Der Staat
@Zarathustra (und andere) setzt den Staat mit dem kapitalistischen, d.h.
mit dem heutigen Wirtschaftssystem (Kapital'Ismus**) gleich, welches
allerdings ein schon recht altes ist .. und welches sich ein passendes
politisches System unterhält. Im heutigen Fall ist es die Scheindemokratie
bzw. die Parteienkratie. Das ist ein sehr grober Denkfehler - der Staat
als Organisationsform einer Gesellschaft darf und muss nicht mit dem
Kapital'Ismus** gleichgesetzt werden. Dazu gibt es gar keine
sachlogische Berechtigung oder Notwendigkeit.
Es ist aber auch richtig, dass der Kapitalismus sich die staatliche
Organisationsform zunutze macht und diese sogar permanent als seine
Existenzgrundlage benötigt .. so, wie es jegliche andere
Wirtschaftsordnung ebenfalls voraussetzt. Ohne Staat, keine Wirtschaft,
keine Arbeitsteilung .. kein technischer Fortschritt, keine Erschließung
des Weltraums, ja vermutlich gar keine Kultur und Zivilisation etc. ..
und natürlich auch kein Kapitalismus.
Nur, was @Zarathustra übersieht, ist, dass der Staat als bloße
Organisationsform einer Gesellschaft ebenfalls und alternativ als Grundlage
für ein ganz anderes Wirtschafts- und politisches System dienen kann.
Dem ist voll zuzustimmen.
Das ist ein sehr grober Denkfehler - der Staat
[quote]als Organisationsform einer Gesellschaft darf und muss nicht mit dem
Kapital'Ismus** gleichgesetzt werden. Dazu gibt es gar keine
sachlogische Berechtigung oder Notwendigkeit.[/quote]
Das ist genau der Punkt. Die Gleichsetzung ist willkürlich, fiktiv, und hat keine sachlogische Berechtigung.
Der Staat ist im Grunde die rechtliche Verfasstheit einer Gesellschaft, wie groß sie auch immer ist. Jede Gemeinschaft von Menschen ist in irgendeiner Form eine Rechtsgemeinschaft mit vereinbarten Regeln des Zusammenlebens.
Es stimmt auch nicht, dass der Lieberalismus den Staat abschaffen will. Er will ihn nur auf seine eigentliche Kernaufgabe, die rechtlichen Regeln, reduzieren.