Ueber Glück zu philosophieren, ohne

Zarathustra, Dienstag, 21.04.2015, 08:36 (vor 3920 Tagen) @ nemo5121 Views
bearbeitet von Zarathustra, Dienstag, 21.04.2015, 08:57

... Schopenhauer gelesen zu haben, ist, wie über Wirtschaft zu philosophieren, ohne PCM gelesen zu haben. Man kann es zwar tun, aber man diskutiert dann auf einem Level, über den man in eingeweihten Kreisen längst hinausgekommen ist. Ueber Schopenhauer hinaus kommt man aber nur, wenn man, wie einige hier, PCM und Gerhard Bott gelesen hat. Dieses anthroplogisch-soziologische Wissen fehlte Schopenhauer noch, und deshalb können wir hier über ihn hinausdenken.


Was jedoch die Entwicklungsmöglichkeiten angeht, wird jeder Mensch
in diesen Obrigkeitssystemen von Kindheit auf indoktriniert und
auf eine bestimmte Rolle in der Gesellschaft vorbereitet. In dieser
Hinsicht ist jeder Opfer der äußeren Umstände, die ihn prägen.

Das ist in natürlicher (= staatsloser, gemeinschaftlicher) Umgebung auch der Fall. Der kleine, aber feine Unterschied liegt bloss in der Art der Prägung.
In der Natur wird man natürlich geprägt, in der Zivilisation dagegen widernatürlich.

Wenn man sich z.B. ansieht, wie viele psychische Probleme und
wie viele Sinn suchende spirituelle Gruppen und Seminare es in
dieser Gesellschaft gibt, dann ist das ein Zeichen für eine ungute
Entwicklung, in der den Menschen der Sinn abhanden gekommen
ist.

Der ist schon lange davor abhanden gekommen und nicht erst jetzt, wo es Religionsfreiheit gibt. Die Tragödie begann mit der Erfindung der Herrgötter.

Wenn man auf der persönlichen Ebene sein Glück gefunden hat,
dann geht es wieder um das Miteinander. Das ist doch das ganz
normale Bestreben des Menschen, dass er sein soziales Umfeld
mitgestalten will. Der erweiterte Sinn des Glücks ist doch eine
lebenswertere, bessere Umwelt im Äußeren. Das erreicht man
aber nicht mit Sandmandalas,

Ja, ein Mönchsleben ist komplett wider unsere Natur. Es ist eine Flucht aus dem Dasein, weil das Dasein in der Zivilisation kein Leben im eigentlichen Sinne ist.

sondern im Miteinander und der
Freiheit, diese Vorstellungen umzusetzen zu können.


In der Zivilisation (Kollektivismus) gibt es eben kein wirkliches Miteinander. Man arbeitet den ganzen Tag mit (bzw. gegen) irgendwelchen Fremden und trifft sich vor dem Schlafen noch kurz mit den Seinen.

Dabei sind
die Grenzen des Systems praktisch immer im Weg.

So ist es.

Über diese
Grenzen hinaus zu denken, ist wiederum keine Opferhaltung,
sondern ein Schritt hin zur Entwicklung.

Ja, und wer die Möglichkeit und den Willen hat, wie @Konstantin, auch noch etwas in dieser Richtung zu unternehmen, nachdem er über die Grenzen der organisierten Gewalt (Staat) hinaus gedacht hat, auch wenn man dann von allerlei Mystikern als Mystiker wahrgenommen wird. Wie das halt so ist, aus orwellsch verdrehter Perspektive.

Grüsse, Zara


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.