3.1.2 Bedeutung des Leistungssports fuer die Gesunderhaltung
Typischerweise schaffen Menschen vorgerueckten Alters gar keinen einzigen Klimmzug oder keinen Liegestuetz, viele nicht mal eine technisch saubere Kniebeuge.
Dass mit dieser mangelnden Koerperbeherrschung Verletzungen, Verschleiss und Unfallgefahren sowie die genannten Alterskrankheiten zwangslaeufig herbeigefuehrt werden, sollte eigentlich jedem einleuchten.
Nun reicht aber der reine Freizeitsport nicht, um das Altern oder den Verschleiss zu verhindern. Im Gegenteil, bei falscher Ausfuehrung drohen seinerseits Gefahren, z.B. fuer das Herz, Baender, Sehnen und Gelenke.
Aber, so, wie ein Auto auch nicht gerade so motorisiert wird, dass es muehsam die Geisslinger Steige erklimmt, sondern mit Reserven ausgestattet wird, sowohl was Bremsen wie Motorleistung betrifft, so muss auch der menschliche Koerper deutlich mehr leisten koennen, als ihm im Alltag abgefordert wird, wenn er unfallfrei und gesund erhalten werden soll.
Als Daumenregel kann gelten, dass man mindestens dreihundert Prozent der im Tagesablauf geforderten Maximalleistung sicher erbringen koennen sollte!
Wenn also jemand ein Kind mit bis zu zwanzig Kilo Gewicht noch hochhebt, dann sollte er/sie eigentlich besser 60kg sicher heben koennen. Verletzungen drohen ja immer, wenn auch nur kurzzeitig die Maximalfaehigkeiten ueberschritten werden. Man traegt also das Kind im Arm, faehrt aber Bus und der Bus faehrt durch ein Schlagloch. Durch den kurzzeitigen Impuls ist das Kind nun doppelt oder dreimal so "schwer" - und zack ist die Bandscheibe eben "draussen".
Das Umknicken am Bordsteinrand mit anschliessender behandlungsbeduerftiger Baenderzerrung, das schief Aufkommen nach Ueberwinden eines kleinen Maeuerleins, all diese Alltagsgefahren werden ueberhaupt erst unfalltraechtig, weil die meisten Menschen -scheinbar "unbeschwert"- mit zu wenig Reserven durch's Leben gehen!
Keiner macht beim Einparken oder vor einer Ampel staendig eine Vollbremsung; vielmehr teilt man sich den Bremsweg vernuenftig ein. Aber wehe, das Auto oder der Lastkraftwagen oder Omnibus beherrschte gar keine Vollbremsung! Vermeidbare Unfaelle waeren an der Tagesordnung, so wie bei der Durchschnittsbevoelkerung im normalen Lebensvollzug z.B. Haushaltsunfaelle und Treppenstuerze bei Aelteren eben als scheinbar unausweichliches Schicksal hingenommen werden. Gaebe es aber, wie beim Kraftfahrtbundesamt eine Strassenverkehrszulassung fuer KFZ, bei einem Menschengesundheitsamt eine Strassenverkehrszulassung fuer Fussgaenger, gaebe es keine verstauchten Knoechel und schon gar keine komplizierten Oberschenkelhalsbrueche bei den Rentnerinnen und Rentnern.
Nur muss man seinen Koerper gar nicht extra in eine Werkstatt, sprich Fitness-Studio bringen, um ihn rundum gesund zu erhalten.
Von ein paar angeborenen Missbildungen und Stoffwechselkrankheiten abgesehen, koennten schaetzungsweise die uebrigen 97% der Gesamtbevoelkerung ohne altersbedingte Ausfallerscheinungen durch's Leben gehen. Eine Gerontologie gaebe es vermutlich gar nicht. Gibt's ja fuer Autos auch nicht. Kein Mensch behauptet doch, die ADAC Pannenstatistik listete Vorkommnisse, die unvermeidbar waeren?!
Das schoene gegenueber dem Auto ist nur: der Koerper als lebendes System erhaelt sich selbst. Aber eben nur, wenn er gefordert wird. Regelmaessig.
Denn: der Koerper, eben als lebendes System, passt sich an. Grenzenlos. Bist Du Marathon-Laeufer - weg mit ueberfluessigem Gewicht, sprich Muskeln, Fett und Knochen.
Bist Du "Couch-Potato" - weg mit den ueberfluessigen Muskeln, Sehnen, Knochen; Fett einlagern fuer schlechte Zeiten, solange Kohlehydrate im Uebermass angeboten werden, aber bloss ja keine "unnoetigen" Zellstrukturen anlegen!
Woher soll denn der Koerper wissen, dass am naechsten Tag aufgrund von Benesch-Dekreten eine Wanderung ueber tausend Kilometer anstehen koennte?
(Im Uebrigen ist es fast aussichtslos, sich "das Fett" wegtrainieren zu wollen, wenn man sich gleichzeitig ungesund/unvernuenftig ernaehrt: "… you cannot outrun a bad diet": "The ‘health halo’ legitimisation of nutritionally deficient products must end …" – "Der Heiligenschein fuer schlechte Nahrung muss endlich aufhoeren". – "Dick sein ist wie eine Behinderung" (Welt.de))
Denn … der GO kommt ja schon noch irgendwann …
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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