Möglich ist einzig das, was geschieht

Zarathustra, Dienstag, 20.12.2016, 08:00 (vor 3369 Tagen) @ Silke3433 Views
bearbeitet von Zarathustra, Dienstag, 20.12.2016, 08:05

Dann lieber saunierender Hinterbänkler,

habe ich Möglichkeiten/Handlungsoptionen.

Hallo Silke,

angenommen es gibt 100 Möglichkeiten, wie sich eine Sache entwickeln
könnte und diese Varianten wären uns bekannt (Wobei klar ist, dass es
tatsächlich unendlich Varianten gibt!).
Im Ende wird/kann sich nur eine einzige realisieren.


Ja. So habe ich bis es bis hierher verstanden.

Also sind 99 Möglichkeiten nur Phantasien unseres projektierenden
Geistes.


Nein.

Doch. Genau so ist es, Silke. Das war ein kapitaler Volltreffer vom Hinterbänkler.

Sie sind auch möglich, genau bis zu dem Punkt wo sie leider, leider
in diesem Raum und in dieser Zeit nicht mehr möglich sind, weil nur die
wahrscheinlichste Möglichkeit dank erforderlichem eigenen Potential,
Willen und Potentialgewinnung zur Realisation, das hinzugewinnende
verschaffte Potential zu bewirken (aktive Potenz = Handlung)
Wirklichkeit werden kann.
Ich kann nicht mit @Ashitaka seinem Auto eben noch gerade aus fahrend nach
links und rechts abbiegen.
"Unendliche Einflüsse, genau eine (1) Möglichkeit" @Kurt

Fiktive, alternative Möglichkeiten waren niemals objektiv möglich, zu keinem Zeitpunkt, eben aufgrund Kurts Gleichung. Was sich nicht realisiert, war niemals möglich.
Alle Abläufe, die nicht geschehen, sind inexistent. Es mag für Dich vielleicht denkbar (also möglich) sein, dass ich in Zukunft Ashitakas ultraparadoxer Vorstellung eines monokausalistisch, einzig und allein durch Zentralmacht determinierten (bestimmten) Schuldknechts, der gleichzeitig aber indeterminiert (unbestimmt, beliebig, zufällig) agiert, werde etwas abgewinnen können. Das werde ich aber nicht können, und da dieses Nichtkönnen bestimmte Ursachen hat, die längst feststehen, ist ein Abrücken meinerseits in seine widersprüchliche Logik zwar denkbar, aber schlicht und einfach nicht möglich.

Auf diese schreiende Paradoxie geht Ashitaka schon gar nicht ein und verfasst stattdessen wieder einen neuen Text, der abermals bei Null beginnt und nicht auf das Geschriebene eingeht. Dabei zückt er auch noch die Fascho-Keule. Es trifft ihn dafür aber keine Schuld, denn er kann nicht anders. Die Möglichkeit, die Fascho-Keule im Schrank zu lassen, bestand zu keinem Zeitpunkt.
Er ist schlicht und einfach dazu determiniert durch allerlei Ursachen.

Da wir nicht wissen, welche der 100 Varianten sich durchsetzt, nennen

wir

eben alle 100 'Möglichkeiten'.


Sind es ja auch. Wahrscheinliche und unwahrscheinlichere.

Nein. Das gibt es nicht. Nur ein einziger Ablauf ist der tatsächliche, wahre Ablauf. Alle anderen sind reine Vorstellung, Fiktion. Unwahr, auch wenn sie Dir als wahr erscheinen.

Der Mathematiker und Quantenphysiker Detlef Dürr erklärt es so, dass es auch Nichtmathematiker verstehen, falls sie logisch denken können. Man muss sich halt etwas Zeit nehmen (können wollen).

http://www.mathematik.uni-muenchen.de/~duerr/einleitung.pdf

Wie @Zarathustra geschrieben hat, sind meine Aktionen eben Bestandteil

des

deterministischen Prozesses.


Da bin ich ja auch noch mehr bei seiner durch und durch deterministischen
Argumentation, weil sie so schön bequem ist: viel geschah – trifft sich
jetzt im Moment - und bewirkt in der Zukunft viel.
Und das alles, ohne zu verstehen (wir glauben nur, dass wir etwas davon
verstehen) was im Gehirn für ein Bewusstsein abläuft.
Trotzdem wird dabei mit den Zeiten geschummelt, wenn ich von der
Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft schlussfolgere.

Da wird nirgends geschummelt. Aus den Ursachen der Vergangenheit können nicht mehrere mögliche zukünftige Abläufe folgen, sondern nur ein einziger: der einzig mögliche.

The argument called the Master Argument appears to have been proposed from such principles as these: there is in fact a common contradiction between one another in these three propositions, each two being in contradiction to the third. The propositions are: (1) every past truth must be necessary; (2) that an impossibility does not follow a possibility; (3) something is possible which neither is nor will be true. Diodorus observing this contradiction employed the probative force of the first two for the demonstration of this proposition: That nothing is possible which is not true and never will be.

For Diodorus, if a future event is not going to happen, then it was true in the past that it would not happen. Since every past truth is necessary (proposition 1), it was necessary that in the past it would not happen. Since the impossible cannot follow from the possible (proposition 2), it must have always been impossible for the event to occur. Therefore if something will not be true, it will never be possible for it to be true, and thus proposition 3 is shown to be false.


Beste Grüsse, Zara


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