Meme fuer Memmen ...
Meme:
...habe aber noch nicht so klare Vorstellungen wie und welche.
Meme sind eigentlich, wie bei diesem Voltaire-Spruch "Finde heraus, wen Du nicht kritisieren darfst", die intellektuellen Fussfesseln, die Menschen zahm genug machen, beherrscht zu werden.
Wer dem Mem aufsitzt, Kinder "fordern" zu muessen, wird den Herrn Bueb gut finden und sich nur aergern, dass er/sie sich dessen (illegale) Privatschule nicht leisten kann (oder nicht aufgenommen wird) und fuer seine/ihre Kinder mit der immer noch zweitbesten Staatsschule vorliebnehmen muss.
Dass man das fast im gesamten Ausland anders sieht, auch der Sonderberichterstatter Munoz, das ficht dann nicht an.
DAS sind echte Meme. Sie verhindern, dass man sein eigenes Leid aendern muss, indem man es schoenredet. (Schoenreden ist auch, etwas "das kleinere Uebel" zu nennen ...) Schoenreden ist immer, wenn man etwas positiver darstellt, als es verdient genannt zu werden ...
Die naechste Stufe ist dann, das eine leiderzeugende Mem durch ein anderes zu ersetzen, das ein noch nicht verwirklichtes Ideal beschreibt, etwa Planwirtschaft. Und Menschen, die dies ablehnen, dann als "hoffnungslos" karikiert.
Bis er/sie dann dieses Ideal verwirklicht hat. Dann wird er/sie wieder in genau denselben Trott verfallen und eben dies neue dysfunktionale Mem alleinseligmachend verklaeren. Oder, in Einzelfaellen, in das gegenteilige Mem zurueckfallen. Revisionisten, Reaktionaere, Konterrevolutionaere ...
Was mich zusammenfassen laesst: Hauptsache Mem!
Drum sind sich die Memetiker in der Bekaempfung untereinander einig, was man nirgends so genau beoabchten kann wie bei Anonymous. Anonym heisst ja nicht mem-frei, eher das Gegenteil.
Vielleicht hat das einen Grund - keine Ahnung.
Ja, siehe oben. Das Voltairesche Problem, nur dass hier der, den man nicht kritisieren darf, man selbst ist!
Ich habe aber das Gefühl, dass jeder Sucht ein unbefriedigtes Bedürfnis zugrunde liegt, dass besser im Original befriedigt gehört als mit einem Ersatz.
Ich wuerde ja prinzipiell zustimmen wollen, nur: all diese Woerter mutieren unter Memetikern schon wieder zu Wiesel-Begriffen. Freud ist eines der besten Beispiele.
Weil er unbefriedigte Beduerfnisse hatte (bzw. Hemmungen, die deren direkte Befriedigung hinderten), deretwegen er zum Kokainisten wurde, und eine Phobie, deretwegen er die Leute abgewandt auf der Couch plazierte, installierte er einige der tiefsitzendsten Meme, die unsere Gesellschaft ueberhaupt kennt. Und war beleidigt, wenn man sie kritisierte.
Ich schaue mir ein Suchtverhalten an und finde dahinter die Suche nach dem Bedürfnis "Gemeinsamkeit vs. Einsamkeit samt Anerkennung und Akzeptanz - so wie man ist und nicht wie man sich macht".
Nun ja, das Beduerfnis nach Gemeinsamkeit - oder meintest Du Gemeinschaft? - ist eines, das man, glaube ich, ueberwinden muss, wenn man zu wahrer, d.h. unabhaengiger Erkenntnis gelangen will. Sonst muss man Bundesgenossen suchen.
Unsere Politiker sagen immer: "Politik ist die Kunst des Kompromisses". Wie ich immer nie muede werde, zu betonen: "Kompromisse sind eben keine Kunst!"
Da wir ja alle in Gesellschaft zu Konkurrenten mutiert sind,
Das bezweifle ich. Das ist ein Mem, die eigene Kooperationsunfaehigkeit oder -unwilligkeit und Empathiemaengel zu bemaenteln. Wir sind eben keine Nutzenmaximierer (wobei der Begriff Nutzen hier falsch verwendet ist [schon wieder ein Mem!!!] - wir sind Nutzenmaximierer - der Nutzen liegt ja gerade in der Kooperation - auch bei Zugvoegeln mit dem kleinen Hirn!).
können wir nur sehr begrenzt "gemeinsam" sein (Recht,Gesetz und Regeln müssen eingehalten werden).
Recht ohne innere Ueberzeugung von seiner "Richtigkeit" ist i.W. nutzlos. Dennoch braucht es das geschriebene Recht, da man nicht alles im Kopf haben kann, wenn man auf die Welt kommt. (In grossen Gesellschaften - in der Dorfgemeinschaft natuerlich nicht.)
Die Bonobos haben mit Gemeinsamkeit wohl weniger ein Problem.
Ich bin mir nicht ganz sicher, was ein impotenter Bonobo so alles anstellen wuerde ...
...
