Oh nein! Es ist DIE Frage der Physik schlechthin, zumindest der abendländischen Physik. (Es gibt keine andere)
Ja, ja, schon klar, da träumen manche von ihrem Privatvertrag mit Gott,
und das Thema brennt ihnen durchaus auf den Nägeln, zum einen, ob sie
wohl
genügend Einlagen erbracht haben, zum anderen, ob sich Gott dann wohl
an
den Vertrag auch halten wird.
Man kann machen was man will, letzten Endes fehlt jedoch immer die
Unterschrift Gottes unter das wohlausgedachte Vertragswerk.
Verstehe ich nicht ganz, wo die Prämisse mit einem Vertrag und einer
Unterschrift herkommt. Als Metapher womöglich brauchbar.
Das kommt von meiner katholischen Erziehung. Ich habe Gott als Kind, so wie er mir beigebracht wurde, immer für ein bösartiges Wesen gehalten, welches dem Menschen einen Haufen unsinniger und widernatürlicher Gebote auferlegt hat, deren Einhaltung er kraft seiner Allwissenheit genauestens überwacht, und vor allem! - sogar die Gedanken, und deren Nichteinhaltung er mit schrecklichen, grausamen und vor allem ewigen Strafen sanktioniert.
Das alles wurde verkündet in den sogenannten Evangelien, was eigentlich "Frohe Botschaft" bedeutete, wesewegen ich zu dem Schluss gekommen bin, dass die Verlogenheit eine Tugend ist, welche die Christen von allen anderen Menschen unterscheidet.
Die Theodizee hat mich deswegen nie so recht interessiert, weil ich hielt Gott sowieso für bösartig.
Die Entdeckung, dass es ihn gar nicht gibt, diesen Gott, war für mich also ein Akt der Befreiung.
Der Faust hat Dich wohl schwer beeindruckt.
Eher als Inbegriff der abendländischen Kultur: Wir wollen wissen, was die Welt im Innerstern zusammenhält, und uns damit die Natur zu Nutze zu machen und mit diesem Wissen werden wie Gott.
Darum geht es, und um nichts anderes, bei der ganzen Naturwissenschaft - zu werden wie Gott.
Dass wir damit auch nachfolger von Gottes Bösartigkeit werden für andere Lebewesen, war zwar nicht beabsichtigt, wird aber in Kauf genommen - bis es uns selber betriffft und wir die Geister, die wir riefen, nicht mehr bändigen können.
Dann setzt eine Welle der Selbstgeiselung ein, derzeit vor allem "Refutschis ar Welkamm!", um uns selber zu bestrafen. hat aber niemals geholfen.
Hinweis dazu:
Kant hat untersucht, welche die Grenzen der Erkenntnisfähigkeit sind,
denen wir aufgrund unserer sinnlichen Einschränkungen in der Wahrnehmung
unterliegen.
Es lohnt sich,
Stimmt.
Mit Kant habe ich mich kaum beschäftigt. Dezeit lese ich Nietzsche, Menschliches-Allzumenschliches.
Letztlich ist die Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält eine
metaphysische, deren Beantwortung jenen, von Kant und anderen
beschriebenen, sinnlichen Einschränkungen in der Wahrnehmung unterliegt
und daher in letzter Konsequenz eine Glaubensfrage ist.
Uhhhh. Doitse Sprache swere Sprache.
Du meinst:
Letztlich ist die Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält eine
metaphysische, weil deren Beantwortung jenen, von Kant und anderen
beschriebenen, sinnlichen Einschränkungen in der Wahrnehmung unterliegt
und daher in letzter Konsequenz eine Glaubensfrage ist.
Was Kant allerdings nicht berücksichtigt hat: Da Gott aber auch erfahren
werden kann
Da sieht aber die Neurophysiologie als Abkömmling der Physik (chemische und elektronische Vorgänge im Gehirn) etwas anders. Ihrer Meinung nach sind Gotteserfahrungen chemische und elektronische Vorgänge im Gehirn, hervorgerufen u.a. durch partiellen Sauerstoffmangel.
Das ist das alte Problem der Metaphysik:
Kaum beschäftigt sich ein Physiker mal mit deren Ergebnissen, lösen sie sich in Dampfplauderei auf.
Alternativ dazu - wie von Kant beschrieben - müssen derlei metaphysische
Fragen in weiten Teilen unbeantwortet bleiben.
Es ist sinnlos, Fragen die unbeantwortet bleiben müssen,überhaupt zu stellen.
Das ist eine Sandkastenspierei.
Ich ersetze daher den Begriff "Religion" in dem Kontext mit "Glauben" oder
"metaphysischen Modell", dann dürfte es keine Verständnisprobleme geben.
s.o.
Die Gründe, warum das nicht geht, nannte ich Dir weiter oben.
Wenn du eine These nicht widerlegen kannst, dann hast du sie als gültig zu akzeptieren.
Gruß, Bla
Ach so, ja.Was war das Thema deines Beitrags?
Dass Religion eine Privatsache sei?Ich aber sage dir, Religion ist als Prvatsache gar nicht definierbar.
Und ich sage Dir: Okay, Religion mag von deren weltlichen Vertretern
missbraucht werden, da hast Du recht. Dann ist es ein gruppenbezogenes
Phänomen und keine Privatsache. So weit gebe ich Dir recht.Ersetze daher "Religion" mit "Glauben" oder "metaphysisches Modell", dann
dürfte es keine Missverständnisse mehr geben, in Hinblick auf meine
Ausführungen, die sich auf eine introspektive Ebene beziehen.
Ein Glauben,der sich nur introspektivisch auswirkt, ist machtlos und damit irrelevant.
So ne Art perpetuum Mobile: Dreht sich ständig im Kreis und bewirkt nichts.
Gruß Mephistopheles
--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc