3.5 Mehr theoretische Ueberlegungen zum Alternsproblem und seiner Ueberwindung

CrisisMaven ⌂, Sonntag, 17.05.2015, 23:08 (vor 3896 Tagen) @ CrisisMaven18590 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 19.05.2015, 19:20

Das allgemein beschriebene (Fehl-) Verhalten (sitzende Taetigkeit, wenig Bewegung, keine Anstrengung, Fehlernaehrung, Arzneimittelvergiftungen usw.) fuehrt im Wesentlichen dazu, dass unsere Sozialsysteme schon jetzt nicht mehr finanzierbar sind (sie leben ja "auf Pump", nicht von Ruecklagen). Die Haelfte bis sogar 90% der Krankheitskosten eines ganzen Lebens entfallen heutzutage fast ausschliesslich auf die letzten Jahre bis sogar nur Monate des Lebens!

Weder ist dadurch das Leben lebenswerter geworden, nein, selbst, dass die Menschen heute im Allgemeinen aelter wuerden als frueher ist ein Wahnglaube! Irre! Nichts hat sich hinsichtlich der Lebenswerwartung nennenswert getan - nur die Saeuglings- und Kindersterblichkeit ist aufgrund besserer Hygiene, medizinischer Versorgung und besserer Ernaehrung geringer geworden, so dass die Gesamt-Lebenswerwartung der jeweiligen Alterskohorte groesser (laenger) geworden ist. Gleichzeitig ist aber sogar die Lebensqualitaet der letzten Lebensjahre erheblich gesunken.

Man koennte es daher so zusammenfassen:

1) Die (erwachsenen) Menschen leben heute kaum laenger als frueher,

gleichzeitig aber

2) leben sie in ihrer Gesamtheit in ihrer zweiten Lebenshaelfte eher ungesuender und "unwohler" als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Es merkt nur niemand, da die Menschen stets ihrer Zeit verhaftet sind und selbst die, die sich mit Geschichte akademisch "auf hohem Niveau" befassen, Kriegs- und Politik-Geschichte betreiben, ein paar wenige noch allgemeine Kulturgeschichte, aber die wenigsten befassen sich damit, wie man frueher konkret lebte und wie hoch die tatsaechliche Lebenserwartung ist oder war. Sonst wuerden ja auch alle wissen, dass die Krankheitskosten nur etwa 10% dessen betragen muessten, was heutzutage mit abnehmendem Erfolg dafuer jaehrlich aufgewendet wird - naemlich sie wuerden sich um die terminal-illness-Problematik nicht nur abstrakt kuemmern, sondern auch konkret, am eigenen Leibe. Am eigenen Leibe sich darum kuemmern bedeutet nicht, die Verantwortung per Patientenverfuegung auf die Kinder abladen und sie dann damit finanziell und emotional sowie administrativ, organisatorisch und rechtlich alleine zu lassen, sondern sich selbstbestimmt und selbstverantwortlich darum zu kuemmern, dass solche Massnahmen aller Wahrscheinlichkeit gar nie notwendig werden!

Sich dagegen diese Lebens-Qualitaet zu erhalten, eroeffnet noch ganz andere Moeglichkeiten.

Davon, dass diese Lebens-Qualitaet auch ganz andere Moeglichkeiten eroeffnet, ganz zu schweigen. Frueher kannte ich noch einige Familien, in denen die Urenkel ehrfuerchtig von ihrem Urgrossvater oder ihren Urgrosseltern sprachen. So etwas hoere ich in den heutigen Generationen kaum noch, wenn ueberhaupt. In den letzten zwei Jahrzehnten ist mir kein einziger Fall erinnerlich.

Bei der angeblich "gestiegenen Lebenserwartung" doch nachgerade erstaunlich, nicht etwa? (Ja, ja, Frauen bekommen heute z.T. spaeter Kinder - aber wenn die Lebenserwartungs-Luege eben wahr waere, dann muesste "der" Urgrossvater auch heute noch vereinzelt als Familienpatriarch anzutreffen sein. Man trifft ihn aber nicht mal mehr in Pflegeheimen!)

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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