Simulantenstadl 2
Die gesamte Masse ist das System.
Du simplifizierst nun. Das System ist die Gesamtheit der Elemente, die sich aufeinander beziehen und eine nach außen hin abgegrenzte Struktur aufweisen. Die Masse ist hingegen nur eine Anzahl von Einheiten (Zählung, Messung, Schätzung).
Du versuchst diese Ordnung, welche die Einheiten unaufhörlich dazu zwingt, sich aufeinander zu beziehen und alles Potential, durch das die Handlungen der Einheiten ermöglicht werden, häppchenweise zediert, auszublenden. Du scheiterst dabei, den Eindruck zu erwecken, dass wir in einem System leben, in dem die Beziehung der Individuen von selbst entstehen und erhalten werden (dein Eigenpotential). Sie können es nicht, da das gesamte System auf zentralinstanziell eingeräumten Rechten (Befugnissen = Machtzessionen) basiert, die einzig und allein durch Zentralmacht gesetzt werden, finanzierbar sind und verteidigt werden können.
Die Masse (= eine Anzahl von Individuen) handelt nicht.
Selbstverständlich tut es das.
Die Individuen (eine x-beliebige Anzahl) würden niemals handeln (wirtschaften), wenn nicht der zentralinstanzielle Zwang ausgeübt würde (d.h. die Abgabenforderung und Sanktionsandrohung im Falle der Verweigerung), durch die erst die Not der Individuen entsteht (Abgabendruck), um zum Gastgeber für Fremde zu werden (zwecks Jagd nach Abgabeneinheiten).
Eine Masse (Anzahl von Individuen / Fremden) allein handelt nicht. Es bedarf immer einer Zentralmacht, um das System (die Gesamtheit der Elemente, die sich aufeinander beziehen und eine nach außen hin abgegrenzte Struktur aufweisen) zu ermöglichen. Das Potential (die Macht), um das System zu installieren, muss in Bezug auf alle Einheiten des Systems zentral institutionalisiert sein (durch Rechtsinstitute, welche Zentralinstanzen mit der Möglichkeit / dem Potential setzen; siehe dazu Uwe Wesels Arbeiten).
Jede Vorstellung einer ursächlichen Machtposition (Möglichkeit) in den Reihen der Wirtschaftenden ist eine Simulation, nicht mehr als der Ausdruck deiner urkommunistischen Sehnsucht.
Die Gesamtheit Deiner Zellen handelt
(steigt morgends aus dem Bett und abends wieder rein). Die einzelne Zelle
sowie die Organe in der Peripherie und in der Zentrale sind dem Willen der
Masse namens Ashitaka unterworfen und gehen schön brav mit ihm zu Bett,
sobald er dies tut.
Das Vermögen und die Handlung der Zelle/Einheit (die aktive Potenz) erklärt nicht die Potenzialstruktur (Machtordnung). Du verwechselst Akte (keine Macht) mit Potenzialen (Macht). Derjenige, der sich die Hände schmutzig macht, hat deiner Vorstellung nach Macht. Diese Simulation passt nun fabelhaft zu deiner roten Gesinnung.
Diese Masse, der
du eine Macht in Bezug auf das "System ihrer Beziehungen" zuschreibst, ist
lediglich eine Anzahl (Zählung) von ohnmächtigen Individuen (eine
Messung). Die Masse existiert nicht als ein Potential tragendes Element,
sondern ausschließlich als eine Messung.
Unsinn. Ashitaka existiert nicht nur als Vorstellung, sondern als
handelnde Masse, bestehend aus abermillionen Zellen und Organen, die als
Individuum der Masse namens Ashitaka 'unterworfen' sind.
Eine Handlung (aktive Potenz) ist keine Macht (Potenz, Potenzial)
Wie oft denn noch? Die nicht realisierte Möglichkeit (Macht) ist nicht gleichzusetzen mit ihrer Realisation (Akt). Macht ist im Gegensatz zum Akt eine nicht an die Realisation geknüpfte Position in einem Machtverhältnis. Deine Füße begründen nicht die Ursächlichkeit (Macht, Passiva), damit du du morgens aus deinem Bettchen aufstehst. Sie bieten hingegen das Vermögen (Aktiva).
Die Masse ist eine Messung, kein Element des Systems.
Unsinn. Du bist keine Messung.
Ich bin ja auch nicht nur Masse. Deshalb gelingt dem Menschen ja auch nicht die Schaffung von Leben. Aber das Thema Bewusstsein überforderte dich und Kurt ja bereits. Wo ihr doch gar nicht wisst, ob Bewusstsein überhaupt eine messbare Einheit hat, ist es doch viel einfacher, es auszublenden und mit den physischen Erscheinungen gleichzusetzen. Ihr seid daheim im Simulantenstadl.
Von Prechter hast Du keinerlei Ahnung. Prechter kenne ich seit 35 Jahren.
Also erzähl mir nichts von Prechter. Und schon gar nicht von Gerhard Bott.
Du hast ihn nach dem, was du schreibst, von Grund auf seit 35 Jahren falsch verstanden. Das ist aber schon etwas, das ist aber schon etwas. Nochmal:
Er erklärte eben nicht, dass Stimmungen oder Gefühle
Potentiale (Macht) begründen.
Genau dies tut er.
Nein, er erklärt, dass die Stimmungen lediglich Einfluss auf die aktiven Potenzen (Handlungen / Aktionen) nehmen ("consequences in social action").
Prechter erklärt, dass die Stimmungen bzw.
Gefühle die Handlungen (aktive Potenzen) in ihrer Ausrichtung
beeinflussen.
Eben. Du widersprichst Dir selbst.
