Gesuchtes Glück ist falsches Glück
Hallo Positiv,
> Ich sehe es eher so, dass Glueck die Faehigkeit ist, den Sinn in seinem
[quote]Leben zu erkennen. Den eigenen Platz zu sehen und zu bejahen,
anzuerkennen. Zuzustimmen, wer und was man schon laengst ist - aber diese
Essenz im eigenen Kern eben zu entwickeln, sie schrittweise auszupacken.
Alles andere sind Sackgassen.[/quote]
Das ist bereits ein Buddha. Töte ihn, wie auch @Dragonfly rät.
Ein geistiges Konzept zu verfolgen (Sinn erkennen, sein was man längst ist, Kern entwickeln etc.) ist eine Anhaftung, die Glück zwar suggeriert, letztlich aber verhindert, weil jede Vorstellung wie Glück zu sein hat oder zu erreichen ist, ihr natürliches Fliessen bremst.
Glück kommt aus der Tiefe deines emotionalen Kerns und besteht aus reiner Lust und Freude. Wenn diese sich ausdrücken will, besser gesagt ausdrücken kann, bahnt sie sich ihren Weg automatisch. Da brauchst du keine Erkenntnis dazu - die Erkenntnis entsteht ganz natürlicherweise in eben diesem Ausdruck von Lust und Freude.
Das Hinderlichste um Glück zu finden ist also, danach zu suchen. Frag dich nicht: Was macht mich glücklich? Frag dich nur: Was ist zu tun? Unabhängig davon, ob es dich glücklich macht oder nicht. Denn warum sollte es überhaupt um das Glück gehen? Glück kann in unserer Zeit nur das egoistische Streben nach Selbstverwirklichung bedeuten und letztlich lässt uns das ein Leben lang im Kreise drehen oder wir verhalten uns entsprechend unserer geistigen Konzepte, meinen dann, glücklich und zufrieden zu sein und stellen uns entsprechend dar (wie z.B. die buddhistischen Sandmaler).
Die Frage, was zu tun ist, ist indessen im Hinblick auf die Verzerrung durch ideologische Haltungen genau so gefährlich wie die Frage, wie wir glücklich werden. Der einzige Vorteil bei der Tun-Frage ist, dass wir nicht nach der "Glücksfee" suchen, sondern nach einer Aufgabe, die uns wichtiger als dieses kleine, persönliche Glücksgefühl ist.
Wenn sich jetzt jemand sagt, ok, dann suche ich halt nicht mein Glück, sondern eine Aufgabe, um glücklich zu werden, dann sucht er natürlich genau so im Grunde nur nach Glück.
Persönliches Glück ist die Verheissung des Modernismus, der gemeinsame Konsens, an dem sich alle Welt trifft und um dieses kämpft. Der Wohlstand hat das Märchen erschaffen, es gäbe einen Weg zum Glück und dieser sei das Wichtigste der Welt.
Nicht das Glück ist wichtig, sondern die Aufgabe. Diese muss allerdings keineswegs in irgendeiner Weise altruistisch sein, und es ist auch nicht Aufgabe der Aufgabe, dich glücklich zu machen. Was sie aber ganz sicher macht - sie macht dich wahr.
> Primaer will ich darauf hinaus, dass ich die Ausrede der diktierenden
[quote]Obrigkeit nicht gelten lasse. Entwicklung ist ein interner Prozess, der
durch auessere Umstaende beguenstigt oder erschwert werden kann, aber im
Grunde ein absolut selbstverantwortlicher Vorgang ist.[/quote]
Es ist selbstverständlich ungemein schwieriger bis unmöglich als misshandeltes, missbrauchtes oder ungeliebtes Kind im Leben glücklich zu sein (oder seine Aufgabe zu finden). Von daher empfinde ich dieses Statement als sehr sehr graue Theorie.
Beste Grüsse Nonpopulo