Koerpereigene Anabolika-Produktion und Muskeltraining ...
Der kommt 1x pro Woche, macht jede Übung 1x und geht wieder, und die anderen denken, der spritzt wie blöd!
Vor vielen Jahrzehnten hat Dr. Randall J. Strossen (Ph.D. Psychologie/Stanford) die Kraftsport-Szene mit seinem ikonoklastischen Buch "Super Kniebeugen: Aufbau von 30 Pfund Muskelmasse in 6 Wochen" aufgeschreckt.
Bis dato gab es alle moeglichen Trainingsprogramme mit unterschiedlichsten auf- und absteigenden oder gleichbleibenden Anzahlen von Saetzen und Wiederholungen pro Satz.
Seine Philosophie war, die groessten Muskelgruppen (d.h. Oberschenkel/Gesaesss/Ruecken und Waden, Bauch mitbeteiligt etc.) so stark zu fordern, dass eine vermehrte Wachstumshormon-Ausschuettung erfolgt. Diese kommt dann letztlich auch den kleineren Muskelgruppen zugute.
Kritische Gegenstimmen behaupten, es funktioniere (so) nicht. Allerdings habe ich damit eigene Erfahrungen und kann nur sagen, dass es bei mir und den Sportlern, die ich, nachdem das Buch 1989 ff. Wellen schlug, damit habe arbeiten sehen, anschlaegt bzw. anschlug.
Also muss m.E. irgendeine Wachstumshormon-Komponente vermehrt ausgeschuettet werden, auch wenn die Wissenschaftler behaupten, (vermehrte) Testosteron-Ausschuettungen seien es nicht.
Ich weiss aber auch nicht, ob die wahrscheinlich unter Laborbedingungen unternommenen "Super-Squats" wirklich mit der "rauhen, aber herzlichen" Trainingsatmosphaere in einem schummerigen Kraftsport-Verein vergleichbar waren. Vielleicht hat man da ein paar verzagten Sportstudenten erzaehlt, worum es geht und die haben sich dann "Muehe gegeben". Das ginge an der Realitaet des Trainingsalltags der "Dinosauriere" des Kraftsports arg vorbei.
Da wird besonders die letzte Wiederholung mit einem martialischen Schreien begleitet und danach kann der Uebende u.U. nicht mal mehr stehen, so ausge"powert" ist der Muskel. Ob da ein Mediziner mit zusieht ohne sich vor Schreck in die Hose zu machen und zu sagen "halt, halt, so geht das nicht, mein Ethik-Kommittee hat mir verboten ..." usw., weiss ich nicht.
Jedenfalls haben mich die meisten Studien nicht ueberzeugt, zumal das nicht so einfach ist, auch nur drei Hoechstleistungssportler gemeinsam "vor einen Karren" zu spannen. Da hat jeder einen andern Trainingsplan, von dem er nicht einfach abweichen kann, wenn er nicht die laufende Saison gefaehrden will. Ob also die jeweiligen Probanden in solchen Studien wirklich die "echten harten Kerle" sind, habe ich mehr und mehr zu bezweifeln gelernt.
Allerdings gibt es bei allen extremen Muskelaufbau-Programmen einen Nebeneffekt: die "Generalisierung", deretwegen Super-Squats so populaer sind, wirkt sich dann auf JEDEN Muskel aus, nicht nur die trainierten.
Und das wirkt sich dann halt aehnlich wie Anabolika aus, ohne an sich ungesund zu sein. Darum sehen manche dieser Extremsportler dann auch im Gesicht etwas "feist" aus - die Backen-Muskeln wachsen halt auch mit.
Wer sich insbesondere die Super-Schwergewichtler aller dieser Sportarten ansieht, entdeckt immer wieder morphologische Aehnlichkeiten, die nicht von ungefaehr kommen. Das ist eben der beschriebene Hoechstleistungssportler, der bereit ist, fuer seine vordersten Plazierungen Opfer zu bringen. Meine Sache war das nie, aber in andern Sportarten gibt es, statt bloss ein paar "dicke Backen" viel schlimmeres, naemlich lebenslange spaetere Beeintraechtigungen, z.B. bei Turnerinnen und Gymnastinnen, Springern, Werfern, Zehnkaempfern usw. Leute mit mehrfach geflickten Baendern und Sehnen usw.
Also: diese extremen Halte- und Hebeuebungen haben ueberproportionale Wirkungen, aber wer es laenger betreibt, waechst auch an anderer Stelle ueber sich hinaus ...
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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