Lust und Freude als pure Emotion = Glück

Nonpopulo, Dienstag, 21.04.2015, 22:56 (vor 3920 Tagen) @ Positiv4711 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 22.04.2015, 12:13

> Ja. Allerdings braucht es auch Umstaende, die den richtigen Knopf
[quote]druecken. Wenn der Naturmensch den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt, hat er
tendenziell weniger Gluecksmomente, als wenn er den Tag am See im Wald
verbracht haette.
[/quote]

Keine Ahnung, aber wer Glücksmomenten hinterher jagt, wird sie sowieso nicht kriegen, wie du ja auch bestätigt hast.

Naturmenschen, die im Wald rumgammeln, Bäume umarmen und ums Feuer tanzen gibts zuhauf und die können sich - sogar erfolgreich - Glücksmomente suggerieren.

Der Naturmensch jedoch, den es drängt, ein Buch über eine seltene Pflanze zu schreiben, um sie der Wissenschaft und dem Liebhaber bekannt zu machen, wird dafür Entbehrungen, also viele Anti-Glücksmomente, in Kauf nehmen. Und er wird es kaum tun um des Glücksgefühls willen, das er vielleicht haben wird, wenn er das fertige Buch in den Händen hält.

Während aber die Glücks-Selbstsuggerierer immer mehr werden, werden die Anti-Glücksmomentler immer weniger an der Zahl. Dies, weil das kleine Ego-Glück eben das Mass aller Dinge geworden ist und der Wille zur Tat höchstens noch von Bedeutung ist, wenn er zu eben diesem Ego-Glück führt.

> Weil es in einem Mindestmass lebensnotwendig ist und dem freien Fliessen
[quote]von Lust und Freude dienlich. Egal, ob Huhn oder Ei zuerst kommt.
[/quote]

Weder führen Lust und Freude zu Glück, noch umgekehrt. Lust und Freude als pure Emotion, also losgelöst von Vorstellungen und Idealen, IST Glück. Es ist ein und dasselbe.

> Wenn man
[quote]einen Scheissjob macht, der ueberhaupt nicht zum eigenen Weg passt, ist es
eine Sackgasse, stoisch zu tun, was zu tun ist. Es bleibt unerfuellend und
die Frage, was zufriedener und damit gluecklicher macht, ist legitim und
angebracht.
[/quote]

Das klingt plausibel, aber kennst du die Geschichte von Sugarman? Wenn nicht, unbedingt gucken, den Film! Sugarman bzw. Rodriguez hat als vermeintlich gescheiterter Künstler ein Leben lang die dreckigste Arbeit voller Hingabe verrichtet. Er war wirklich nicht dazu geboren, er war ja Künstler. Trotzdem war seine Arbeit für ihn heilig.

Also bitte nicht verallgemeinern. [[zwinker]]

> Wir sprachen von Obrigkeit im Sinne von einschraenkendem Staat, bitte
[quote]nicht mit Missbrauch eines Kindes verwechseln.
[/quote]

Ok, da hatte ich dich missverstanden.

> Nachtrag: Damit es nicht so abstrakt im Raum haengt: ich habe direkt nach
[quote]meiner Geburt die ersten 2 Jahre meines Lebens durchgehend auf einer
Isolierstation im Krankenhaus verbracht. Allein. Die Krankenschwestern
hatten natuerlich auch keinen Bock auf ein durchgehend verzweifelnd
schreiendes kleines Wesen. Wenn es mal kurz Menschenkontakt gab, dann in
der Regel nur, um mir neue Kanuelen in den Koerper zu schieben. Magensonde
und Medikamente, wissen schon. Weitere Details erspare ich Dir. Will nur
sagen: ich habe erfahren, wie brutal sich von Dir beschriebenes Szenario
anfuehlt, was es mit einem macht; und es brauchte viel Kraft (und
vielleicht auch Glueck <img src=" />, irgendwann ein halbwegs normales Leben zu
fuehren.
[/quote]

Danke für diese Erklärung. Man vergisst ja so schnell - und im virtuellen Kontakt sowieso - dass hinter all den Meinungen, Haltungen und Lebenseinstellungen Menschen mit ganz individuellen und oft auch leidvollen Geschichten stehen.

> Hochachtungsvolle Gruesse
[quote]
Positiv.
[/quote]

ebenso.

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby


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