Präzisierung zur Aufgabenstellung / Gott zerlabern
Hallo Bernadette,
Deine Aussagenlogik... ist die kommentierbar oder diskutierbar?
Selbstverfreilich.
AUSSAGENLOGIK "daraus folgt": (w)ahr oder (f)alsch?
"Wer von der Quantenmechanik nicht schockiert ist, der hat sie nicht
verstanden"
(Nils Bohr)
Wahr, aber nur für genau den Zeitpunkt,
in dem ein Forscher zum ersten Mal von den wichtigsten Axiomen der QuPh.
hört.
Wenn er danach seine Schockiertheit nicht ablegt, kann er nicht
weiterforschen.
(Wie hätte Nils Bohr sonst Mitbegründer der
Quantenmechanik
werden können?)
Niemand versteht die Quantenmechanik"
Richard Feynman
Wahr, wenn man den Satz vollständig sagt:
Niemand von den Wissenschaftlern, die von blinden Naturkräften
ausgehen,
versteht die Quantenmechanik.
Deine Schlußfolgerung, @Bernadette, ist gewagt, was auf falsche Axiome
hindeutet:
"Niemand ist von der Quantenmechanik schockiert."
Da Bohr und Feynman beide Physik-Nobelpreisträger sind, wird der Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen als gegeben (w) angenommen. Die Schlussfolgerung hingegen nicht. Oder anders: Das "daraus folgt" steht laut Aufgabenstellung zur Debatte: (w) oder (f).
Aufgabe ist es also, mit (w)ahr oder (f)alsch zu bewerten, ob aus den Aussagen von Bohr und Feynman korrekt geschlussfolgert wurde: "Niemand ist von der Quantenmechanik schockiert."
Die Schlussfolgerung ist aussagenlogisch (w)ahr. Beziehungsweise zeigt die Realität: Die Allerwenigsten sind von der Quantenmechanik schockiert (weil die Allerwenigsten die Implikationen verstanden haben).
Dieser Satz von Dir ist dagegen sehr interessant:
Da ist mir sofort in den Sinn geschossen:
"Worüber man nicht reden kann, darüber soll man schweigen"
(Frei nach Wittgenstein)
Wittgenstein meinte damit nicht, dass bestimmte Wahrheiten verschwiegen werden sollen, sondern dass das, was Sprechen oder Denken ermöglicht, nicht dessen Gegenstand (von Sprechen oder Denken) sein kann. Mitunter wird das so interpretiert, dass man Gott nicht zerlabern kann oder sollte.
Gruß, Bla