Wir basteln uns einen Flugzeugabsturz
> Du musst im Hinterkopf behalten, dass der Aufprall nur im mittleren bis oberen Bereich des Dreiecks hätte erfolgen können. Die weiter unten liegende Müllerde ist zwar aufgewühlt, dort konnte der Rumpf jedoch nicht aufschlagen. Er hätte sich dann schon am davor aufwartenenden Hang mit dem linken Flügel und Triebwerk in das Erdreich bohren müssen.
Das ist ja auch passiert, wie Kurt mit diesem und diesem Bild zeigte.
Auf dieser Aufnahme ist der Einschlagsort exakt zu erkennen: das dunkle Erdreich in der Bildmitte, in dem die Einsatzkräfte graben.
Das Flugzeug kam von rechts, bereits über den Boden rutschend.
Am rechten Bildrand siehst Du vom Kerosin des linken Flügels verbrannte Bäume. Das geht nur, wenn der Flügel vorher zerbrochen ist und das Kerosin an dieser Stelle bereits als Aerosolwolke durch die Gegend flog. Sonst hätte es sich nicht entzündet.
Vom gegenüberliegenden Hang aus erkennt man die verbrannte Baumgruppe als schwarzen Fleck. Links davon gibt es einen grau-blauen Hangbereich mit nackter Erde. Vermutlich hat sich dort der linke Flügel in seine Bestandteile aufgelöst.
Der Rumpf berührte den Boden unter einem sehr flachen Winkel erstmals links unterhalb der Baumgruppe.
In diesem Foto liegt der Kamerastandort leicht oberhalb der Einflugschneise.
Am linken Bildrand in mittlerer Höhe befindet sich der grau-blaue Hangbereich, an dem aus meiner Sicht die linke Flügelspitze zerbrach.
Rechts davon steht ein einzelner Baum. Da, wo der Wipfel im Foto endet, beginnt auf dem Hangboden dahinter die Rutschpartie des Flugzeuges.
Eine andere Sicht auf die gleiche Stelle: die Trajektorie des Airbus verläuft vom linken Bildrand, etwa ein Drittel von unten, schräg zum oberen Bildrand in der Mitte.
> Der Einschlag hätte also nur oberhalb der von Kurt eingezeichneten orangen Linie erfolgen können.
Nein, denn der Airbus rutschte auf den letzten 30, 40 Metern vor dem Einschlag bereits über den Boden. Das dürfte nicht nur die Wucht des Aufpralls deutlich gedämpft, sondern auch dafür gesorgt haben, dass der beim Aufprall am Bauch bereits zerschrammte Rumpf in größere Stücke zerbrochen ist.
> Der Müll liegt am gesamten Hang verteilt, sogar in Hangbereichen, die nur erreicht werden konnten, weil der Airbus 320 irgendwo eine solch harte Einwirkungen auf den Hang bewirkt hat, dass die 75 Tonnen Material entsprechend reagiert haben.
Nur nebenbei: wo nimmst Du eigentlich die 75 Tonnen her?
Airbus gibt das max. Startgewicht mit 73,5 t an und das max. Landegewicht mit 64,5 t.
Wenn ich das richtig verstanden habe, war der vordere Laderaum leer und das Flugzeug auf einer so kurzen Strecke wohl kaum vollgetankt.
Nach meiner Schätzung wog das Flugzeug beim Aufprall um die 55 t. Zu den 37 t Leergewicht kommen 150 Passagiere nebst Gepäck, sagen wir 15 t, sowie ein paar tausend Liter Treibstoff.
> Der Hang aber zeigt bis auf die verteilte Müllerde keine Einwirkungen.
Stimmt nicht.
Z.B. hier: völlig aufgewühlter Boden mit mehreren kleinen Kratern,
hier: stellenweise abgetragene Grasnarbe,
hier: abgeschliffenes Gestein links unten.
> Man muss sich mal vergegenwärtigen (bzw. darstellen) mit welchen Kräften und über welche Fläche die 75 Tonnen des Airbus A320 auf diesen kleinen Hangabschnitt eingewirkt hätten.
Ja, in der Tat. Immerhin hat die "Rest"energie nach dem Aufprall gereicht, um die Trümmer ziemlich weit hangaufwärts zu verteilen.
> Wenn aber die Energie durch den Aufprall umgesetzt wurde, dann fordert dies auch eine gleichsame Reaktion am Hang. Wenn sich 75 Tonnen Trümmerteile hunderte Meter weit durch die Luft verteilen sollen, dann erfordert das einen Verteiler auf den die selbe Kraft ausgeübt wird. Es macht nicht bereits "Peng - Puff - Hitze - A 320 Weg" vor dem Hang.
Ein Flugzeug ist kein starrer Körper. Es verhält sich eher wie ein Schneeball als wie ein Stück hartgefrorenen Eises.
Lass Dir beides mit gleicher Masse und Geschwindigkeit an den Kopf werfen, und Du wirst den Unterschied merken.
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Die rund ein Gigajoule kinetische Energie wurde außerdem nicht "schlagartig" umgewandelt, sondern über die ganzen 0,5 s verteilt, die der Aufprall aufgrund des sehr flachen Winkels in etwa dauerte.
Und damit wären wir bei der Überschrift angelangt. Jetzt folgt die Bastelanleitung.
Die mittlere Dichte des - im wesentlichen hohlen - A320 liegt nach meiner Rechnung bei etwa 100 g/l (50 t / 500 m³), und die Außenhaut ist nur wenige Millimeter dick.
Wenn Du das im Maßstab 1:100 herunter rechnest, kannst Du das Flugzeug grob vereinfacht als einen 4 cm dicken und 38 cm langen Zylinder aus Hartschaum (80 g/l) ausschneiden und mit 30 µm dicker selbstklebender Alu-Folie einlagig umwickeln.
Dann ziehst Du Dir einen Lederhandschuh über (Arbeitsschutz!), fasst das Modell am Hinterteil an und lässt es so schnell Du kannst flach im Winkel von etwa 15° gegen eine rauhe Oberfläche (grobes Sandpapier o.ä.) prallen.
Danach darfst Du Dich darüber wundern, wie unberührt das Sandpapier geblieben ist und wo überall die Brösel Deines Flugzeugmodelles gelandet sind... 