Wozu Aufregung?
Hallo Helmut!
Du schreibst: Wenn sich eine passende Gelegenheit ergibt, dass diskutiere ich auch dann und wann mit verschiedenen religiösen Fanatikern, auch unter den westlichen Religionen, - manchmal mit Adventisten, manchmal auch mit den Zeugen Jehovas.
Apropos Zeugen Jehovas.
Ich kenne da einen sehr Aufgeräumten, der nicht fanatisch aber getreu seinem Glauben lebt. Ich möchte so nicht leben, aber die Konsequenz nötigt mir Respekt ab.
Was Dir als fanatisch erscheint, ist bei denen eine klare Lebensregelung.
In einer Welt der Beliebigkeit ist das ein sehr wirkungsvoller Kontrast, der zumindest zum Nachdenken der eigenen Positionen anregt.
Deren Dogmatik ist mir allemal lieber als die Fanatik der empörten Gutmenschen, die mit ihren verlogenen Prinzipien ganz bibelgemäß zum Nattern- und Otterngezücht gezählt werden können. ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
Da viele in ihrer Kurzsichtigkeit die Evolutionstheorie- so problematisch und umstritten sie auch sein mag - als kontrovers zur Schöpfungsversion nach der Bibel interpretieren, - habe ich (für mich) eine Verbindung zwischen beidem konstruiert.
Hier gilt es zunächst etwas zu erklären.
Die Evolutionsbefürworter haben es sich zur „guten Sitte“ gemacht, die Gegner aus Verleumdungsgründen oder auch Unwissen in einen Topf zu schmeißen.
Die Kreationisten erheben tatsächlich Anspruch auf eine textgetreue Auslegung des AT und beharren auch auf den zeitlichen Abläufen.
Im Gegensatz dazu gibt es die Vertreter des Intelligent Design, die sich überwiegend aus Wissenschatlern (vorrangig Biologen) rekrutieren und einen Schöpfergeist für wahrscheinlich halten, aber absolut keine Aussage zum Weltgeist selbst oder zu den Zeitabläufen treffen.
Diesen wesentlichen Unterschied bügelt der ideologische Gegner aber gleich ab, weil man mit dem angreifbaren Bibeltext viel bessere Munition laden kann, als wenn man sich auf die Diskussion zu biologische Abläufen einläßt.
Das ist die gleiche Strategie wie bei der Hinterfragung eines wichtigen historischen Ereignisses des letzten Jahrhunderts.
Es wird nicht mit dem Florett gefochten, sondern es wird mit der Sonderanfertigung eines Caterpillar mit extra großen Schiebeschild vorgefahren, wie er z.B. in den Palästinensergebieten beim Häuserabriß zum Einsatz kommt.
Meine Version geht in die Richtung, dass gerade die Evolution die Existenz eines höheren Wesens voraussetzt, weil die gesamte Evolution auf einer derartigen Exaktheit sowie Perfektion beruht, die nicht einfach als Zufall oder in sich selbst begründet werden kann.
Das wäre möglich, wobei die ID-Vertreter eine Mikroevolution (Anpassung der Art an die Umgebung) durchaus befürworten.
Der entscheidende Punkt ist allerdings der Artenübersprung (Makroevolution), also z.B. der Wandel von Kriechtieren zu Vögeln, der eigentlich absurd ist, weil sich in diesem Fall der gesamte Organismus hätte wandeln müssen und damit auch permanent in überlebensfähiger Ausstattung während des Wandlungsprozesses hätte halten müssen.
Daraus stellt sich nun die Frage, wozu dann überhaupt der Wandel, wenn es während des Prozesses auch schon funktionierte?
Aber natürlich ist diese These genauso umstritten wie andere, - und ich beharre ja auch nicht drauf. Ich wehre mich nur gegen ein Schwarz-Weiß-Denken, das aufgrund unsere schmalen Bandbreite unserer Denkmöglichkeit nicht angebracht ist.
Richtig, aber eine solche Diskussion ist kaum möglich.
Als der ehemalige Thüringer Ministerpräsident Althaus einen ID-Vertreter zur Diskussion einladen wollte, wurde er massiv angegriffen und die Einladung wurde zurückgezogen.
Fair wäre es gewesen wenn beide Denkrichtungen einen Disput hätten führen können, aber genau das wurde VERBOTEN!
Wir leben in einer Gedanken-Diktatur und es sind nur bestimmte Überlegungen gestattet und so lange Jükü solche Debatten auf seiner Couch zulässt, werde ich mich dazu einbringen. Das vermeintlich gesichterte Wissen der Allwissenden wird zur Ideologie und zur Proganda und wenn man die Dogmen hinterfragt, dann werden sie pampig. ![[[sauer]]](images/smilies/sauer.gif)
Aber Du hast recht, - man kann sich an derartigen Diskussionen amüsieren oder zerfleischen, - wie man eben will, - aber letztlich führt es zu nichts.
Welche Diskussion führt denn zu etwas?
Hat die Flüchtlingsdiskussion die Chaos-Politik der Kanzlerin beeinflußt?
Sind wir jetzt alle reicher, weil wir wissen was Geld ist und was keines ist?
Nützen uns die Debatten über False-Flag Anschläge etwas und über historische Lügen, die nur den Mächtigen helfen?
Den Nutzen einer Diskussion muß jeder für sich selbst finden und wenn ich an einer Debatte nicht teilnehmen möchte, dann lasse ich es einfach sein.
So einfach kann manchmal die Welt sein. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
mfG
nereus