3.6.2.1 Das Osteoporose-Raetsel – ein Artefakt der medizinischen "Wissenschaft"

CrisisMaven ⌂, Sonntag, 17.05.2015, 23:13 (vor 3896 Tagen) @ CrisisMaven19975 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 19.05.2015, 19:47

Wie schon oefter auch anderwaerts geschrieben, ist man als Kraftsportler gewohnt, ueber Osteoporose und "Glasknochen" anders (nach-) zudenken als die Gerontologie, die statt Versuche durchzufuehren, einfach die heutigen zivilsatorischen Verfallserscheinungen fuer bare Muenze nimmt.

Wenn auch noch Siebzigjaehrige je nach Gewichtsklasse noch das Mehrfache ihres Koerpergewichtes "heben", "stemmen" oder "druecken" koennen, eine Belastung, unter der fragile Knochen bersten muessten, dann draengt sich einem geradezu die Frage auf, wie der "Rest der Wissenschaft" eigentlich dazu kommt, den einfachsten Zusammenhang nicht zu sehen:

Knochen werden, wie alle anderen koerperlichen Erscheinungen, als da waeren, Muskeln, Sehnen, Baender, das Gehirn, Lunge und Herz, um einige der wichtigsten zu nennen, dann schwaecher, wenn sie nicht belastet werden.

Astronauten haben schon allein nach laengeren Aufenthalten in Schwerelosigkeit einen Knochendichte-Verlust, wie er sonst nur in hoeherem Alter auftritt:

"Astronauten haben im schwerelosen Zustand einen Muskel- und Knochenabbau (Osteoporose), der etwa 10 x so hoch ist, wie bei einem Osteoporose-Kranken auf der Erde."

"Astronauten sich nach der Rueckkehr von langen Weltraummissionen nur muehsam auf den Beinen halten":

"Eine vierjaehrige Studie zu den langfristigen Auswirkungen der Schwerelosigkeit zeigte jetzt, dass sich bei Langzeit-Besatzungsmitgliedern der Internationalen Raumstation (ISS) die Hueftknochen um immerhin durchschnittlich 11 Prozent abbauten. … Auch bei Menschen, die die Erde nie verlassen, ist Knochenschwund keine Seltenheit. Aerzte behandeln Millionen von Frauen und Maennern wegen Osteoporose …"

"Merklicher Knochenschwund bei Astronauten"

"Die … entdeckte Abnahme der Knochenstaerke lag zwischen 0,6 und fuenf Prozent pro Monat Dienst auf der ISS."

Mit andern Worten: die Zusammenhaenge sind spaetestens sei Beginn der raumfahrtmedizinischen Untersuchung in den sechziger Jahren bekannt. Und … andererseits weiss man ebenfalls seit Jahrzehnten, dass es Menschen gibt, die auch in vorgeruecktem Alter eine genau umgekehrte Entwicklung nehmen: Kraftsportler.

Kraftdreikaempfer (Powerlifter) werden, ebenso wie Gewichtheber, nach Gewichts- wie nach Altersklassen eingeteilt. Dabei sind die "Masters III" die ueber 60- bis 69-jaehrigen, Masters IV die 70-jaehrigen und aelter.

Man schaue sich nur die europaeischen Resultate an:

EUROPEAN MASTERS 3 MEN'S EQUIPPED RECORDS bzw.

In der leichtesten Gewichtsklasse bis 59 kg, Gombar Milan, geboren 1948, hebt in der Kniebeuge bei eigenen 58,88 kg Koerpergewicht (!) am 05.07.2011 sage und schreibe 202,5 kg! Damals war er also 63 Jahre alt …

EUROPEAN MASTERS 3 WOMEN'S EQUIPPED RECORDS

Bei den Frauen hebt Fomina Tatyana, geb. 1946, am 27.09.2011 bei einem eigenen Koerpergewicht von 61,66 kg 150 kg in der Kniebeuge, oder das Zweieinhalbfache ihres Koerpergewichts mit 65 Jahren!

Siehe auch: Weight bearing exercise and prevention & treatment of Osteoporosis von Dr. Josephine Wing-yuk Ip (powerlifting-ipf.com, PDF, 53 Seiten)

Hier die gesamte Internationale Rekorduebersicht im Powerlifting/Kraftdreikampf.

