Vorbereiten auf WAS?

Olivia, Donnerstag, 30.07.2015, 06:48 (vor 3829 Tagen) @ Wayne Schlegel11820 Views

Die typischen argumentativen Angstreaktionen sind:

< a) Ignorieren

b) Wenn Ignorieren nicht mehr geht, dann Bagatellisieren
c) Wenn Bagatellisieren nicht mehr geht, dann maßlos Übertreiben
d) Wenn all das nicht mehr hilft, dann den Kontrapart Diskreditieren

All dies hier im Faden wunderbar vorzufinden. Ein Lehrstück mal wieder.

Und es trennt sich halt die Spreu vom Weizen.

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Vorbereiten auf WAS?

Auf einen flächendeckenden Stromausfall und hochgehende AKWs?
Darauf, dass Yosemite, die Kanaren, Süditalien, die Eifel etc. möglichst gleichzeitig durch heftige Vulkanausbrüche in die Luft fliegen?
Auf den nächsten großen, zerstörerischen Sonnensturm, der die gesamte Infrastruktur lahmlegt?
Auf großangelegte Hackerangriffe auf die Stromnetze?
Auf eine Atombombe, die in 160 km Höhe gezündet wird und einen EMP auslöst?
Auf Seuchen, Supervirenerkrankungen oder sonstiges in dieser Kategorie?
Oder einfach auf den Zusammenbruch des Finanzsystems?
Mord und Totschlag, ausgelöst durch Wanderungsbewegungen, Kriege und zukünftig auch noch klimatische Gründe?

Lieber Gott, wie willst du dich denn darauf vorbereiten? Da reicht doch ein Menschenleben wirklich nicht aus?
Wie viele Ressourcen hat denn Otto Normalbürger frei, um sich auf nur eine einzige solcher Eventualitäten entsprechend vorzubereiten?
Und wie viele, sich auch nur gedanklich auf die Möglichkeit solcher Ereignisse und ihre diversen Folgen einzustellen?

Wir leben in sehr unruhigen Zeiten. Für den Einzelnen ist es kaum möglich, sich daraus zu „befreien“. Unruhige Zeiten, Kriege, Eroberungen gehören zur Geschichte der Menschheit. Wir „erleben“ es nur gerade mal wieder.

Möchtest du dich 30, 40 Jahre auf den „Supergau“ vorbereiten, der dann evtl. erst in 41 Jahren kommt. Motto: „Allzeit bereit“?

Ja natürlich kann man sich mit Geld oder mit sehr vielen Entbehrungen einen Fluchtpunkt erstellen, unterhalten, warten, pflegen etc. - In den südlichen Gefielden dürfte das bereits schwierig sein, denn da streifen alle möglichen Gestalten auch durch einsame Gegenden. Und ein Haus irgendwo alleine, ohne Bewachung leer stehen zu lassen, das ist ziemlich absurd. Selbst in „guten“ Gegenden muss man mit „Besuchen“ rechnen, wenn man zurück kommt.

Die Survival-Industrie ist eine derzeit sehr gut laufende Industrie!

Das heißt nicht, dass ich gegen jegliche Vorbereitungen bin. Ich habe einen nächtlichen Heizungsausfall erlebt (die Temperaturen waren so tief, dass die Heizung streikte, wie mir der Heizungsmechaniker erläuterte). Es war nach kurzer Zeit so kalt, dass man sogar neben dem Ofen fror. Solche Dinge passieren. Und wenn sie mehr als eine Nacht andauern, dann sind sie sehr unangenehm. Seitdem halte ich jedenfalls einen warmen Schlafsack in der Nähe für sinnvoll.

Die „kleinen“ Dinge sind von uns „Normalos“ beeinflussbar. Ich jedenfalls gehöre nicht zu den Menschen, die sich mutterseelenalleine in eine abgelegene Weltgegend zurückziehen MÖCHTEN, damit ihnen nichts passiert.

Vergangenen Samstag musste ich meine 21-jährige Tochter mit starken Schmerzen und hohem Fieber in die Notaufnahme des Krankenhauses bringen. Wir waren beide geschockt darüber, wie PLÖTZLICH das gehen kann. Vor drei Wochen wurde der 25-jährige Sohn einer Freundin nur durch eine Notoperation gerettet. Ebenfalls aus heiterem Himmel. Das sind junge Menschen! Nicht nur die Alten, Kranken und Schwachen können ganz plötzlich Hilfe brauchen. Wie hätte man die so schnell aus der „Prärie“ in die Stadt schaffen können ohne einen Hubschrauber oder einen Learjet in der Nähe zu haben?
Ein Bekannter von mir bekam Malaria während er in seinem landschaftlich wunderschönen Feriendomizil weilte. Bedauerlicherweise haben die örtlichen Ärzte und das örtliche Krankenhaus eine Fehldiagnose nach der anderen gestellt. Er wurde dann per Flieger in die BRD geschafft und behandelt. Auch ein junger Mensch, der nicht damit rechnete. Schön, dass er sich so gut versicherte und diese Lösung möglich war.

Aus den südlichen Gefielden weiß ich, dass halbwegs solvente „Residentes“ regelmäßige Beiträge für einen Hubschrauberservice entrichten, der sie „im Falle des Falles“ in ein Krankenhaus fliegt.

Wenn genügend Geld da ist, dann geht so etwas. Aber wehe, wenn nicht!

Eine einzige Komplikation bei einer Kindergeburt reicht schon.

Die Zeiten, in denen wir leben, sind so, wie sie derzeit sind. Wir können versuchen, sie in die Richtung zu beeinflussen, die wir für besser halten. Wir können uns auch in einem gewissen Maße vorbereiten. Aber gegen das LEBEN kann man sich nicht versichern. Für die deutsche Versicherungsmentalität sicherlich eine Herausforderung.

Was ich aber jedem Menschen empfehlen kann ist, sich mit neuen Möglichkeiten der Nahrungsmittelherstellung zu beschäftigen. Auch im kleinsten Umfange, denn gelernt ist gelernt. Die steigenden Nahrungsmittelpreise in den USA und die „Qualität“ der Lebensmittel haben dort zu regelrechten Home-Grown-Food-Bewegungen geführt, die den kleinsten Raum für den Anbau von Essbarem nutzen. Etliche davon sind sehr innovativ und sie verändern die Wahrnehmungs- und Denkstrukturen der Menschen. Stichworte: Aquaponics, Vertical Gardening, Permaculture, Worm Farms etc. etc. etc. - Ich jedenfalls wünsche all den Menschen „dort drüben“, die versuchen, ihre Probleme auf kreative und innovative Art und Weise zu lösen, ganz viel Erfolg und alles Gute. Und ich bedanke mich bei ihnen für ihre Anregungen, ihre Kreativität und ihren Lebenswillen.

Dieses Jahr habe ich meinen ersten (in Blumentöpfen) selbst gezogenen Salat gegessen. Es war ein wunderbares Erlebnis, zu sehen, wie er wächst.

Glücklicherweise gibt es viele Menschen, die Erkenntnisse und Vorbereitungen, die sie in dieser turbulenten Zeit treffen, um sich zu schützen, auch mit anderen teilen und nicht panisch auf das „böse“ Internet verweisen oder auf die Tatsache, dass man sie vielleicht „erkennen“ könnte.

Doch auch hier gilt: Jedem das Seine und mir das Meine.

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