Man muss es eigentlich fast noch schwärzer sehen
Die nicht mehr benötigten Parkplatzflächen vor den tausenden von
Supermärkten in Deutschland können in Hochbeetgärten umgewandelt werden
(s. das Beispiel Kuba). Ich sage nur: Prinzessinnengarten in Berlin.
Ich denke, das ist Spielerei, weil Aufwand und Nutzen nicht in Relation stehen. Einen Vorteil bringen sie nur für wenige Gemüsearten.
Allerdings musste ich dieses Jahr zum ersten Mal selber die Erfahrung
machen, dass es nicht so einfach ist mit dem Gemüse-/Obstanbau, wie man
sich das so vorstellt: Samen kaufen, Samen in Erde, regelmäßig gießen,
nach zwei bis drei Monaten ernten, denn (Nackt-)Schnecken stehen
unglaublich auf solche künstlich angepflanzten Pflanzen bzw. wohl auf
Industrie-Saatgut.
Das hat gar nichts mit Industrie-Saatgut oder ähnlichem zu tun. (Und, das was Sie im Baumarkt kaufen können, ist kein Industrie-Saatgut.)
Sondern DIESE Schnecken sind die moderne Pest in der Natur. Sie werden es sicher in dieser Deutlichkeit nirgendwo lesen können, aber warten Sie mal noch ein paar Jahre ab. Denn es sind nicht nur die Gärten, in denen die Schäden unermesslich sind. (Ich weiß von mehreren Gärtnern, dass sie ihre Gemüsegärten wegen der Schnecken aufgegeben haben.)
Wissen Sie, ich kenne mich mit heimischen Wild- und auch Heilpflanzen und auch der Insektenwelt recht gut aus. Und das was da bzgl. der Schecken abläuft ist die Hinrichtung ganzer Arten, anders kann man das nicht formulieren. Sie sind die schlimmsten Neozoen, die man sich denken kann.
Da wo ich wohne, gibt es noch wirklich ganz bunt gemischte Wiesen. Von Trocken-/ Magerrasen bis hin zum Feuchtbiotop. Keinerlei Gifte und keinerlei Dünger außer dem, was die Weidetiere hinterlassen. Da sollte die Welt noch in Ordnung sein; ist sie aber nicht. Denn die "Killerschnecke" vernichtet Arten. Ein sehr gutes Beispiel ist der Wiesenkerbel. Es fanden da regelrechte Hinrichtungen seitens der Schnecken statt. 30, 40, 50 Schnecken auf einer Pflanze. Da bekommt man die Gänsehaut, wenn man das sieht.
Vor Jahren noch waren die Wiesen an vielen Stellen im Juni ein weißes Blütenmeer. Mittlerweile steht da keine einzige WK-Pflanze mehr. Und da ich die Wiesen per Hand bearbeite, weiß ich das genau. Auch der Bärenklau ist fast weg, in diesem Jahr habe ich Massenansammlungen von Schnecken an den Flockenblumen gesehen und Arnika ist auch vollständig verschwunden. Sogar an den Brennesseln fressen sie, wenn sie nichts anderes finden. Und es gibt keine natürlichen Feinde; d.h. wenn sich sich nicht irgendwer aus der heimischen Fauna auf dieses Viehzeug spezialisiert, wird sich kein Gleichgewicht einstellen können. Sondern nur eine immer stärkere Vermehrung. Und bitte erwähnen Sie nicht das Thema Laufenten, denn denen gebe ich nicht mal 24 Stunden, dann hat sie der Fuchs gefressen. Einige wenige "Inseln" gibt es allerdings noch vom Wiesenkerbel: zwischen Bahndamm und Straße; in diesem Falle wirken die Autos und der Zug wie Schneckenkorn.
Von den Anfang Juni ausgesäten Rettichen, Bohnen,
Radieschen, Feldsalat, Brokkoli, Möhren, Petersilie, Tomaten, Gurken, Mais
sowie Kartoffeln, haben es nur die Bio-Kartoffeln (aus einem Bio-Laden)
sehr gut, die normalen Kartoffeln (normale aus dem Supermarkt)
einigermaßen, die Radieschen mäßig, der Brokkoli und die Bohnen sehr
mäßig und alle anderen Pflanzen gar nicht geschafft.
Am schlimmsten betroffen sind die Doldenblütler (Möhre, Petersilie, Dill, Pastinake, ...) , Studentenblumen, auch Kürbis und Bohne, auch Kreuzblütler ....von all dem ziehe ich mittlerweile Jungpflanzen in Töpfen vor, damit die Pflanzen überhaupt eine Chance bekommen und ohne Schneckenkorn geht gar nichts mehr. Wie schlimm ist das für viele Insekten, die diese Arten als Futterpflanzen brauchen, für die Vögel, die die Insekten fressen usw...?
Dies lag wohl zum einen, dass ich einen großen Teil der Pflanzen in einem
ganz frischen Hochbeet mit einer relativ wohl unfruchtbaren Erde, die
gleichzeitig mit einer dicken Grasmulchschicht bedeckt wurde, ausgesät
habe und zum anderen an zu alten Samen: Mais und Möhren waren schon drei
Jahr über das MHD hinaus. Allerdings hatte ich auch eine Reihe ganz
frischer Möhrensamen aus dem Baumarkt, aber auch da hatte es keine einzige
geschafft.
Ich habe zwar an ein paar Abenden ein Schneckenmassaker veranstaltet, aber
die Mulchschicht war wohl ein ideales Versteck für die Biester.
Wahrscheinlich hätte ich jeden Abend Schnecken killen müssen, aber dazu
wahr ich zu faul.
Glauben Sie, an all dem liegt es nicht. Die Schnecken sind inzwischen bei mir sogar bis auf den Balkon vorgedrungen, wo ich die Jungpflanzen vorziehe.
Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Schnecken einen guten humosen Boden
nicht mögen. Allerdings haben die ausgepflanzten Bio-Kartoffeln gezeigt,
dass auch ein nicht so guter Boden, aber gesunde Pflanzen den Schnecken
Paroli bieten können (auch die Bio-Kartoffeln waren gemulcht, die normalen
Kartoffeln nicht). Den normalen Kartoffeln wurden doch einige Blätter
abgefressen, bei den Bio-Kartoffeln praktisch nicht.
Da ist das eine Sorte, die offensichtlich nicht so besonders gut schmeckt. Bei Salaten sieht man auch gewisse Unterschiede. Die zarten Sorten sind die ersten Opfer. Die härteren sind dann etwas später dran.
schöne Grüße
--
Ich mag das Wort schützen nicht. Es erinnert mich so an Schützengraben und an Schutzgeld.
(sinngemäß, geklaut von M. Burchardt)
Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.
-Werner Heisenberg