Stromausfall in der Informationsgesellschaft
Hallo,
zu Folgendem:
„Niemand kündigt den Stromausfall an. Und wenn es passiert ist, sagt dir auch
niemand, wie lange es dauern wird. Wir saßen da plötzlich im Dunkeln und
dachten, in einer halben Stunde geht es wieder ... dann sind wir irgendwann
ins Bett gegangen.“
Sehr markant und genau so verfährt dann jeder und bisher auch ich.
Bei den üblichen Stromausfällen ja auch sinnvoll.
Nun werde ich mir angewöhnen, bei so etwas nach dem Blick auf die Sicherungen und dem Blick nach draußen (und in die innere Intuition), dann doch auch noch auf die Uhren oder aufs Handy zu gucken.
Ist dann da auch Funkstille, durchfährt mich vermutlich ein Schreckensblitz: EMP, warum auch immer. Weil ich's dann immer noch nicht glauben werden will, dass so etwas tatsächlich geschieht, könnt ich dann auch noch versuchen, ein Auto zu starten oder mal beim Nachbarn zu fragen, was noch geht. Geht der batteriebetriebene Weltempfänger? Wenn ja, erfahr ich vielleicht vom regional größeren Unfall. Sollte dies alles negativ sein, weiß ich dann nach spätestens 10 Minuten, dass DIESER Stromausfall laaaaange dauern wird und äußerst unangenehme bis tödliche Folgen haben wird. Dann gibt es für mich Prioritätenlisten und Einschätzung der Lage.
Also z.B.: Sind alle da, die zur Familie gehören? Wenn nein, ist es möglich, diese schnell zusammenzubringen? In meinem Fall als Beispiel, wenn das Kind nur in der nahe gelegenen Schule oder bei Freunden ist, könnt ich es holen. Weiter weg geht das nicht; selbiges für alle evtl. weiteren Familienmitglieder.
Sind mehrere Personen zu Hause, können Aufgaben verteilt werden.
Wasser und weils so wichtig ist, nochmal Wasser, Sicherung des Hauses und der Bewohner (ich weiß ja immer noch nicht, WARUM EMP: Sonne oder atomarer Schrecken), Information der Nachbarn mit dem Auftrag, dies weiterzureichen, Inhalt der Kühltruhe, Bereitstellung nötiger Utensilien im möglichst sicheren Raum und, und....
Lebensmittel, Kerzen und schon gleich gar den Natodraht aus dem Baumarkt werde ich nicht kaufen gehen. Nicht am ersten und schon dreimal nicht am 4. oder 5. Tage des Geschehens.
Diese ersteren Sachen und noch etliches anderes Nützliches habe ich nämlich in begrenztem Ausmaß, dies NICHT zu haben, finde ich im übrigen wirklich geradezu sträflich und unverantwortlich. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Allgemeinheit. Jahrhunderte war das „Normal“, heute meinen viele, die Zahn-, Renten-, Ausbildungsversicherung und was noch alles, samt sämtlichen Impfungen und Vorsorgen sei rational vernünftig und halten es für Spinnerei, daran zu glauben, dass dies System auch mal zusammenbrechen könnte und man für sich selbst sorgen müsste.
„Normal“ war wohlgemerkt, Vorräte zu haben, um über den Winter zu kommen, Krankheitspassagen zu überbrücken und in Katastrophenfällen wie Natur, Pandemien oder Kriegsgeschehen nicht bei den Ersten zu sein, die hungern –UND DANN---- auf die Ideen kommen, dem Nachbarn zur Last zur fallen, ihn zu überfallen oder gar zu schlachten. Ich meine mit im Rahmen bleibender Vorsorge fängt man lediglich die Anfänge ab. (Später wird alles blöd, dies aber war immer schon so.) Aber desto mehr das tun, desto länger geht das dann in Teilen halbwegs menschlich.
Sagt einem ja schließlich niemand, wie lange es dauern wird.
Freundliche Grüße, Sigrid