Herkunft des Potentials (Macht)

Ashitaka, Sonntag, 18.12.2016, 15:07 (vor 3371 Tagen) @ Zarathustra3902 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 16:23

Hallo Zarathustra,

Entgegen deiner Behauptung definiert die Masse (Anzahl von Individuen) kein System. Eine Masse ist in elementarischer Hinsicht auch nicht existent, sondern lediglich eine vom Subjekt abhängige Zählung von Elementen (Anzahl). Existent sind einzig und allein die Individuen (Elemente). Mit Außerirdischen hat die Tatsache, dass kein Element Potential aus sich selbst heraus begründet, sondern jedes Element für eine Erschaffung und Vermögenheit auf Fremdpotential angewiesen ist, nichts zu tun.

Wie zu erwarten verwechselst du in deiner Antwort wieder den Willen mit der Macht (dem Potential). Dir wird noch nicht klar, dass die Handlungen der Elemente einzig und allein auf zentralinstanzieller Abtretung von Potentialen beruhen. Jede Beziehung der Individuen (Elemente) basiert auf zentralinstanziell eingeräumten Rechten (Befugnisse, Machtzessionen), die erst durch Zentralinstanzen finanzierbar sind (das hast du ja selbst zugegeben).

Die Anzahl der Individuen (Masse) hat keinen Willen evolviert, sondern wurde durch die expansive Gewalt der Zenrtalinstanzen einverleibt und damit in Bezug auf jede weitere Handlung zentralinstanziell geordnet. Du hingegen tust so, als gäbe es einen evolvierten Willen der Masse (Aller Individuen), aus dem sich das Wirtschaften erklären ließe. Du bist an dieser Stelle sehr schwämmig und vergisst die Tatsache, dass einzig und allein durch zentralinstanzielle Abgabenforderung (Schuld ex nihilo) der Raum besichert wird, in dem die Elemente (Individuen) fortan zur Abgabenjagd gezwungen werden. Du vergißt und gibst es dann doch wieder zu. Durch diesen Zwang und der damit gleichzeitig einhergehenden Machtzession (Setzung von Rechtsinstituten, siehe Uwe Wesel) werden alle Handlungen der Individuen, und damit auch jede Richtung einer Anzahl von Individuen begründet. Die Individuen haben keine Möglichkeit, sich von diesem Zwang zu befreien. Denn würde man dies erreichen, dann gäbe es keine Besicherung für die Finanzierung ihres Rechts- bzw. Handlungsraumes.

Die Zentralinstanzen regnen nicht vom Himmel, sondern sie entstehen aus der Ohnmacht der Individuen, indem sich Charismatiker eine Gefolgschaft durch Betrug sichern (siehe Arbeiten von Sigrist). Die Ursachen dafür sind weltweit nachvollziehbar (Naturkatastrophen, Veränderung der Lebensräume, Zerstörung der akephalen Gemeinschaften durch damit einhergehende Zerschlagungen). Ein Betrug deshalb, weil jede Zentralmacht aufgrund des Vorfinanzierungsproblems (Ausgabenleistung vor Erzielung der Einnahmen) zum Scheitern verurteilt ist. Sie finanziert sich durch die Gefolgschaft und besichert ihre Passiva (Potentiale) durch externen und internen Raubzug (Schuld ex nihilo). Die Forderung der Gefolgschaft ist bereits von Anfang an nicht werthaltig, weshalb aufgeschuldet wird bis das System am Ende ist. Einzig und allein durch die Besicherung der Finanzierung (Abgabenerhebung) lässt sich diese wachsende Lücke für einige Zeit wegsimulieren.

Wenn ich kräftig genug bin, um 200 Kilo zu stämmen (ausreichend Vermögen = Aktiva habe), dann ist die Handlung (aktive Potenz) der Verlust des Potentials (Aktiv/Passiv-Minderung). Eine Handlung (aktive Potenz) ist keine Möglichkeit (Potential). Und die Potentiale der Elemente, sie entstehen und erhalten sich auch niemals von selbst(autopoietisch wie bei Lucasfilm), sondern sind auf Potentialverschaffungen durch Extern angewiesen.

