Glueck und Selbstverantwortung
Glück ist hier nicht das Entscheidende, sondern die Frage nach den
Entwicklungsmöglichkeiten. Und diese waren in der DDR in den
meisten Bereichen sehr begrenzt.
Was hat (persoenliche) Entwicklung mit auesseren Umstaenden zu tun? Nur so viel, als dass man die Zeit dafuer hat (sich nehmen kann / will) oder eben nicht.
Aeussere Begrenzungen sind da unter Umstaenden hilfreich, da sie die Qual der Wahl und Ablenkung ersparen.
Man schaue sich z.B. mal tibetische Moenche an, die Zeit ihres Lebens Sandmandalas streuen (und anschliessend wieder wegwischen). Die wirken auf mich zufriedener und gluecklicher, als die meisten DDR oder BRD Insassen.
Wo sind die Entwicklungsmöglichkeiten im Kapitalismus? Sie enden
halt beim Geld.
Was spricht dagegen, die Meisterschaft in einem Handwerk oder einer Kunst zu erlangen? Einen Garten / Wald / ... zu gestalten. Limitierender Faktor ist nur die Zeit und die persoenliche Konsequenz. Wenn man mal alles Unnoetige weglaesst, wie z.B. Internet- und Medienkonsum, Betaeubung usw., kann man es ziemlich weit bringen, jedenfalls kenne ich Menschen, die das getan haben.
Wenn man unter Glück die Freiheiten und Entwicklungsmöglichkeiten
für den Einzelnen versteht, dann ist jedes Zwangssystem, das von
einer Obrigkeit diktiert wird etwas, das jedes Glück von vorne herein
verhindert. Glück ist ja nichts anderes als die Freiheit, seinem Leben
einen eigenen Sinn zu geben und nach eigenen Vorstellungen zu
gestalten. Das bedeutet, dass wir das Glück im Grunde nicht kennen!
Ich sehe es eher so, dass Glueck die Faehigkeit ist, den Sinn in seinem Leben zu erkennen. Den eigenen Platz zu sehen und zu bejahen, anzuerkennen. Zuzustimmen, wer und was man schon laengst ist - aber diese Essenz im eigenen Kern eben zu entwickeln, sie schrittweise auszupacken. Alles andere sind Sackgassen. Dieses "eigenen Sinn (...) geben und nach eigenen Vorstellungen (...) gestalten" halte ich fuer eine Falle. Soetwas meine ich mit mich fremdbestimmten Idealen. Es gibt nichts zu gestalten, nur zu erkennen und dann folgt die Zufriedenheit und das Glueck auf dem Fusse. Auf dem Weg dahin ist es gewiss hilfreich, viel auszuprobieren, um sich selbst kennenzulernen.
Primaer will ich darauf hinaus, dass ich die Ausrede der diktierenden Obrigkeit nicht gelten lasse. Entwicklung ist ein interner Prozess, der durch auessere Umstaende beguenstigt oder erschwert werden kann, aber im Grunde ein absolut selbstverantwortlicher Vorgang ist.
Niemand und keine Obrigkeit kann einem das abnehmen oder gar verbieten. Nur chronische Opfer wuerden so argumentieren.
Beste Gruesse
Positiv.