3.4 Einteilung der Sportarten nach Beanspruchungsarten
Es gibt mehrere Moeglichkeiten, Sportarten zu klassifizieren:
a) z.B. nach der Art der Hauptbeanspruchung (hoechste Ausdauer, z.B. Marathonlauf, hoechster Krafteinsatz, z.B. Gewichtheben, Kraftdreikampf, sowie Zwischenformen: Sprint, Huerdenlauf. Rudern ist z.B. eine der extremsten Sportarten, da es fast alle Muskelgruppen sowohl in der Kraft wie der Ausdauer fordert).
b) Einteilung nach den Symmetrien:
Einseitige/asymmetrische Sportarten sind z.B. Fechten, Kugelstossen, Sportschiessen, Speerwerfen, aber meist auch Hochsprung/Weitsprung usw., da die Sportler meist eine bestimmte Koerperseite bevorzugen und bevorzugt ausbilden.
Symmetrische Sportarten sind z.B. Gewichtheben und Kraftdreikampf, Laufsportarten, Rudern, jedenfalls mit zwei Ruderblaettern, Turnen usw.
Im vorliegenden Programm geht es darum, moeglichst eine symmetrische Kraftstruktur auszubilden.
Darum wird z.B. bei der einbeinigen Kniebeuge angeregt, nicht das evtl. staerkere Bein weiter zu belasten (d.h. mit mehr Wiederholungen), als es das schwaechere Bein leisten kann.
Wer eine asymmetrische Sportart betreibt, sollte dennoch durch Ausgleichstraining, etwa wenigstens die im hier in Abschnitten 2.2.1 bis 2.2.10 vorgeschlagenen Uebungen, fuer eine halbwegs ausgeglichene Koerperstruktur sorgen.
Dies beugt nicht nur Unfallgefahren vor, sondern auch Verschleisserscheinungen oder Gefahren, die damit einhergehen, dass man mit der staerkeren Seite "etwas anfaengt", was man dann eigentlich mit der anderen zuende fuehren muesste, dann aber vielleicht nicht kann.
Das hier vorgestellte Trainingsprogramm ist ueberwiegend aerob, aber, wenn die Uebungen sauber bis jeweils zur Erschoepfung der angesprochenen Muskelgruppe durchgefuehrt werden, steigen Herzfrequenz und Atmung deutlich an. Waehlt man dann mehrere Uebungen und fuehrt sie, statt ueber den Tag verteilt, direkt hintereinander aus, z.B. eine Uebung aus der Liegestuetz-Gruppe, gefolgt von Bauchuebung oder Kniebeuge, dann wieder eine aus der Klimmzuggruppe, ggf. dann wieder gefolgt von einer Rumpf- oder Bein-Uebung oder schliesst man ein Training mit z.B. drei abgewechselten Uebungen mit der Kombination aus Arm- und Bauchuebung ab, so kann man seinen Puls beliebig erhoehen und stoesst bereits in anaerobe Bereiche vor.
Wie gesagt, wer nicht gerade einen Langstreckenlauf gewinnen will, hat hier ein vollstaendiges Trainingsprogramm nicht nur fuer die Muskulatur, Sehnen, Baender, Gelenke und Knochen, sondern es ist gleichzeitig auch ein durchaus vollwertiges Herz/Kreislauf-Training mit ansehnlichen Ausdauerkomponenten. Aber: da es komplett in den eigenen vier Waenden und/oder am (Buero-) Arbeitsplatz betrieben werden kann und bei rechter Nutzung vorhandener Pausen keine echte (zusaetzliche) Zeit kostet sowie Wege-, Umkleide- und Waschzeiten entfallen, gibt es fuer Menschen, die ansonsten aus z.B. Zeitgruenden gar nicht trainieren koennten, hierzu m.E. keine realistische Initiative, die auch nur annaehernd das Gleiche leisten koennte.
Und c) kann man die Sportarten nach ihrer Muskelbeanspruchung im engeren Sinne einteilen. Und da sind die Ausdauersportarten fuer die Jungerhaltung auf Dauer eher von Nachteil. Wer extreme Ausdauerleistungen erbringt, baut an seinem Koerper alles ab, was nicht diesem Ziele dient, d.h. er macht sich vorsaetzlich "gebrechlich"! Wer sich reine Ausdauer-Extremsportler ansieht, gewinnt leicht den Eindruck, wenn er nicht wuesste, dass er es mit einem angeblich "Gesunden" zu tun hat, er habe einen mangelernaehrten "Hungerleider" vor sich. Dieselbe Diskussion hatten wir ja auch schon bei Hannawald und dem Skispringen.
Kraftsportler muessen Ausdauerleistungen erbringen (um ueberhaupt trainieren zu koennen), Ausdauersportler aber nur wenig Kraftleistung. Darum eignet sich auch zur wirklich dauerhaften Jungerhaltung nur der Kraftsport, den man dann gerne immer noch mit Ausdauersportarten kombinieren kann, sofern man darauf achtet, den uebermaessigen Abbau von Knochen- und Muskelsubstanz zu vermeiden.
Dass jedenfalls ausser im eigentlich Wettkampf selbst in den Ausdauersportarten das staendige "Auspowern" nicht unbedingt der Weisheit Schluss ist, darauf kommt die Trainingswissenschaft in letzter Zeit auch langsam.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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