Ergänzung: das Vorpreschen der Staatsanwaltschaft schadet im Prinzip der Flugsicherheit.

Jermak, Sonntag, 05.04.2015, 13:39 (vor 3935 Tagen) @ Rybezahl16076 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 05.04.2015, 15:12

und schon aus dem Grunde wäre ich dafür, daß dieses Bürschchen rechtlich zur Verantwortung gezogen wird.

Flugunfalluntersuchungen haben immer den obersten Zweck, die Sicherheit im Luftverkehr zu verbessern. Dazu werden sie insbesondere aus dem strafrechtlich evtl. relevanten Raum heraus gehalten. Warum? Nun, weil es mögliche Zeugen/Mitwisser usw, davon abhalten könnte, zur Aufklärung eines Unfalls beizutragen, wenn sie strafrechtliche Folgen befürchten müßten. Also, d.h. die Behörden, die die Untersuchung führen, haben nicht nur nicht das Recht, in strafrechtlicher Hinsicht tätig zu werden. Sondern sie müssen auch ein Interesse daran haben, es nicht zu tun bzw. zu dürfen.

Im Falle der Germanwings gab es offensichtlich ein Leck (zur New York Times?), wo gegen dieses wichtige Prinzip verstoßen wurde. Und der aus meiner Sicht publizitätsgeile französische Staatsanwalt hat nix Besseres zu tun, als zusätzlich seine Anklage auch sofort den Medien zu präsentieren.

Dieser Vorgang ist für zukünftige Flugunfalluntersuchungen höchst schädlich und schadet damit grundsätzlich der Sicherheit im Luftverkehr. Und aus diesem Grunde ist meine persönliche Meinung, daß an diesem Mann medienwirksam ein Exempel statuiert werden sollte, daß die Wahrscheinlichkeit des erneuten Auftretens eines solchen Szenarios deutlich verringert. Denn dieser Mann hat uns allen einen Bärendienst erwiesen.

Ich erwarte nicht, daß das geschehen wird. Frankreich ist nicht für drastische Strafen bekannt. Leider. Vermutlich wird es noch nicht mal zu einer Anzeige kommen.

Grüße

jermak


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.