Von der Art des Lernens

Dieter, Donnerstag, 26.03.2015, 22:25 (vor 3944 Tagen) @ CrisisMaven6299 Views

Hallo CM,
(ich bleibe mal beim Schreiben, stetige Übung soll schließlich Lernerfolge bringen, sodaß mein Deutsch-Sprachgebrauch sich verfestigt.[[zwinker]] [[zwinker]] )

Portugiesen-Exklave oder ins Original?


Exklave ... und: ich renne an gegen eine Mauer des Schweigens, ob es sich
vielleicht um vor der Nelkenrevolution ausgebuexte Salazar-Anhaenger
(ueberwiegend der zweiten Generation) handelt oder um Spinola-Phile. Aber
gemeuchelt haben sie mich wegen Grandola noch nicht ...

Ein älterer halb-befreundeter Portugiese sagte mir im letzten Jahr, manchmal wünsche er sich Salazar zurück, da hätten diejenigen, die damals Sozialleistungen und staatl. Hilfe bekommen hätten, wenigstens irgend eine Gegenleistung der Gesellschaft gegenüber erbringen müssen, also ganz anders als heute.

Irgendwie mag ich die Sprache ja auch, ... Trotzdem tue ich mich schwer

damit - hab zwar alle möglichen Begabungen, aber Sprache gehört leider
nicht dazu
.

Das war eine Feststellung!


(Hervorhebung CM)

Schade. Wer schreibt eigentlich Deine Postings hier im Gelben fuer
Dich?
[[freude]]

Kein Mem,
nirgends
?

Siehste, mein Sprachvermögen reicht nicht einmal aus, um den Begriff "Mem" definieren zu können oder ihn sinnvoll anzuwenden.

Aber im Ernst: "sechs Wochen Auslandsaufenthalt entsprechen sechs
Jahren Sprachunterricht an einer deutschen weiterfuehrenden Schule"

(ehem. Schulrat und Paedagogik-Professor Peter Struck in
"Die 15
Gebote des Lernens
")

Ich hatte vor vielen Jahren auch mal 8 Jahre Französisch neben Englischunterricht. Nicht nur, daß ein Teil der Lehrkräfte sehr bemüht war ein Kind nach dem anderen auszutragen, ich kann auch mit Recht behaupten, daß auch aufgrund mangelnder späterer Erfordernisse so gut wie nichts davon hängengeblieben ist.

Ich ging ja bis vor kurzem davon aus,
Du seiest mit
einer Einheimischen verheiratet
, aber es
ist ja auch
eine Deutsche
. Das macht es etwas umstaendlicher. Denn: wuerdest
Du vollstaendig ins kalte Wasser geworfen, waerest Du in (weniger als)
sechs Wochen soweit, wie nach ca. einem achtjaehrigen Sprachunterricht fuer
eine sog. erste Fremdsprache an unseren Gymnasien nach deren untauglichen
Methoden.
Berlitz hatte auch schon vor Jahrzehnten die sog. "Total
Immersion"-Methode.

Rein theoretisch (wenn auch so anstrengend, wie wenn Grossmeister parallel
70 Partien Blitzschach spielen) ist es moeglich, in einem
Tage die ca. 3.000 Vokabeln zu lernen, die fuer gewoehnlich ungefaehr das
Sprachniveau der sog. ersten Fremdsprache nach acht Jahren umfassen.

(Setzt aber voraus, dass jemand das Programm dazu vorher erstellt hat -
selber, auf sich allein gestellt, braucht man dann schon noch ein paar
Wochen ...).

Zum Titelthema: Von Natur aus bin ich nun einmal recht bequem, es sei denn es macht mir etwas Freude/Spaß, dann scheint es sogar keinerlei Energie-Engpaß zu geben.

Zu Schulzeiten hatte ich folgende Lernerfahrung: morgens Schule, nachmittags arbeiten oder in Prärie und Wald herumstreifen, abends Sport, danach Schularbeiten - Eltern zwecks Kontrolle waren nicht anwesend.

