Und dann ist Notstromaggregat noch nicht mal Notstromaggregat ...

CrisisMaven ⌂, Freitag, 31.07.2015, 14:13 (vor 3826 Tagen) @ Leserzuschrift11536 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 31.07.2015, 14:51

Das sind wichtige Anmerkungen, und wie gut, dass sie nicht schon wieder von mir Besserwisser stammen, der fuer die aussichtlose Lage, in der die Menschheit steckt, wohl allein verantwortlich ist, weil er soviel weiss, aber ausgerechnet den Ausweg fuer sich behaelt ...

(Denn dass es keinen gibt, das kann ja bitteschoen wohl nicht sein? Das neue Auto ist bestellt und die Hypothek noch nicht abbezahlt, der Aelteste mit dem Studium noch nicht fertig, und da soll die Welt untergehen? Das waere ungerecht!!!)

Hin-Und-Her karren? Und selbst wenn der Diesel aus der Poliklinik dann beschlagnahmt wuerde fuer das Atomkraftwerk, waere die Verwendbarkeit nicht garantiert. Nach DIN EN 590 betraegt die maximale Lagerfaehigkeit nur 90 Tage, ob das der Herr Chefarzt immer weiss?

Abgesehen davon, dass das nicht der Chefarzt, sondern der (Jura- oder BWL-"gebildete") Klinikdirektor "betreut", aber auch der nicht, weil "dafuer hat man ja seine Leute". Und die "Leute" machen nix, weil ... "der Direktor hat mir nix angeheissen".

Nur 8% der insgesamt 74 gepruefeten "NEAs" (Netzersatzanlagen) waren ohne Einschraenkungen der Gebrauchsfaehigkeit betankt gewesen.

Absolut. Das ist wie mit den Dosen, die man rollierend verbrauchen muesste. D.h. man muss im Alltag die ganze Zeit die moegliche Katastrophe leben, wenn man ihr wirksam begegnen wollte. Wer will das schon?

Der Teufel steckt im Detail. Solche kleinen Fehler wuerden - trotz teurer Vorbereitung - Leben kosten.

Und: u.U. noch mehr Leben kostet, als ohne Vorbereitung, weil ein Diesel, das nicht mehr im Notstromaggregat funktioniert, sich immer noch hervorragend eignet, das Haus abzufackeln, weil man ja nun ohne Strom (das Aggregat tut's ja nicht) eben mal mit der Kerze nachsieht. Ich finde es klasse, wenn Leute ein Notstromaggregat haben und mich unverstaendig anstarren, wenn ich frage, bei welchem Licht sie es denn reparieren wollen, wenn es versagt ...

Auch ein Treibstofflager muss gewartet werden.

Ja, ausser ... Gasflaschen (die halten ewig, allerdings laeuft deren Zulassung nach zehn Jahren ab, dann muss eine neue Druckpruefung her, aber danach fragt keiner im Ernstfall). Eine andere Leserzuschrift hatte genau das angeregt:

"Vorzugsweise bietet sich eine LPG-Umrüstung des Notstrom-Generators an, da die Lagerung von Gasflaschen auch über Jahre problemlos möglich ist, bei Benzin muss man auf Metallkanister achten und einige andere Sachen, sonst hat man nach einer gewissen Lagerzeit keinen Treibstoff mehr, ..."

Das Problem ist und bleibt: es gibt keinen Koenigsweg. Das ist eine jahrelange Ausbildung wie bei den Green Berets, Navy Seals, Kampfschwimmern, GSG-9, KSK, SAS etc. pp. Die koerperliche Fitness und die Kenntnisse muessen beide vorhanden sein. Ein KSK-Soldat kann saemtliche verschiedenen Tretminen der tschechischen, russischen, chinesischen, ... Hersteller herunterbeten und wahrscheinlich auch noch im Dunkeln tastend erkennen. So ungefaehr sieht Vorbereitung aus. Nicht genau dasselbe Gebiet, aber zur Illustration. Der Rest ist, sich drauf verlassen, dass die Katastrophe samstags frueh nach dem Fruehstueck eintritt, wenn beide Kinder nicht in der Schule sind, Mann und Frau zuhause und nicht sie 20km weiter weg auf Arbeit und er 400 km weiter weg im Hotel im Projekt. Ohne Kontaktmoeglichkeit. Ohne, darauf wette ich mit 99%, sich abgesprochen zu haben, was sie denn dann tun, wenn es eben nicht samstags frueh am Esszimmertisch "knallt". Hoffnungslos, da was beibringen zu wollen.

Nach drei Tagen kommt Kind Nr. 1 ausgehungert heim - Wohnung ist verbarrikadiert, weil Papa 400 km weit weg und Mama auf Suche nach Kind 1 unterwegs ist. So sieht die Durchschnitts-"Vorbereitung" in der Realitaet aus!!!

Darueber kann man Buecher schreiben. Sie sind auch geschrieben worden. Aber die Wahrheiten sind so unbequem, dass man lieber rummosert, wenn einem die Loesung nicht in einem Einzeiler praesentiert wird. In der Zeit koennte man aber schon wieder was sinnvolles zur Zukunftssicherung getan haben ...

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Zur Ueberschrift: Und dann ist Notstromaggregat noch nicht mal Notstromaggreegat ...

Die meisten, deren "Not"stromaggregat ich je zu Gesicht bekam, hatten sog. Kurzlaeufer. Die sind gut fuer den Campingurlaub. Nach spatestens zwei bis vier Stunden Dauerbetrieb muessen die mehrere Stunden ruhen!!! Sonst geh'n sie gleich kaputt.

Da braucht es (i.d.R. doppelt bis viermal so teure) Dauerlaeufer (siehe auch Bosch Eisemann). Das sagt einem aber kaum jemand im "Fach"geschaeft, weil ... soviel gibt keiner freiwillig aus. Echtes Prepping eben. Man will ja nicht zuviel ausgeben. Koennte ja am Ende gar nichts passieren. Schon die Versicherung neulich war ja fuer die Katz'. Passiert ist nich' mal was.

Nu' is aber gut mit den Prepper-Vorlesungen. Wie gesagt, die Literatur gibt es, kostenpflichtig wie kostenlos im Internet, da braucht's kein "Gelbes", nur den Willen, es zu tun.

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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