Gegenwartsflucht

Ashitaka, Sonntag, 08.11.2015, 19:35 (vor 3724 Tagen) @ Leserzuschrift5975 Views

Im Sommer '89 beispielsweise wurde bei vielen DDR-Bürgern der latente
Wunsch, dem System den Rücken zu kehren, zum aktiven Willen und dies
mündete in entsprechendem Handeln.

Es ist der Wille der Massen. Die Masse hat aber kein Potential zu handeln (die Grenze zu öffnen). Du bewegst dich in der Zeitschiene einfach gedanklich soweit nach vorne (Zara macht es gerne mit "früher oder später"), bis die Grenzen offen sind. Ihr zieht das Ereignis sozusagen in die Gegenwart der Willenserklärung (Ohnmacht der Massen), betrachtet damit niemals das Gegenwärtige, sondern ausschließlich das Potentielle. Das machen Ereigniskettendenker gerne, sich in der Rückwärts- und daraus abgeleiteten Vorwärtsbetrachtung die Macht zu verleihen.

Der Zerfall der DDR war keine Befreiung von der Zentralmachtordnung, sondern nur eine Veränderung auf den Machtebenen.

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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.


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