Was die Welt im Innersten zusammenhält ist keine Frage der Religion sondern der Metaphysik
Ja, ja, schon klar, da träumen manche von ihrem Privatvertrag mit Gott,
und das Thema brennt ihnen durchaus auf den Nägeln, zum einen, ob sie wohl
genügend Einlagen erbracht haben, zum anderen, ob sich Gott dann wohl an
den Vertrag auch halten wird.
Man kann machen was man will, letzten Endes fehlt jedoch immer die
Unterschrift Gottes unter das wohlausgedachte Vertragswerk.
Verstehe ich nicht ganz, wo die Prämisse mit einem Vertrag und einer Unterschrift herkommt. Als Metapher womöglich brauchbar.
Die Natur des Menschen ist zu fragen, was die Welt im Innersten
zusammenhält.
Der Faust hat Dich wohl schwer beeindruckt. Mich auch. Die Frage nach dem, was die Welt im Innersten Zusammenhält, ist die Frage nach der Metaphysik hinter dem, was wir beobachten können.
Exkurs dazu:
Hans-Peter Dürr - Wir erleben mehr als wir begreifen
https://www.youtube.com/watch?v=8Tu3q8Cxs-I
Hinweis dazu:
Kant hat untersucht, welche die Grenzen der Erkenntnisfähigkeit sind, denen wir aufgrund unserer sinnlichen Einschränkungen in der Wahrnehmung unterliegen.
Es lohnt sich, das genauer zu studieren. Kant hat das unter den Fragestellungen besprochen:
- Was kann ich wissen?
- Was soll ich tun?
- Was darf ich hoffen?
-> https://www.youtube.com/watch?v=iKdtJ6lph8U
Letztlich ist die Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält eine metaphysische, deren Beantwortung jenen, von Kant und anderen beschriebenen, sinnlichen Einschränkungen in der Wahrnehmung unterliegt und daher in letzter Konsequenz eine Glaubensfrage ist.
Was Kant allerdings nicht berücksichtigt hat: Da Gott aber auch erfahren werden kann - und sich dann Zweifel und Fragen in Antworten umwandeln, können hier auf individueller Ebene durchaus echte Antworten gefunden werden.
Alternativ dazu - wie von Kant beschrieben - müssen derlei metaphysische Fragen in weiten Teilen unbeantwortet bleiben. Wenigstens kann man sich ziemlich genau rantasten, an die Fragen, die zunächst unbeantwortet bleiben müssen.
Ich ersetze daher den Begriff "Religion" in dem Kontext mit "Glauben" oder "metaphysischen Modell", dann dürfte es keine Verständnisprobleme geben.
Da sitz ich nun, ich eitler Tor, und bin so schlau als wie zuvor.
Aber: Ist es wirklich die Natur des Menschen? Es ist schließlich eine
Singularität, und zwar der faustischen Kultur, die Frage nach den letzten
Gründen des Daseins zu stellen.
Alle anderen Kulturen hatten Antworten, ohne jemals gefragt zu haben.
Wie Du meinst...
Vor allem hat Gott noch nie irgendjemandem einen Nutzen gebracht.
Das könnte von Zara stammen und ist in erster Linie behauptet
Nein, das ist eine These. Kannst du gerne widerlegen.
Die Gründe, warum das nicht geht, nannte ich Dir weiter oben.
Da tust du Zara aber in höchstem Maße unrecht.
Er ist zwar borniert, aber keineswegs tumb.
Er mag nicht tumb sein, aber was er schreibt ist es sehr oft. Meistens ganz tumbes Arbeiten mit interpretationsgeladenen Begriffen.
Und in dem Moment, wenn er klare Kante zeigen soll, schweigt er, weil sich der ganze Kokolores in Luft auflösen würde:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=387237
Gruß, Bla
Ach so, ja.Was war das Thema deines Beitrags?
Dass Religion eine Privatsache sei?Ich aber sage dir, Religion ist als Prvatsache gar nicht definierbar.
Und ich sage Dir: Okay, Religion mag von deren weltlichen Vertretern missbraucht werden, da hast Du recht. Dann ist es ein gruppenbezogenes Phänomen und keine Privatsache. So weit gebe ich Dir recht.
Ersetze daher "Religion" mit "Glauben" oder "metaphysisches Modell", dann dürfte es keine Missverständnisse mehr geben, in Hinblick auf meine Ausführungen, die sich auf eine introspektive Ebene beziehen.
Gruß, Bla