Danke, nein, Du warst es bestimmt nicht ...

CrisisMaven ⌂, Sonntag, 29.03.2015, 18:51 (vor 3939 Tagen) @ Lisa6139 Views

Ich befürchte, womöglich bin ich damit auch gemeint, weil ich mich aus dem Rechtschreib-/Lesen Thema ausgeklinkt habe.

Nein, gar nicht. Ich habe ja nun verschiedentlich Eltern beraten, und weiss, was man alles um die Ohren hat.

Das Hauptproblem ist, dass ein Schulsystem, das Bildung "gleichzutakten" versucht, keine Verschnaufpause fuer Versuche und zum Kraft schoepfen laesst. Das ist im Ausland ueberwiegend anders, weil es keinen Schulzwang, sondern Bildungspflicht gibt. Automatisch ist dann auch das Schulsystem anders, denn es kann keinen Ausschliesslichkeitsanspruch erheben. Es muss nolens volens "brav" bleiben. Daher ja immer mal wieder die Versuche, Schulzwang auch dort einzufuehren. In Deutschland ist das bisher nur durch Auswanderung zu loesen. Also: in Deutschland ist das Problem nicht zu loesen ...

Dass Gleichtakten Schwachsinn ist, sieht man daran, was passieren wuerde, wenn alle gleichzeitig zum Friseur, ins Schwimmbad oder mit dem Bus fahren wollten. (Das gilt natuerlich auch fuer nichtdeutsche Schulsysteme - aber besser ein KZ ohne Zaun als eines mit ...)

Nein, ich wollte mich noch ausdrücklich bedanken für die unermüdlichen Versuche, das Thema klarzumachen.

Danke, gern geschehen.

Die vielen Links waren damals aber zu viel, alles nachzuverfolgen, wobei ich das eigentlich vorhabe, noch aufzuarbeiten.

Lass' Dir Zeit, ich laufe ja (noch) nicht weg ... [[zwinker]]

Was ich aber gleich mitnehmen konnte war: "Den Hunger aufs Lesen wecken!"

Ich kann nicht muede werden, zu betonen: das mag nicht immer einfach sein. Aber wenn ich weiss, dass z.B. mein Ziel hinter einem Berg liegt, dann kann ich nun mal nicht umhin, ihn zu erklimmen und ... hinten wieder 'runter. Vorher komme ich nun mal nicht hin.

Da das in Bildungsdingen erfordert, anzuerkennen, wo das Ziel liegt, laesst man es sein, und behauptet, es liege vor dem Berg. Nur dort will das Kind eigentlich nicht hin. Aber ein Ziel "hinter" einem Berg kann es nicht immer sehen - das waere Aufgabe wahrer Paedagogik. Hinlaufen/klettern kann es dann durchaus selbst, denn: Laufen und Sprechen hat es bereits gelernt ...

Nur in Deutschland (und in wenigen andern Laendern) wird so apodiktisch damit umgegangen, dass man zwar ohne Hunger nie auf die Idee kaeme, zu essen (wenn doch, gilt das als Krankheit!!!), dass man aber bei andern Aktivitaeten meint, GEGEN den Hunger oder OHNE den Hunger "arbeiten" zu muessen; insbesondere beim Lernen - ausgerechnet dem natuerlichsten Trieb des Menschen, der, bis auf kurz vor dem echten Verhungern, staerker sein kann als der Nahrungs-Hunger!

Eine schluessige Theorie zu "staatlicher" 'Foerdern durch Fordern'-Paedagogik fehlt. Es kann sie ja auch nicht geben. (Es gibt hoechstens Didaktiken; das ist in etwa so, wie statt Paul Bocuse schmackhaftes Essen kochen zu lassen, eine Methode zu entwickeln, wie man erreichen kann, ekligem Essen Akzeptanz zu verschaffen.)

Aber die Antwort lautet dann (insbes. in Deutschland): aggressiv werden und mobben, Ohren zuhalten usw. Das Problem mit solchem Verhalten ist nur: ICH habe das Problem ja nicht. Ich kann auch weiterleben, wenn jemand anders es nicht hinkriegt. Ich habe ja qua Vorhandensein meiner Person BEWIESEN, dass die "offizielle" Theorie offenkundig nicht stimmt (wenn wir mal so grosszuegig sein wollen, ihr ueberhaupt nur Theoriecharakter zuzuerkennen!). Drum bin ich ja auch so "evangelistisch" eingestellt - immerhin ist es ueberzeugender, das an meinem Beispiel zu glauben, als einer strohtrockenen Theorie hinterherzulaufen, die sich erst noch beweisen muesste. Sie ist ja "bewiesen".

Danke noch mal sehr für die Geduld und ich hoffe damit auf weitere interessante Beiträge und Antworten.

Ja, noch bin ich nicht gaenzlich erschoepft ... [[top]] ...

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