Simulantenstadl

Ashitaka, Mittwoch, 14.12.2016, 19:49 (vor 3374 Tagen) @ Zarathustra4295 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 14.12.2016, 20:28

Hallo Zarathustra,

Du simulierst ja schon wieder.

Zunächst: Ein System ist die Gesamtheit der Elemente, die sich aufeinander beziehen und eine nach außen hin abgegrenzte Struktur aufweisen. Ein System ist keine Messung (Anzahl = Masse).

Die Masse ist nicht ohnmächtig. Das Individuum ist ohnmächtig gegenüber
der Masse.

Die Masse (= eine Anzahl von Individuen) handelt nicht. Diese Masse, der du eine Macht in Bezug auf das "System ihrer Beziehungen" zuschreibst, ist lediglich eine Anzahl (Zählung) von ohnmächtigen Individuen (eine Messung). Die Masse existiert nicht als ein Potential tragendes Element, sondern ausschließlich als eine Messung.

Die Messung (Anzahl) begründet keine Möglichkeit (Potential, Macht), um die Handlungen der Individuen zu entfalten. Das Potential, es wird den Individuen (Rechtspersonen) in einer Zentralmachtordnung zediert. Den Individuen werden Rechte durch Zentralmacht, von austauschbaren Zentralmachthaltern, eingeräumt (erste Befugnis: Abgabetermin der Zentralinstanz = Befugnis, zu einem späteren Zeitpunkt, statt sofort, die Abgabe zu leisten).

Rechte sind immer Befugnisse (Berechtigungen), d.h. Potentiale, deren Zession immer und ausschließlich von einer alle Rechtspersonen befähigenden Zentralmachtordnung abhängig sind, die eine Person nicht aus sich selbst heraus entstehen lassen kann. Kein Individuum handelt in diesem System (wirtschaftet), weil es selbst oder eine Zählung der Individuen (Masse) das Potential (die Macht) dazu begründet. Die Masse ist lediglich eine Anzahl (Messung) von ohnmächtigen Individuen, die überhaupt erst durch Zentralmachtordnung (ihrer Vorfinanzierungskraft) einen Rechtsraum für messbare Handlungen erhält. Aus einer Anzahl (Masse) alleine resultiert kein Potential (keine Macht). Das Potential der Individuen wird immer aus der Zentralmachtordnung (zentralinstanziell) abgetreten (siehe Wesel: Setzung der Rechtsinstitute durch Zentralinstanzen). Nix Fischmeere und Vogelschwärme.

Alle Handlungen der Abgabepflichtigen basieren auf der Notwendigkeit, das von den Individuen geraubte Potential (Passiva) durch Abgabenforderungen (Aktiva) zu besichern. Und sowohl dieser Raub, als auch die Besicherung aller nie rückzahlbaren Versprechen gegenüber den Beraubten (Forderung ist insgesamt nie werthaltig gewesen), ist ohne Zentralmachtsystem nicht möglich (da Gewaltmonopol, Sanktion).

Ja, ein Individuum kann das System (die Masse) nicht ändern. Das System
(die Masse) ändert sich selbst.

Die Masse ist eine Messung, kein Element des Systems. Du hast letztens geschrieben, dass der Zentralmacht das Potential durch Stimmungen, durch Gefühle, verliehen wird (Prechter's social moods). Hier merkt man, wie verunsichert du in Wirklichkeit bist. Da hast du Prechter eben völlig falsch verstanden. Er erklärte eben nicht, dass Stimmungen oder Gefühle Potentiale (Macht) begründen. Prechter erklärt, dass die Stimmungen bzw. Gefühle die Handlungen (aktive Potenzen) in ihrer Ausrichtung beeinflussen.

Die Stimmungen begründen aber eben nicht die für eine Realisierung (Aktion) notwendigen Potentiale (Passiva). Das beste Beispiel ist eben die Elliott-Wellen-Theorie. Die Stimmungen und Gefühle üben zwar einen Einfluss auf die Kursentwicklungen aus, sie begründen damit aber nicht die Verschuldungsfähigkeit und -unfähigkeit der aktiven Elemente. Anders ausgedrückt: Nur weil die Stimmung gut ist, bedeutet dies nicht, dass das Potential (Cash) vorhanden ist, um den Kurs nach oben zu drücken.

Dir wird der ursächlich äußere Zwang zur Handlung (aufgrund fremder Potentiale einer expansiven Zentralinstanzen) aufgrund deiner Simulationskraft nicht bewusst. Am Beispiel des potentiallosen Neugeborenen ist das Ganze fabelhaft verdeutlicht worden. Der Kontrast ist einfach mehr als deutlich geworden. Danke nochmal dafür. Du simulierst dir Potentiale zu allen Zeitpunkten dadurch, dass du spätere Handlungen der Elemente (ihre aktiven Potenzen) mit eigenen und immer vorhandenen Potentialen gleichsetzt.

Die Frage, woher das Vermögen (Aktiva) stammt, sowie die Erkenntnis, dass es immer durch äußere Potentiale begründet wird, sie überfordert dich. Es gibt halt übel rot verkrampfte Thinkaholics, die ihre Zeit mit Gedanken an Systeme verschwenden, die ihre Beziehungen losgelöst von den sich beziehen müssenden Elementen als realisierbar erachten. Das was man braucht, simuliert man sich als System, während der Rest (und die Ursächlichkeit) in die Umwelt der Simulation verfrachtet wird. Real sind die diese Beziehungen begründenden Elemente (die sich beziehenden Elemente) immer Teil des Systems, das System aufgrund des fehlenden Potentials der Elemente damit niemals autopoietisch.

Ashitaka versteht es – im Gegensatz zu Kurt – leider nicht. Er
versteht weder Determinismus noch Autopoiesis.

Keine Probleme damit. Im Gegenteil, euch fehlt einfach immer mal wieder der Ansatz, um den Kontrast zu verhindern. Ihr poltert einfach zuviel blind drauf los. Ich erkläre nur das, was man nicht predigen muss, was keinen Altar beansprucht und auch diesen Faden aufgrund durchgängiger sachlicher Argumentation nicht außer Kontrolle geraten lässt.

Herzlichst,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.


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