde denn mit der "Stabilität" der Banken passieren wenn sie das nicht wären?


Von einem "weniger" des öffentlichen Rechts kann mEn überhaupt keine Rede sein.
Es ist gerade beides. Inhärente Hybridität: öffentlich-privat.

Selbst international hängt das sogenannte "Weltfinanzsystem" (eine Weltjurisdiktion existiert ja nicht) im Wesentlichen an genau zwei Jurisdiktionen: State of New York (Law of New York) und England/Wales (English Law).

Das wäre aber auch kürzer gegangen als 75 min.

Ganz sicher geht das auch kürzer. Und eine weiter eingedampfte Version strebe ich auch an, danke für den erneuten Hinweis!
Es ginge andererseits aber auch viel länger, das ist ja eigentlich kaum mehr als ein Kratzen an der Oberfläche...

Ohne Staat kein Recht, ohne Recht keine Verträge - weil nicht
durchsetzbar, und ohne Kreditverträge kein Schuldgeld.

Richtig.

Plus noch 5 Minuten Erklärung, warum Euros durch Kredit entstehen.

Das "durch Kredit entstehen" der €uros ist aber keine €-Besonderheit.

Denn
das sollte immer noch 98% der Bevölkerung unbekannt sein. Siehe die
Zuhörer-Beiträge.

Naja gut, das wissen ja nicht einmal die VWL-Professoren unserer Wahl. Mit den rühmlichen Ausnahmen, die man an einer Hand abzählen kann.
Aber was nutzt mir "Kreditgeld"-KnowHow, wenn grundlegende politische und juristische Zusammenhänge unklar sind.
Z.B. "so ein Staat muss doch von der Bevölkerung gewollt werden"
historisch vergleichende Antwort: "Nein, 'gewollt' werden musste der Staat von der Bevölkerung nicht. Tatsächlich haben sich die Gewaltmonopole, die Staatlichkeit, in Europa nicht auf Basis eines "Gesellschaftsvertrags" gebildet, sondern wurden "von oben" geschaffen, einschließlich des Privatrechts (wobei es dort schon gravierende Unterschiede gibt: Frankreich, England, Preußen)."

Bernd Borchert

Jetzt wissen wir, wie die User BillHicks und Moneymind richtig heißen ...

Das war - zumindest was mich betrifft - schon vor meinem Posting hier kein Geheimnis.

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.


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