3.6 Fuer wen ist dieses Training geeignet? Fuer die Willigen!
Jeder Mann und jede Frau koennen von diesem Trainingskonzept profitieren. Wichtig ist, dass hier das Training auf das Wesentliche "verdichtet" wird. Wer von jeder Uebung nur einen Satz bis zur vollstaendigen Muskelerschoepfung durchfuehrt, erzielt schon Ergebnisse ("Ueberkompensation"). Das ist eine zwangslaeufige Folge der Art, wie unser Koerper konstruiert ist.
Dies gilt sogar fuer Querschnittsgelaehmte! Ich weiss, es klingt abstrus, aber Bill Bartman und andere haben es vorgemacht: Bill Bartman, der spaeter Milliardaer wurde, aber aus den Slums stammt, erlitt einen schweren Unfall und war vollstaendig vom Hals ab querschnittsgelaehmt. Der Leitende Oberarzt laechelte weise, als Bartman ihm anvertraute, er gedenke das Krankenhaus auf zwei Beine gehend wieder zu verlassen.
Nach Wochen konnte er eine erste Zehe wieder bewegen. Der Arzt blieb unbeeindruckt und zeigte ihm mit dem Wartenbergrad bis Blut kam, dass "man" so nichts bewirken koenne, denn schliesslich spuere er ja nicht mal an der empfindlichen Innenseite des Oberschenkels etwas.
Nun ja, nach Monaten konnte Bartman schliesslich aufstehen und als er neben dem Bett stand, mitten in der Nacht, drueckte er ganz begeistert den Rufknopf, woraufhin die Nachtschwester angerannt kam (Querschnittsgelaehmte, die Rufknoepfe druecken - da ist Eile angesagt, gelle). Da das Zimmer dunkel war, sah sie nur neben dem Bett einen Geist (das weisse Fluegelhemdchen tat sein Uebriges …). Und dann schrie sie erst das Haus zusammen, dann sank sie in Ohnmacht.
Bartman verliess das "Kranken"haus auf zwei Beinen und steht heute noch auf selbigen.
Was lehrt uns das? Dass die geistige Anstrengung das Training ausmacht. Die Uebung wird im Geiste vollzogen, der Koerper folgt dem, und wenn er dafuer durchtrennte Nervenbahnen neu (zusammen-) wachsen lassen muss!
Nur: es bedarf dazu der Willenskraft, der Motivation. "Fuenf mal zehn" Wiederholungen, also fuenf Saetze zu je zehn direkt hintereinander ausgefuehrten Wiederholungen mag leicht gelingen, aber derselbe Sporttreibende, der stattdessen versucht, fuenfzig Wiederholungen an einem Stueck in einem Satz durchzufuehren, wird meist scheitern. Meist schafft er nicht mal dreissig!
(Dazu gibt es uebrigens wissenschaftlich ermittelte Kurven fuer's Gewichttraining u.a. Sportarten.)
Das entscheidende hier ist die Willenskraft. Die Willenskraft kann verausgabt werden und dann dauert es lange, bis sie wieder zur Verfuegung steht. Die "Ego-Depletion-Forschung" geht davon aus, dass der (Tages-) "Vorrat an Willenskraft" begrenzt sei. Aber: auch er laesst sich durch Training eben steigern! Vgl. z.B. "The science of willpower" (scopeblog.stanford.edu) | "Ego Depletion and the Benefits of Simple Living" | American Psychological Association (apa.org): "What You Need to Know about Willpower" | Wikipedia EN: "Ego depletion"
Daher sind (Leistungs-) Sportler meist auch im Berufsleben erfolgreicher: weil sie gelernt haben, die "Speicher der Willenskraft" schneller wieder aufzufuellen. Was zuerst nur in der Lieblingssportart klappt, "generalisiert" sich irgendwann, d.h. man kann seinen Willen auch auf andere Dinge anwenden, ohne, dass er sich erschoepft hat, nur weil man davor bereits eine auf etwas anderes gerichtete Willensanstrengung unternehmen musste. Im Guten wie im Schlechten muten solche Menschen manchmal etwas stur an. Sturheit ist aber Willenskraft gepaart mit Uneinsichtigkeit. Wer sich von besseren Argumenten ueberzeugen laesst, wird seine Willenskraft nicht an unsinnige Vorhaben und blosse Rechthabereien verschwenden. Umso mehr erreicht er daher auch dort, wo die Willenskraft mit Gewinn eingesetzt wird - fuer sich und andere.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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