Weitere Betrachtungen

Positiv, Montag, 20.04.2015, 20:02 (vor 3921 Tagen) @ nemo5932 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 20.04.2015, 20:05

Hallo nemo!

Die äußeren Umstände sind vielleicht nicht in dem Sinne entscheidend,
was das persönliche Glück angeht. Aber Glück ist auch ein unscharfer
Begriff. Glück kann alles mögliche bedeuten, von kurzfristigem Erfolg
bis zur Selbsterkenntnis.

Ja - und noch vieles mehr. Das waere einen Extrathread wert, allerdings vermutlich in einem anderen Forum.

Was jedoch die Entwicklungsmöglichkeiten angeht, wird jeder Mensch
in diesen Obrigkeitssystemen von Kindheit auf indoktriniert und
auf eine bestimmte Rolle in der Gesellschaft vorbereitet.

Ja, z.B. auf die Rolle Mann / Frau zu sein, oder Folgender / Fuehrer, ...
Ich bin mir sicher, dass vergleichbare Konditionierungen auch in der Stammesgesellschaft stattfanden.

In dieser
Hinsicht ist jeder Opfer der äußeren Umstände, die ihn prägen.

Da widerspreche ich. Das ist nur der Beginn der Reise.
Es gab und gibt immer Menschen, die mit zunehmenden Alter aktiv oder passiv diese Praegung hinter sich gelassen haben. Ich behaupte desweiteren, dass diese (ggf. widrigen) Umstaende auch ein sehr motivierender Antrieb sein koennen, sich selbst besser kennenzulernen, weil man schon frueh das Gefuehl hat, dass die einem zugedachte Rolle nicht passt. Ein guter Grund, mal zu schauen, wer man wirklich ist.

Wenn man sich z.B. ansieht, wie viele psychische Probleme und
wie viele Sinn suchende spirituelle Gruppen und Seminare es in
dieser Gesellschaft gibt, dann ist das ein Zeichen für eine ungute
Entwicklung, in der den Menschen der Sinn abhanden gekommen
ist.

Das ist mir zu undifferenziert. Ersteres sehe ich als Problemindikator, letztere als moeglichen ersten Schritt zur Loesung jenseits von Psychopharmaka oder klassischer Therapie.

Diese beiden Loesungsansaetze ueber einen Kamm zu scheren und auf Sinnsuche zu beschraenken, wird dem Phaenomen nicht gerecht. Spirituelle Gruppen und Seminare sind verschiedene Dinge. Mehr oder weniger feste regelmaessige Gemeinschaft vs. temporal klar definierte Zusammenkunft mit einer konkreten Absicht. Motive sind z.B. Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, Bearbeiten eines speziellen Themas, bewusste Realitaetserweiterung durch (korrektive) Erfahrungen, Traumabewaeltigung, Abstand vom Hamsterrad zwecks Neuausrichtung in selbigem, usw.
Gruppen und Seminare koennte man auch noch danach unterscheiden, ob es eine klare Gurustruktur gibt (also die klassische Obrigkeit nur durch eine selbstgewaehlte ausgetascht wird) oder Verzicht auf solche Konstrukte und Wuerdigung eines jeden Einzelnen als sein eigener und alleiniger Meister. Vermutlich ueberflussig zu erwaehnen, dass ich nur bei letzteren Heilungs- und Transformationspotential fuer den Einzelnen sehe.

Allerdings kann gerade eine negative oder auch einfach nur fruchtlose Erfahrung mit so einem Guru dazu fuehren, dass der Teilnehmer / das Mitglied erkennt, dass ihm die Selbsterkenntnis niemand abnehmen kann - dass an der Selbstverantwortung kein Weg vorbei fuehrt. Insofern wuerde ich auch hier nicht von Opfern sprechen, wenn es ein noetiger Zwischenschritt auf dem Weg zu sich selbst ist, erstmal ein paar Goetzen auszuprobieren, nachdem die eigenen Eltern / die Gesellschaft nur unbefriedigende Antworten und Rollenmodelle boten.

Wenn man auf der persönlichen Ebene sein Glück gefunden hat,
dann geht es wieder um das Miteinander. Das ist doch das ganz
normale Bestreben des Menschen, dass er sein soziales Umfeld
mitgestalten will. Der erweiterte Sinn des Glücks ist doch eine
lebenswertere, bessere Umwelt im Äußeren.

Wie Du selbst schon sagtes, ist Glueck ein diffuser Begriff. Und nach meiner Erfahrung immer ein temporaeres Gefuehl. Ich bezweifle, dass man das dauerhaft finden kann.

Darf ich mal fragen, wie Du Dir das soziale Umfeld Gestalten konkret vorstellst? Die Familie erziehen, die Freunde beeinflussen, die Arbeitskollegen?

Ich frage, weil ich selbst mich der (gut gemeinten) Manipulation anderer bewusst enthalte. Das waere eine Kompetenzueberschreitung meinerseits. Ich mache mal lieber mein Ding und wenn das jemanden interessiert - schoen. Aber es ist nicht meine Absicht. Ausnahme: Jemand versucht, mich zu beeinflussen. Dann kann ich auch verbal zurueckschiessen, wenn es sinnvoll erscheint.

Und wie wird die Umwelt lebenswerter und besser gemacht? In welcher Groessenordnung meinst Du das / haelst Du das fuer realistisch?

Das erreicht man
aber nicht mit Sandmandalas, sondern im Miteinander und der
Freiheit, diese Vorstellungen umzusetzen zu können.

Die Mandals sind doch nur Mittel zu Zweck und der Zweck ist in diesem Fall Meditation. Was bei einigen Menschen tatsaechlich zu interessanten Einsichten und Wahrnehmungen fuehrt. (Mein Weg ist es nicht, ich habe es aufrichtig versucht und bin mir nun sicher.)
Mit so einem Moench hatte ich mal ein hochinteressantes und inspirierendes Gespraech, welches sich auf meinem Lebensweg als wichtig herausstellte. Ohne seine Vorbereitung durch die Mandalas haette das vermutlich so nicht stattgefunden, womoeglich haette ich ihn nichtmal angesprochen oder auch nur bemerkt. Insofern wuerde ich seine Taetigkeit keinesfalls geringschaetzen und es auf nutzlose vergaengliche Spielerei reduzieren.

Dabei sind
die Grenzen des Systems praktisch immer im Weg.

Kannst Du da bitte mal ein konkretes Beispiel bringen? Ich sehe es so, dass die Begrenzung nur im eigenen Kopf existiert oder die Idee dahinter... Bullshit ist. Ich meine das nicht so provokant, wie es vielleicht klingt.
Was wuerdest Du tun, wenn das System es nicht verhindern / begrenzen wuerde?

Über diese
Grenzen hinaus zu denken, ist wiederum keine Opferhaltung,
sondern ein Schritt hin zur Entwicklung.

Ueber Grenzen hinauszudenken und diesen Gedanken mit Verweis auf systembedingte Unmoeglichkeit keine Taten / Manifestation folgen zu lassen, empfinde ich als Opferhaltung. Und ich stimme zu, dass dies trotzdem ein notwendiger Schritt im Rahmen der eigenen Entwicklung sein kann.

Moeglichweise habe ich Dich aber auch missverstanden.

Mit Gruessen,

Positiv.


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