Zuerst Entscheidungen fuer sich selbst treffen und auch durchziehen

Positiv, Dienstag, 21.04.2015, 10:47 (vor 3920 Tagen) @ nemo5031 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 21.04.2015, 10:52

Hi nemo,

das soziale Umfeld gestalten bedeutet, nach Prinzipien zu leben, die den
Menschen als vernünftig erscheinen, ohne dafür sanktioniert zu werden.

m.M.n. kann man da nur bei sich selbst anfangen. Dafuer braucht es erstmal kein Umfeld. Wenn man das eine Weile macht, kommen Interessierte von ganz allein und stellen Fragen. Einen Schritt nach dem anderen.

Das kann die Schulpflicht sein, Heilkunde, Bildung, Ernährung, Energie,
Arbeit, Ackerbau, Erziehung, regionale Wirtschaft, Verkehr, Wohnen….
alles.
Es gibt tausende von Beispielen.

Bei allen von Dir genannten Beispielen hast Du heute eine extrem grosse Auswahl an Moeglichkeiten. Mehr, als je zuvor. Manche sind aufwaendiger oder teurer als andere. Aber ich sehe das generelle Problem nicht.

Das Problem ist doch, dass sich keine unabhängigen, alternativen
Lebensmodelle durchsetzen können und dürfen. Würden sie sich
durchsetzen und sich eine intelligentere Lebensweise etablieren,
wäre der Staat mit seinen Gesetzen und Regelungen überflüssig.
Das bedeutet machtlos. Dasselbe gilt für Konzerne und Handelsketten.

Auch hier ein Schritt nach dem anderen. Es gibt unzaehlige Gemeinschften, welche seit Jahren verschiedenste Modelle testen. Manche Gruppen loesen sich auf oder richten sich neu aus, andere wachsen stetig. Manche haben bereits die Groesse eines Dorfes. Hier findest Du einen Einstig, wenn Du Dir soetwas mal selbst ansehen moechtest.

Ein glückliches Volk, das ohne Staat auskommt, darf es nicht geben.
Oder allenfalls als religiöse Gemeinschaft mit einigen Freiheiten in
geringem Umfang.

Ich sehe das Problem mehr darin, dass die Mehrheit der Leute Schwierigkeiten hat, mit sich selbst gluecklich zu sein. Andere Dinge, welche vermeintlich gluecklich machen, sind einfach noch zu wichtig. Die Mehrheit ist nicht in der Lage, ohne einen kollektiven Bezugsrahmen Glueck zu empfinden und dem auch zu vertrauen. Schuld ist natuerlich immer ein externes Gebilde - die Familie, das Dorf, der Staat, die Konzerne, die Gesellschaft...
Wenn es eine kritische Masse an haeufig gluecklichen Menschen gibt, hat sich die Fremdherrschaftgeschichte von allein erledigt, weil niemand mehr hingeht, weil niemand mehr bettelt, beherrscht zu werden. Natuerlich ist der Staat nach Kraeften bemueht, diesen Punkt hinauszuschieben, aber wie man mit diesen gegebenen Umstaenden umgeht, obliegt allein der Selbstverantwortung.

Es geht mir nicht um die Entwicklung des Einzelnen, sondern um die
Entwicklung überhaupt. Vor allem der Gemeinschaft. Die Entwicklung
des Einzelnen muss irgendwann zu einer Entwicklung im Allgemeinen
führen.

Die Individualentwicklung ist die Basis und notwendige Voraussetzung fuer eine gesunde Gemeinschaft. Da muss nichts. Wenn die Entwicklung von Einzelnen einen gewissen Punkt erreicht hat, bilden sich zwangslaeufig und von allein Gemeinschaften, weil die Richtigen sich erkennen und nicht mehr ueber Grundlagen diskutieren muessen, sondern stattdessen bereits eine Vision teilen. Kann man ueberall beobachten, wenn man denn sehen kann und will.

Was nützt es, wenn jeder glücklich in einem überwachten KZ
sitzt, in dem er sich darin übt, die Gesetze der Obrigkeit still und
klaglos zu ertragen? Mit oder ohne Meditation.

Ich will dem Gluecksthread nicht vorgreifen. Ich behaupte aber, dass es mit ungluecklichen Insassen im ueberwachten KZ noch unwahrscheinlicher ist, das sich die Zustaende aendern. Und momentan hast Du die Freiheit, so ziemlich ueberall auf der Welt hinzugehen, gern irgendwohin ohne Handyempfang und meinetwegen ueberhaupt ohne Strom und dort Dein Ding zu machen, falls das Deine Hauptsorge ist.
Ich habe diese Erfahrung mehrfach und auch laenger gemacht und weisst Du, welche schockierende Entdeckung ich dabei machte? Ich habe meinen Kopf jedesmal mitgenommen. Das KZ (2.0) war immer noch da. Diesesmal in Form von derben Unwettern und fiesen Tieren, die ich bis dahin nicht kannte. Dabei habe ich kapiert, dass es kein KZ gibt, ausser in meinem Kopf. Seitdem lebe ich wieder in Deutschland und fuehle mich recht zufrieden und frei dabei, wenn ich nicht gerade einen Durchhaenger habe und anderen (selbst kreierten) desturktiven Gedanken zu viel Energie schenke, wie ich neulich hier im Forum bezeugte.

Ich weiss nicht mehr, ob das ein Zitat oder der Anfang von einem Witz war, jedenfalls fand ich folgendes Gebet sehr inspirierend: "Lieber Gott! [[zwinker]] Gib mir die Kraft, zu aendern, was ich aendern kann; und gib mir die Demut, hinzunehmen, was ich nicht aendern kann... und bitte gibt mir die Weisheit, das Eine vom Anderen unterscheiden zu koennen!"

Entwicklung heißt ausprobieren und ergebnisoffen zu
experimentieren. Diese Freiheit würde vielleicht zu einem
sinnvolleren Leben und damit zu mehr Glück führen.

Okay. Dann mach das! Heute noch! Am besten beginnst DU jetzt gleich! Man fuehlt sich darauf nie angemessen vorbereitet und ist es auch tatsaechlich nicht.
Aber laufen lernt man, indem man anfaengt zu laufen und absolut jeden erdenklichen Fehler macht, auf 1001 Art auf die Fresse und alles andere fliegt und jedesmal mit oder ohne jammern wieder aufsteht. Das geht nur praktisch und in Selbstverantwortung. Ob dabei die Sonne scheint, oder ob es regnet, spielt fuer den Lernprozess keine Rolle.

Beste Gruesse,

Positiv.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.