Noch ein paar Takte zum ZINS ..

Beo2, NRW Witten, Samstag, 09.01.2016, 13:01 (vor 3682 Tagen) @ Beo23539 Views

Betrachten wir den ZINS, den die Banken von ihren Kreditkunden verlangen, so lässt sich unschwer feststellen, dass das Wort ZINS nichts weiter bezeichnet als die Einnahmen bzw. Erträge der Banken. Brauchen die Banken denn Zinseinnahmen? Ja selbstverständlich, sie sind, wie jedes andere Unternehmen auch, auf Erträge angewiesen; sonst müssten sie sofort einpacken und schließen. Sollte es also den Kunden der Banken unmöglich sein, den Zins zu erwirtschaften, ohne dass die VoWi bald zusammenbricht, so müsste es, nach der gleichen Logik, ebenfalls unmöglich sein, dass beliebige Unternehmen nachhaltig Einnahmen bzw. Erträge erzielen, da die Kunden der Unternehmen, bis hin zu den Endverbrauchern, so etwas nicht erwirtschaften können.

Banken können nur existieren, wenn sie Gebühren und Zinsen auf ihre Dienstleistungen erheben. Denn aus diesen Einnahmen finanzieren sie ihre Betriebs- und Personalkosten, die Unternehmerlöhne (Dividenden) sowie die Gebühren, Zinsen und Steuern, die sie selbst zahlen müssen. Ohne die Banken gäbe es schließlich gar keine Kredite und überhaupt kein Geld. Eine Geldwirtschaft wäre also völlig unmöglich. Also, wofür kassieren denn die Banken ihre Erträge, den Zins? Die Banken sind ein Dienstleistungsunternehmen, welche als ihr Hauptgeschäftsfeld Kreditgeschäfte tätigen, d.h. Kredite aufnehmen, wofür sie Zinsen bezahlen, und Kredite vergeben, wofür sie Zinsen kassieren.

Was ist denn schon dabei, Kredite "aus dem Nichts" zu vergeben? Nun, die Bank muss die Bonität bzw. die angebotene Sicherheit, das Pfand des Möchtegern-Kreditnehmers auf Zuverlässigkeit prüfen, mit ihm einen detailierten Kreditvertrag sowie einen Preis für den Kredit, d.h. den Zins aushandeln (und mit der Konkurrenz vergleichen), und ihm schließlich eine Geldsumme überreichen oder aufs Girokonto buchen. Außerdem haftet sie mit ihrem eigenen Kapital für einen Tilgungs- und Pfandausfall, welcher als eigener Verlust verbucht werden muss, und zwar nicht die ausgebliebene Zinseinnahme, sondern die ganze Kreditsumme. Im Falle einer Pfändung bei dem Kreditkunden entstehen ihr weitere Kosten, wie auch bei der Veräußerung des gepfändeten Gutes. Manchmal gibt es auch gar nichts zu pfänden.

Die Zinseinnahmen der Banken stellen also nicht schon einen Reingewinn dar, sondern nur die Erträge/Einnahmen, von denen zuerst all die Aufwendungen bezahlt werden müssen, welche die Bank als Unternehmen so hat, d.h. alle Betriebs- und Personalkosten, Steuerabgaben sowie die Kosten, die ihr bei der Beschaffung ihrer "Ware Geld" entstehen. Sie muss ja auch ihren Geldlieferanten, d.h. der ZB, anderen Banken oder ihren Kunden, Zinsen zahlen. Erst nach Abzug dieser Kosten bleibt eventuell ein Reingewinn übrig, welcher als Unternehmerlohn (Dividenden) an die Bankeigentümer (Gesellschafter) ausgeschüttet wird.

Also, der Zins stellt Unternehmenseinnahmen der Banken dar, völlig vergleichbar den Einnahmen anderer Unternehmen. Sollte es also unmöglich sein, in einer VoWi nachhaltig die Zinserträge der Banken zu finanzieren, so wäre es logischerweise unmöglich, überhaupt Banken zu betreiben, und dann wäre es auch unmöglich, eine Geldwirtschaft zu haben. Wir müssten dann früher oder später zu einer reinen Tauschwirtschaft zurückkehren, wo gar kein Geld verwendet wird und keine Kreditwirtschaft existiert.
Und nicht nur das, mit der gleichen Logik wären auch die Erträge aller anderen Unternehmen langfristig ein Ding der Unmöglichkeit, was jede VoWi schließlich zum Kollabieren bringen muss. Wie auch immer, monetäre Erträge aller Art zu erwirtschaften und kostendeckend zu arbeiten, wäre dann eine Todsünde oder ein Ding der Unmöglichkeit.

Mit Gruß, Beo2


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