Nachdem wir uns nun schon etwas gegen das Vorurteil, es gebe so etwas wie "angeborene Neigung zur Osteoporose im hoeheren Lebensalter" abgehaertet haben, schreiten wir nun zur Enthuellung des Osteoporose-Raetsels (der mittlerweile emeritierte Osteoporose-Spezialist Prof. Dr. Robert P. Heaney, hielt vor ueber 30 Jahren auf einer Osteoporose-konferenz in Jerusalem einen Vortrag mit dem Titel: "The Paradox of Irreversibility of Age-Related Bone Loss", wie er sich hier 2014 rueckerinnert: "The Paradox of Osteoporosis Irreversibility":

"By 'irreversibility' I meant that once the bone was lost there was not much that could be done to restore it. … neither estrogen, nor calcium, nor the combination of the two, will restore the lost bone after it is gone." ("Mit der Unumkehrbarkeit wollte ich ausruecken, dass einmal abgebaute Knochensubstanz nicht wieder aufgebaut werden kann … Weder Oestrogen, noch Kalzium, allein oder in Kombination, konnten einmal verlorengegangene Knochensubstanz wiederherstellen helfen.")

"Bone is not just calcium. It is made up, first of all, of a protein matrix within which the calcium salts are embedded. … In order to profit fully from a high calcium intake, a patient who has lost bone needs to consume enough protein to allow the body to rebuild the lost structure. … What we, and probably most clinical nutritionists, had failed to recognize, was that the adult RDA for protein is just barely enough to prevent muscle loss, and is not enough to support tissue building or rebuilding. … However, I suspect that the pharmaceutical industry will not back out of the field as readily as it got into it. To be fair, resistance from big Pharma should not be surprising. After all, they’ve invested billions of dollars in helping us solve a critical health problem for an aging population."

(Sinngemaess: "Knochen besteht nicht nur aus Kalzium. Zuvoerderst bestehen Knochen aus einer Protein-Matrix, in der die Kalzium-Salze eingelagert sind. ... Um seine Kalzium-Zufuhr optimal auszunuetzen, muss ein Patient mit Knochenverlust genuegend Eiweiss zu sich nehmen, damit der Koerper die abgebauten Strukturen erneut aufbauen kann. ... Was wir, wie die meisten klinischen Ernaehrungsforscher, uebersehen hatten, war, dass die Verzehrsempfehlungen fuer Erwachsene bezueglich der Eiweissaufnahme gerade mal ausreichen, um Muskelschwund aufzuhalten, aber zu gering sind, um Gewebe (wieder) aufzubauen. ... Allerdings befuerchte ich, dass die Pharmaindustrie hier das Feld nur widerwillig raeumen wird, denn sie hat Milliarden Dollar in eine Loesung investiert, mit der ein dringendes Gesundheitsproblem der alternden Bevoelkerung geloest werden sollte." – Hervorhebung CM)

Vgl. auch "The ever-expanding conundrum of primary osteoporosis: aetiopathogenesis, diagnosis, and treatment", oder

Mit andern Worten: "... ein dringendes Gesundheitsproblem der alternden Bevoelkerung ..." wird dadurch geschaffen, dass man die Verzehrsempfehlungen zu niedrig ansetzt, und dann wird es mit Medikamenten bekaempft.

Zusammenfassend: Wer sich genuegend eiweiss- und kalziumreich ernaehrt und dabei genuegend trinkt (= keine Nierensteine ...), der/die hat schon im Normalfall im Alter, auch nicht nach der weiblichen Menopause, mit dem "ueblichen" Osteoporose-Problem zu kaempfen. Jedoch fuehren, wie bei den Astronauten, verringerte Beanspruchung im Alter dennoch zu Muskel- und dadurch induziert zu Knochenschwund, weil der Koerper eben "rationell" arbeitet und keine Strukturen aufrechterhaelt, die normal "nicht gebraucht werden". Das raecht sich dann, je weiter man dem Verfall des eigenen Koerpers tatenlos zusieht.

Trainiert man dagegen ausreichend konsequent, z.B. mit dem obigen Mindest-Programm, treten all diese Alterserscheinungen wenn ueberhaupt, dann erst jenseits der 100 Jahre auf.

Dagegen sieht dann selbst Giorgio Armani mit 72 alt und gebrechlich aus.

Und auch dem Herrn Dr. Froboese von der Sporthochschule in Koeln (geb. 1957) traue ich mit seinen derzeit erst 58 Jahren nicht zu, dass er praktiziert, was er predigt. Oder es wirkt nicht so richtig ...

Auch dieser Muskel-Trainings-Hype (Welt.de) mit Maschinen und Weltmeister-Unterstuetzung ist voellig ueberfluessig.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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