Während der Unterrichtsstunden habe ich prinzipiell keine Notizen gemacht oder irgendwie mitgeschrieben (hätte nachmittags/abends ohnehin kaum Zeit gehabt sie nochmal zu überfliegen). Dafür hatte ich gegenüber den Mitschülern den Vorteil, daß ich mich nicht aufs Schreiben konzentrieren mußte, sondern bloß zuhören brauchte, was das Lehrpersonal so vortrug. Insofern waren alle Schulfächer, die einfach nur ein Verstehen erforderten natürlich easy - anders bei den Fremdsprachen. Da war dann tatsächlich schulisch gefordert Vokabeln zu lernen. Also Grammatik bei Fremdsprachen war einfach, aber Vokabeln und natürlich sprechen irgendwie mit Fleiß verbunden - was mir wirklich nicht lag, zumal ich als Schüler nicht unbedingt eingesehen habe, daß das Erlernen von Französisch oder Englisch für mein späteres Leben wichtig genug wäre um Mühen zu desser Erlernung inkauf zu nehmen. - und eigentlich kann ich behaupten, daß ich beide Sprachen bis zum heutigen Tage nicht oder nur kaum benötigte.

und in der fast
nachbarschaftlichen Kneipe (Cafe-Lebensmittel-Kneipe-Tapasbar - alles auf
10qm) bleibt einem ohnehin nichts anderes übrig als der Zwang zur
Kommunikation. - immer sehr angenehm und auch anstrengend, und man lernt.

Was lernen wir daraus: ohne Zwang zur Anwendung kein schneller
Spracherwerb. Woran erinnert uns das? Doch nicht etwa an
unsern
Erstspracherwerb
?

Ich wurde mal ins kalte Wasser geworfen, als ich plötzlich mit Pflanzen Gärten zu planen hatte. Gestaltende Kunst lag mir schon immer, und so ergab sich der innere Anspruch an mein Tun, die kreativen Elemente mit entspr. Pflanzen Know-How zu ergänzen. Dieses zur Ausgangsbasis zu einem Zeitpunkt, als ich keine Tanne von einer Kiefer unterscheiden konnte. Ich benötigte dann (aus Eigeninteresse) dann ca. 1 1/2 Jahre um ca. 2.000 versch. Gehölzarten und ca. ebenso viele Staudenarten, die für unsere Breiten geeignet sind, nicht nur dem Namen (bot.) nach zu kennen und zu unterscheiden, sondern ebenfalls deren Eignung in Bezug auf Boden, Klima, Verträglichkeiten, Besonderheiten, Wurchscharaktere, Empfindlichkeiten usw., also pro Art zwischen 10 bis 100 versch. Zusatzinformationen.
- aber natürlich alles unter dem Aspekt des eigenen Anspruchs an meine Arbeit und weil ich mir einen Zwang auferlegt hatte bzw. auch diesem unterworfen war.
- also eigentlich so ähnlich wie Vokabeln lernen mit gleichzeitiger konsequenter Anwendung und die Befriedigung und Erfolgsmessung erfolgte durch den Vertrauens-Vorschub der Auftraggeber und deren Freude-Bekundungen.

- und so habe ich es natürlich immer gehalten, immer nur das gelernt, wozu ich gerade Lust hatte oder es einem selbst formuliertem Ziel dienlich war.
- und habe auch ein etwas zwiespältiges Verhältnis zum Begriff "Bildung", da ich glaube, daß erlerntes aufgrund pers. Erfordernisse und Erfahrungen etwas anderes ist, als übernommenes Wisses ohne Erfahrungshorizont.

Aha ... das hat
damals mit
einem Kleinkind funktioniert
... sehr gut sogar. Da waere es ja
bloed, das mit einem Erwachsenen, der noch dazu Anweisungen und
Erklaerungen verstehen kann, noch mal zu versuchen?

Nur so meine Gedanken ...

Also, dann auf nach Grandola - ab ins Getümmel und Sprache inhalieren!


Ja, wuerde gerne, aber Jahrestage tendieren ja dazu, sich zu wiederholen.

Und wenn die Wiederholungen dazu tendieren sich immerfort zu wiederholen, tja dann hilft zur Sprengung der Regel nur noch die 6-Wochen-Variante mit Zufalls-Partnerin?

Gruß Dieter


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