Freiheit und Glück
Ich finde die Frage schon sehr unglücklich, weil rückwärtsgewandt.
Glück ist in einem staatlichen Herrschaftssystem subjektiv. Die Frage
nach dem Glück kann nur auf einer psychologischen, persönlichen
Ebene geklärt werden.
Glück ist hier nicht das Entscheidende, sondern die Frage nach den
Entwicklungsmöglichkeiten. Und diese waren in der DDR in den
meisten Bereichen sehr begrenzt. Das Beste, was der DDR hätte
passieren können, wäre, dass daraus ein neuer souveräner deutscher
Staat entstanden wäre. Das wurde jedoch von höchsten Stellen
verhindert. Das Interessante an dieser Entwicklung wäre gewesen,
dass die ehemaligen DDR Bürger, die Jahrzehnte lang in diesem
ideologischen Zwangssystem gelebt haben, ein sehr gutes Gespür
dafür entwickelt haben, wie ein freieres und gerechteres Staatswesen
aussehen müsste.
Stattdessen hat man sich die DDR einverleibt. Wo ist hier das Glück?
Die Chance dazu wurde vertan und verhindert.
Wo sind die Entwicklungsmöglichkeiten im Kapitalismus? Sie enden
halt beim Geld. Und Geld macht eben auch nicht glücklich. Vor
allem nicht, wenn man in einem Profit-System lebt, das einen
systematisch dazu zwingt, permanent Geld erwirtschaften und
sich zu verschulden.
Wenn man unter Glück die Freiheiten und Entwicklungsmöglichkeiten
für den Einzelnen versteht, dann ist jedes Zwangssystem, das von
einer Obrigkeit diktiert wird etwas, das jedes Glück von vorne herein
verhindert. Glück ist ja nichts anderes als die Freiheit, seinem Leben
einen eigenen Sinn zu geben und nach eigenen Vorstellungen zu
gestalten. Das bedeutet, dass wir das Glück im Grunde nicht kennen!
Der Witz ist dabei natürlich, dass Menschen, die das Glück nicht
kennen, es auch nicht wollen können.
Gruß
nemo