Sexuelle Aktivität scheint da nicht so verkehrt zu sein,
Napoleon Hill in "Think and grow rich" beschreibt das Liebesleben von 500 der reichsten Maenner seiner Zeit. Es ist geradezu DAS Unterscheidungsmerkmal ... Warren Buffett lebt mit Ehefrau UND Geliebter unter einem Dach. Zu andern moechte ich mich nicht aeussern.
Warum glaubt man wohl, werden Reiche so gehasst?
Rational ist das nicht mehr zu erklaeren ...
Dan Kennedy, einer der faehigsten Copywriter der Neuzeit, diskutierte das mal mit dem Dean der Harvard University anlaesslich eines Vortrages, den er dort hielt. Der schnitt ihm das Wort ab und sagte "Man kann nicht durch Nachdenken reich werden". Wozu Kennedy dann auf seinen Seminaren sagt: "Ja, verdammt noch mal, was machen die denn dann die ganze Zeit sonst in Harvard?"
Da ein Harvard-Praesident unmoeglich aber Meme haben kann, aufgeklaert wie der ist ...
ist aber nur eine Spielart, wie sich lausen oder anderweitig in echten Kontakt treten.
Da sind Frauen anders gepolt als Maenner. Als man, wiederum, glaube ich, in Harvard, eine Studie durchfuehrte, wo besonders praeparierte Studenten das jeweils andere Geschlecht zu Sex auffordern sollte, musste man die Studie erst neu aufsetzen und die Frageboegen neu skalieren - getrennt fuer Maenner und Frauen. Denn: nicht nur wichen die Bereitschaften EXTREM ab, die beiden Skalen ueberlappten noch nicht mal! Als man Jung-Werbetreibenden in einem Wettbewerb auftrug, die "praegnanteste" Kontaktanzeige zu formulieren, gewann eine Frau mit weitem Abstand - etwa 100:1 oder so - mit dem schlichten einen Wort: "Ficken?" ...
25% der Kinder sind vermutlich biologisch Kuckuckskinder - d.h. der Vater, der sie aufzieht ist nicht der biologische. Grund: auch wenn der Ehemann oefter mit seiner Frau schlaeft als der Liebhaber, ist sie fuer dessen Samen empfaenglicher, bekommt andere vaginale Konvulsionen (alles untersucht). Auch Frauen haben Strategien der genetischen Diversifikation ...
Wird aber alles so dick von Memen verdeckt, dass die Schminke einer Puff-Mama wie ein Kondom-Haeutchen wirkt dagegen ...
Die Überkategorie ist doch "authentisch gemeinsam sein und sich akzeptieren, wertschätzen usw".
Wie Goethe schrieb, als eine Angeschmachtete ihm schrieb, sie koenne nicht kommen, aber ihre Seele begleite ihn stets: "Lass' die Seele zuhause und komm' selber". Nein, Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus.
So, und bereits nach dem oben geschriebenen kriege ich jetzt wieder Hassmails, wetten? "Spackos", "Hast Du ueberhaupt einen Berufsabschluss" "Hoer auf, das Forum zuzumuellen". Keine Meme, nirgends. Man muss nur wissen, wen man nicht kritisieren darf.
Das ganze Verhalten von Gruppentieren ist doch ein sich einsortieren in diese Gemeinsamkeit.
Das geht in konkurrierenden Großkollektiven eher begrenzt.
Na ja, die Kollektive konkurrieren, aber IN den Kollektiven herrscht i.d.R. Kohaerenz, vgl. Mafia.
Jaaa, wenn denn die Macht auch eine aus echter Anerkennung und Zuwendung wäre.
Das greift zu kurz. Vermutlich waren die ersten Herrscher ("herizogo" usw.) derart, dass die Stammesgenossen sie freiwillig waehlten, auch auf Lebenszeit zur Not. Aber: ob die Kinder derselben die gleichen Befaehigungen haben, ist meist schon fraglich (zumal es bei mehreren schon schwierig wird - vgl. Diadochen, Thronfolge-Intrigen etc.)
Drum: ohne UMFASSENDE Bildung ALLER kann eine vergesellschaftete, nicht vergemeinschaftete Menschheit nicht ueberleben.
Ist sie aber heutzutage eher nicht sondern gekauft, erkauft, erzwungen, abhängig.
Niemand ist abhaengig. Freiheit kommt aus dem Innen. Niemand muss sich kaufen lassen. Sogar Erpressbarkeit ist eine Entscheidung, kein Zwang!
Ja. Wenn er nicht so schlau war und das Wissen schon verdrängt, verleugnet, sublimiert usw. hat.
Siehe schon oben, Freud, ich masse mir nicht (mehr) an, zu bestimmen, was an einer Aussage meines Gegenueber sublimiert etc. sei - denn die Gefahr, meine Vorstellung an Stelle seiner zu setzen, ist zu gross. Bin ich dann auch noch eine Autoritaet, erhalte ich Zuspruch zur falschen Meinung!
Nun ja, Du schreibst recht viel...viele kluge Sachen.
Danke. Es gibt ja mehr zu sagen, als dass Menschheit noch Zeit haette, es zu ignorieren.
Das Rennen wird arg, arg knapp ...
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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