Überhaupt nicht, wenn du dich doch konzentrieren würdest. Ob ich mit einem PKW links oder rechts abbiege (Aktion), erklärt eben nicht, weshalb ich überhaupt einen PKW fahre und bis zur Abbiegung komme (die Möglichkeit). Mal drüber nachdenken. Du bist gnadenlos überfordert. Das merkt man doch bereits daran, dass du den Willen mit der Macht gleichzusetzen versuchst. 6 Millionen um ihr Leben fürchtende und elendig vergaste Juden hatten die Macht zum Überleben, weil sie es wollten?! Du leidest an etwas, versinkst in Sehnsüchten, Simplifizierungen und Simulationen.
Die Stimmungen begründen aber eben nicht die für eine Realisierung
(Aktion) notwendigen Potentiale (Passiva).
Doch, denn den Stimmungen liegen entsprechend handeln könnende
Menschenmassen zugrunde.
Eine Anzahl von Menschen handelt. Diese aktiven Potenzen (Handlungen) sind keine Potenziale (Machtpositionen).
Die Stimmungen und Gefühle üben zwar einen
Einfluss auf die Kursentwicklungen aus, sie begründen damit aber nicht die
Verschuldungsfähigkeit und -unfähigkeit der aktiven Elemente.
Doch, genau dies tun sie. Dein Wille und Deine Stimmung allein genügen
aber noch nicht, um aus dem Bett zu kommen. Deine physische Beschaffenheit
ist ebenso eine Determinante, die stimmen muss. Die Welt ist multikausal
deterministisch.
Kannst du den vor Argumentation strahlenden ersten Satz bitte etwas konkretisieren? Der Satz ist unheimlich schwach. Der Rest des Absatzes ist hingegen nur ein Versuch, um wieder auf Nebengleise überzuspringen.
Wie schaffen es "Stimmungen und Gefühle" (social moods) deiner Ansicht nach, die Potenziale für die Entstehung (Finanzierung) und Verteidigung (Sanktion gegen intern / Krieg gegen extern) der Rechtsräume zu schaffen? Ganz konkret und ausführlich bitte.
Sind Rechtsräume deiner Vorstellung nach ohne Abgaben erhebende Zentralmacht finanzierbar? Bitte aufpassen. Das wird sonst ungemütlich. Ich kann dir eine große Palette an Widersprüchen aus deinen über 11.000 Beiträgen liefern.
Anders
ausgedrückt: Nur weil die Stimmung gut ist, bedeutet dies nicht, dass das
Potential (Cash) vorhanden ist, um den Kurs nach oben zu drücken.
Das behauptet auch niemand, dass determinierte Effekte monokausale
Ursachen haben.
Du allein vertrittst solche 'einzig und allein'-Märchen.
Du flüchtest. Du flüchtest vor einer Beschreibung des Zentralmachtsystem, welches eben nicht automatisch denjenigen ein Potential verleiht, welche sich aufgrund ihrer Stimmungslagen zur Handlung bestimmt fühlen. Deshalb kommt auch an dieser Stelle überhaupt nichts Konkretes von dir, sondern nur triviales Gestümmel.
Neugeborener Ashi ist genauso wenig potentiallos wie ein ausgewachsener
Ashi.
Ist dieser verniedlichende Slang komisch? Nein, er ist Zeugnis dafür, dass du wieder albern werden musst, um von der Ernsthaftigkeit meiner Erklärung und deiner fehlenden Argumentation abzulenken.
Ein Neugeborenes hat nach der Entbindung kein Potenzial (keine Möglichkeit), um selbst zu überleben, sein Vermögen (Aktiva) selbst zu ermöglichen. Eine Forderung stellt es mangels Identifizierung eines konkreten Schuldners ebenfalls nicht. Es schreit aus Ohnmacht, weil es im Magen/Darm zwickt oder bläht, weil es Hunger hat. Hunger ist keine Macht, genausowenig wie der Überlebenswille von 6 Millionen vergasten Juden keine Macht begründet. Wenn das Neugeborene im Keller liegen gelassen wird, dann wird man, sofern es bekannt wird, Zeugnis seiner Ohnmacht.
Die Fürsorge der Liebenden, die Möglichkeiten der Fürsorgenden (fremde Potentiale) sind unabdingbar, damit das Neugeborene überlebt (sein Vermögen entsteht, bewahrt wird und wächst). Hat Zarathustra Kinder? Hat Zarathustra schon einmal diese Selbstverpflichtung (Urschuld) verspürt? Oder hast du deine Kinder nach der Geburt irgendwo liegen lassen und ihre Macht bestaunt?
Die Frage, woher das Vermögen (Aktiva) stammt, sowie die Erkenntnis, dass
es immer durch äußere Potentiale begründet wird, sie überfordert
dich.
Der einzige, der hoffnungslos überfordert ist, bist Du. Wer nach so
vielen Hinweisen immer noch allen Ernstes glaubt, ein System/Organismus
hänge ausschiesslich von äusseren Dingen ab und nicht genauso von der
eigenen Beschaffenheit, dem ist nicht zu helfen, auch nicht mit weiteren
hundert Lektionen.
Ausschließlich von äußerlich einwirkenden Mächten (Potentialen). Kein Neugeborenes wächst aus einer eigenen Machtposition, aus sich selbst heraus. Kein Baum wächst, nur weil unser Urkommunist Zarathustra darunter predigt, dass das Bäumchen das Potenzial mit sich bringt, um von allein zu wachsen. Das Fremdpotenzial ist etwas, was dir aufgrund deiner liebgewonnenen Selbsterschaffungs- und Erhaltungssimulation intellektuell stark zu schaffen macht.
Herzlichst,
Ashitaka
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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.