Die nochmalige Behauptung "Selbstverständlich ist Wille gleichzeitig auch Macht", ist falsch. Niemand hat bereits deshalb die Möglichkeit etwas zu tun, weil er es will. Die Möglichkeit (das Potential, die Macht) ist einzig und allein von äußeren Potentialen (Machteinflüssen) abhängig. Dass es den Willen bedarf, um im Falle einer ausreichenden Potentialgewinnung eine Realisation des verschafften Potentials zu bewirken (aktive Potenz = Handlung), ist klar. Das bedeutet aber nicht, dass Macht mit Willen gleichgesetzt erden kann.

Die 6 Millionen vergasten Juden hatten keine Macht, nur weil sie überleben wollten. Da musst du mir auch nicht mit Bösartigkeit daherkommen, nur weil du nicht mehr weiter weißt. Einfach bei der Sache bleiben, die Unsinnigkeit deiner Behauptung eingestehen. Eine Anzahl von Individuen hat keine Macht. Denn eine Vielzahl von Elementen ist kein Element dem Potential verliehen wird, sondern eben nur eine Anzahl (Masse). Es sind immer die Elemente (Individuen), die Potential erhalten, die handeln. Die Vorstellung von handelnden Massen ist mental irreführend (eine Simplifizierung). Die Juden wurden entgegen deiner Suggestion nämlich nicht von größeren Massen vergast, sondern von Individuen, die in der Zenrtalmachtordnung handeln konnten, denen ausreichend Macht durch die Zentralinstanz, über Zentralmachtordnung, zediert wurde. Sie hatten am Ende die Befugnis und Anweisung zu morden.

Deine Antwort: "Rechtsräume in Großkollektiven sind ohne Abgaben erhebende, von der Masse konstruierte, zentrale und periphere Instanzen nicht finanzierbar."

Wer hat also die Macht und erhebt die Abgaben? Richtig, die Zentralinstanzen der Zentralmachtordnung. Alle im Zentralmachtgebiet handelnden Elemente sind dahingehend machtlos. D.h. die Peripherie behält den ihre Handlungen erst ermöglichenden Rechtsraum nur solange, wie sie eben Abgaben an die Zentralinstanzen leisten. Solange, wie sich ihre Rechtsräume finanzieren und besichern lassen. Das System entsteht nicht aus sich selbst heraus, sondern erst dann, wenn eine expansive Zentralmacht auftritt, die sich die Individuen einverleibt.

Zum Neugeborenen: Ein Neugeborenes hat nach der Entbindung kein eigenes Potential um zu überleben. Du behauptest dies einfach nur und flüchtest ohne Argumente vor der Tatsache, dass das Neugeborene von Anfang an auf äußere Potentiale (Potentialverschaffung) angewiesen ist. Von der Tatsache, dass ein Neugeborenes keine Möglichkeit hat, um selbst zu überleben lenkst du dann auf einen ausgewachsenen Ashitaka ab und bestätigst meine Erklärung (Neugeborenes hat kein eigenes Potential) damit sogar. Das fällt dir gar nicht mehr auf.

Ich spreche Niemandem Potential ab, sondern ich erkläre, woher dieses Potential ursächlich stammt (die Herkunft aller Passiva).

Aus dem Vermögen (Aktiva) und aktiven Potenzen (Handlungen) lässt sich das notwendige Fremdpotential nicht erklären. Dass ein Neugeborenes wächst hängt entgegen deiner Behauptung nicht "sowohl von sich selbst wie von seiner Umgebung ab", sondern einzig und allein von seiner Umgebung. Es gibt kein Element (hier Leben), dass aus sich selbst heraus (aus eigenem Potential) entsteht. Es sind immer fremde Potentiale (Möglichkeiten), durch die das Vermögen (Aktiva) der Elemente erwächst. Deine mentalen Zeitreisen führen an dieser die Autopoiesie als pseudointellektuelle Simulation klar werdenden Tatsache nicht vorbei.

Kein Baum wächst, weil Zarathustra darunter predigt, dass das Bäumchen das Potential mit sich bringt, um von allein zu wachsen. Ein "sowohl als auch" macht es nicht besser.

Herzlicht,

Ashitaka

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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.


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