Ich verstehe dich nicht wirklich gut
Hallo Amos,
es lief in der Vergangenheit immer gleich ab. Ist Dir das Buch
„Dieses Mal ist alles anders. Acht Jahrhunderte Finanzkrisen“
bekannt?
Nein, hab keine Zeit mehr für solche Bücher.
Dass jeder Schuld des einen immer ein Vermögen weniger anderer
gegenübersteht muss ich dir nicht erklären, das ist Dir ja bereits
bekannt.
Klar, 101 im Gelben.
Jetzt musst du nur noch minimal weiter denken um zu erkennen, dass niemals
alle Schulden ausgebucht werden.
Hier kann ich dir gerade nicht mehr folgen. Kannst du mir bitte sagen, welche genau erhalten bleiben? Dann kann ich dir eine qualifizierte Antwort geben.
Sobald das Scheinvermögen und die entsprechenden Schuld pulverisiert,
oder wie Du es nennst ausgebucht wurde, sind sofort wieder einige Menschen
gewillt/gezwungen, für die Eigentümer des verbleibenden
Produktivvermögens und der Ländereien anschaffen zu gehen.
Ja, aber das hat doch erst Mal nichts mit Schulden zu tun.
Die Besitzer von Nutztieren und Rohstoffen befinden sich ebenfalls in
einer angenehmen Lage. Auch Sie finden in der Regel sofort einen
Counterpart, der sofort bereit ist mit ihnen zu wirtschaften.
Ist auch ein ganz anderes Thema. Bleiben zwei Randbereiche, die hierfür wichtig sind: Sicherheit und Nachfrage.
Nutztiere können nämlich gestohlen und getötet werden, weil die Menschen am Verhungern sind. Und bei Rohstoffen gibt es einige, deren Nachfrage nur heute (in der aktuellen Höhe) existiert. Auch kann es sein, dass die Förderung sowie das Zusammenbringen von Abnehmern und dem Anbieter nicht mehr funktioniert, weil die (weltweite) Logistik nicht mehr funktioniert. Damit ändert sich der Wert vieler Rohstoffe.
So lief das immer und ich bin der festen Überzeugung, dass es diese
Initialwirtschaft immer wieder geben wird.
Ja, aber diese Initialwirtschaft benötigt heute eben nur wenige Menschen. Es gibt zwar viele, die wie du oben ansprichst gezwungen und gewillt sind zu arbeiten, aber es bleibt aus meiner Sicht eher unwahrscheinlich, dass es jemanden gibt, der ihnen Arbeit gibt.
Denn für jeden Produzenten bleibt es mehr als fraglich, ob er später Abnehmer für seine Produktion findet, die auch zahlungsfähig sind. Deshalb werden die Angebote von Arbeitsleistung überwiegend freundlich abgelehnt werden. Was dann allerdings im Gegenzug ein Sicherheitsproblem erzeugt, das auch einige wenige Arbeitsplätze sichert.
Das wirkliche Problem ist die Vermögensverteilung, aber das spare ich mir
jetzt, denn in dieser Sache rede ich gegen eine "Berliner Mauer".
Sie ist auch eines. Aber das eigentliche Problem meine ich nach wie vor bei der "städtischen Infrastruktur" gefunden zu haben.
Grüße
Morpheus
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Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.